Freiwilligeneinsatz in der Krankenpflege in Marokko – Nicole in Tanger

Wolltest du schon immer deine fachlichen Kenntnisse durch einen Auslandsaufenthalt vertiefen? Lernen, wie dein eigener Arbeitsbereich in einer anderen Kultur funktioniert? World Unite!-Teilnehmerin Nicole hat als Gesundheits- und Krankenpflegerin vier Monate lang als Freiwillige in einer Klinik und einer medizinischen Ambulanz in Tanger, Marokko gearbeitet und dabei einprägsame Erfahrungen gesammelt. Hier kannst du ihre Eindrücke nachlesen: 

Ich habe knapp vier Monate in Tanger (Marokko) verbracht und gearbeitet und es war bis jetzt die schönste Zeit in meinem Leben! Meine Arbeitswoche war gut organisiert (dafür großen Dank an World Unite!), dennoch hatte ich trotzdem sehr viel Freizeit, die ich gut genutzt habe. Dreimal die Woche habe ich in einer Privatklinik mitgearbeitet und die zwei restlichen Tage habe ich die Krankenschwester Meriem in einer gemeinnützigen medizinischen Ambulanz unterstützt.

Erstmal zu meiner Arbeit in der Klinik: Als gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin habe ich die ersten vier Wochen meinen Einsatz auf einer Allgemeinstation mit Intensivzimmer verbracht. Dort wurden Patienten gepflegt, die vor einer Operation standen, diese schon hinter sich hatten und Patienten mit internistischen Problemen. Ich hatte großes Glück, da mir viel Vertrauen von den marokkanischen Krankenschwestern und Ärzten entgegen gebracht wurde, deshalb durfte ich unter anderem Verbandswechsel durchführen, Infusionen anhängen und Vitalparameter messen (Blutdruck, Blutzucker, etc.). Natürlich hatte ich etwas Angst, dass mir die marokkanischen Patienten nicht vertrauen oder sich nicht von mir behandeln lassen wollen, aber genau das Gegenteil war der Fall! Alle waren sehr interessiert, dass es Organisationen wie World Unite! gibt, die diese Projekte möglich machen.

Nach vier Wochen durfte ich dann in den OP-Bereich wechseln und war deshalb sehr aufgeregt, da ich in Deutschland in meiner Ausbildung nicht wirklich die Möglichkeit hatte richtig im OP mitzuarbeiten. Die Chirurgen und Krankenschwestern waren unglaublich freundlich und haben mich sehr gut aufgenommen. Anfangs habe ich die meiste Zeit bei den Operationen zugeschaut und den Arbeitsalltag kennengelernt, aber nach kurzer Zeit habe ich schon bei der Patientenvorbereitung und -nachbereitung geholfen. Ich habe sehr viele Operationen im Bereich der Viszeral- oder Faszialchirurgie, Traumatologie, Gynäkologie, Urologie, Augenheilkunde, und Onkologie verfolgen dürfen und mir wurde sehr viel erklärt. Nach einiger Zeit habe ich dann auch schon Zugänge gelegt, steril angereicht und Verbände angelegt. Mein besonderes Highlight war, dass ich gelernt habe wie man OP-Wunden zunäht! Ich durfte auch bei den Operationen assistieren, habe Instrumente gehalten und angereicht. Ich bin wirklich dankbar für diese Erfahrung, da ich so viel mitnehmen konnte aufgrund der Offenheit und des Vertrauens der Ärzte und Krankenschwestern. Ich habe mich im OP-Bereich so wohlgefühlt, dass ich dort bis zum Ende meines Einsatzes geblieben bin (ich hatte noch die Möglichkeit in der Notaufnahme auszuhelfen).

Nun zu meiner anderen Tätigkeit in der medizinischen Ambulanz: Dort habe ich an zwei Nachmittagen in der Woche ausgeholfen und ich bin sehr dankbar dass ich die Krankenschwestern Meriem und Zohair kennenlernen durfte! Die beiden empfangen jeden Nachmittag von 16:00 bis 18:00 Uhr Menschen, die sich kein Arztbesuch leisten können und behandeln sie, nur mit Materialien und Medikamenten, die gespendet werden. Ich habe mit Meire die Materialien vorbereitet (die im Schnitt 20 Patienten pro Tag versorgt) und danach die Instrumente nachbereitet und aufgeräumt. Wir haben Patienten in jedem Alter behandelt, oft Verbrennungen, Schnittwunden, Abszesse oder postoperative Nachbehandlungen. Wenn einmal weniger zu tun war haben wir bei einer Tasse Tee Kompressen gefaltet. Ich habe viel von Meriem und Zohair gelernt, besonders über das Leben in Marokko. Wir haben über die unterschiedlichen Gesundheitssysteme, Lebensstandards und die Arbeit im Krankenhaus geredet. Hier konnte ich auch in Kontakt mit Einheimischen kommen und mich mit ihnen unterhalten (Französischkenntnisse sollten auf jeden Fall vorhanden sein!).

Diese beiden Einsatzstellen kombiniert haben mir einen großen Einblick in das marokkanische Gesundheitssystem gegeben und dafür bin ich so dankbar! In einem anderen Land zu arbeiten und mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen hat mir viel an Lebenserfahrung gebracht.

Trotz der Arbeit hatte ich an den Wochenenden genug Zeit um Ausflüge zu machen z.B. nach Chefchaouen, Assilah und um Tanger erkunden zu können z.B. die Herkulesgrotte. Die Zeit in Tanger war für mich einzigartig und ich kann es jedem, der sich dafür interessiert, wirklich empfehlen!

Alles Liebe,

Nicole

Hier findest du die Details zu Nicoles Einsatzstellen:

Krankenhäuser in Tanger, Marokko

Medizinische Ambulanz in Tanger, Marokko

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