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Freiwilligeneinsatz mit Kindern in Tansania

Johanna aus Deutschland hat für drei Monate einen Freiwilligeneinsatz in einem Projekt für Kinder in Tansania absolviert. Hier erzählt sie dir von ihren Erfahrungen im Projekt, von ihrer Freizeit und ihrem Gastland.

 

Meine Reise begann am 6. September 2019. Noch nie bin ich alleine so weit gereist, ohne genau zu wissen, was auf mich zukommen würde. Als ich in Tansania ankam, wurde ich jedoch bereits herzlich von meinen Mitbewohnern empfangen.

Meine Einsatzstelle:

Mein soziales Projekt, in dem ich eingesetzt wurde, war das Chapakazi Center im Stadteil Pasua in Moshi. Ich war sehr erfreut, als ich mitbekam, dass meine Zimmergenossin bereits seit einem Monat dort eingesetzt war. Von nun an waren wir also zu zweit, was wirklich toll war, denn so konnten wir uns über Neuigkeiten und Erlebnisse austauschen. Zu unsere Aufgaben zählte das Unterrichten von Englisch oder Biologie – wir malten Tiere, Lebensmittel und Gegenstände an die Tafel, zeigten auf das jeweilige Symbol und fragten die Klasse, was die Wörter auf Englisch und Swahili waren. Nicht alle Kinder konnten dem Unterricht folgen, da die Alterspanne von zwei bis sieben Jahren reichte und knapp 50 Kinder in nur einem Raum untergebracht waren. Der restliche Tag bestand dann entweder aus Rechnen, indem wir den Kindern einfache Matheaufgaben gaben, oder aus Swahili, indem wir ihnen Buchstaben oder Buchstabenreihen (wie z.B. „cha-che-chi-cho-chu“) zu schreiben gaben.

Wir spielten natürlich auch. Die Lehrerin Hadija oder ihre Assistentin Deborah leiteten die Gruppe an und wir spielten Kreis-, Sing-, Tanz- und Klatschspiele. Wenn Johanna und ich eine Musikbox mitbrachten, tanzten wir gemeinsam im Klassenzimmer – das war immer der Hit.

Nach dem täglichen Mittagessen aus Makande (Mais und Bohnen), machten Johanna und ich den Abwasch, während die Kinder im Klassenraum zum Mittagsschlaf gelegt wurden. Um 16.00 Uhr war dann für uns Feierabend.

Freizeit:

Aber unser Aufenthalt in Tansania bestand nicht nur aus der Arbeit, sondern auch aus Freizeit. Wir unternahmen tolle Ausflüge – zu den Hot Springs, zu den Materuni Waterfalls, der Besuch eines Maasai Dorfes, kleine Spaziergänge und Wanderungen in der Umgebung sowie eine Safari. Am Wochenende taten wir, was alle Jugendlichen gern machen – Party. In der Stadt gibt es einige Bars und einen Club – wir hatten immer sehr viel Spaß!

Mein Fazit:

Mein Aufenthalt in Tansania ist ein buntes Erlebnis, aus meinem sozialen Projekt, dem Chapakazi Centre, aus den Kindern – die ich alle sehr liebgewonnen habe, aus Freundschaften mit den Einheimischen und aus Freundschaften mit Leuten aus meiner Heimat.

Meine Reise endete am 5. Dezember 2019 – diese drei Monate, die ich in Tansania verbringen durfte, gehören zur schönsten Zeit meines Lebens.

Asante sana!

Johanna

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Freiwilligeneinsatz im Nationalpark in Kenia

World Unite! Teilnehmerin Elizabeth aus den USA arbeitet für zwei Wochen als Freiwillige in einem Naturschutzgebiet in Kenia. In unserem Blog erzählt Elizabeth über ihre Arbeit mit den Rangern und ihre Zeit in Kenia.

Lasst mich euch etwas über die Lumo Community Wildlife Conservancy und die Ranger erzählen. Es handelt sich dabei um ein richtiges Community-Projekt. Ich habe unlängst mit dem Vorstand gesprochen und alle Mitglieder werden von den verschiedenen Gemeinschaften gewählt, die an der Gründung von Lumo beteiligt waren. Als die Arbeit des Wildtierschutzgebietes vor neunzehn Jahren begann, gab es nur freiwillige Ranger (von denen einige immer noch dort sind, aber jetzt bezahlt werden), und viele der neueren jungen Ranger hatten Eltern, die schon damals als Freiwillige im Lumo Sanctuary arbeiteten. Viele der älteren Ranger sind schon seit Anfang an dabei und kennen sich unglaublich gut mit dem Ökosystem aus.

Das Geld, das das Wildtierschutzgebiet durch Eintrittsgelder von Touristen, die Lion’s Bluff-Lodge, die Gebühren von Freiwilligen für Unterkunft und Verpflegung und die Gebühren von illegal im Schutzgebiet grasenden Farmtieren verdient, fließt in die Gehälter der Mitarbeiter, in Gemeinschaftsprogramme wie den Bau eines Klassenzimmers für behinderte Kinder und in Schulbänke , Wasserteiche (hier lebt man vollständig von der Regenwassernutzung) und Mittagessen für das Personal.

Derzeit gibt es 28 Ranger. Zu ihrem Job gehört, mit Kamera und GPS auf Patrouille zu gehen, um zu ermitteln, wo sich einige der Big 5 befinden, um die Informationen den  Safari-Guides weiterzugeben. Sie beaufsichtigen das Eingangstor, hüten oder fangen unbeaufsichtigtes Vieh wieder ein und bringen es ins Basislager und beaufsichtigen auch das „Bohrloch“, in dem sich ein Wasserpumpensystem für die Lodge und ein Wasserteich befinden (die Elefanten haben kürzlich die Hauptleitung auf der Suche nach Wasser kaputt getrampelt).

Falls ich es noch nicht erwähnt habe, versucht das Naturschutzgebiet wirklich, einige der Konflikte zwischen Mensch und Tier zu lindern, bei denen es sich hauptsächlich um Elefanten handelt, die versuchen, an Wasser zu kommen.

Ich muss sagen, dass ich die gesamte soziale Struktur und die Bräuche / Traditionen der Ranger als Anthropologin faszinierend finde. Ich bin sehr daran interessiert, die Wissensbestände der Ranger hier weiter zu vertiefen. Ich führe derzeit gerade Gespräch mit einem Ranger über die Einrichtung eines Universitätsfonds für ihn, damit er Wildtiermanagement studieren und danach das Lumo Sanctuary für mindestens 5 Jahre mit seiner Arbeit und dem neu gewonnenen Wissen unterstützt.

Am Mittwochmorgen musst ich leider aus Lumo abreisen, was mich sehr traurig gestimmt hat. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich am richtigen Ort fühle, bis ich wieder in Lumo bin.

Herzliche Grüße,

Elisabeth


Freiwilligenarbeit in einem Naturschutzgebiet in Kenia: Jetzt bewerben!

 


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Freiwilligeneinsatz Marketing in Myanmar

Stefanie aus Deutschland hat für 3 Monate einen Freiwilligeneinsatz im Marketing in Myanmar absolviert und unterstützte dabei lokale Künstler bei der Gestaltung und im Verkauf ihrer Produkte. Hier erzählt sie vom Grund ihrer Reise, ihrem Freiwilligeneinsatz und ihrem Lieblingsmoment in Myanmar.

Mingalapar in Myanmar!

Warum ausgerechnet Myanmar? Diese Frage wurde mir nicht nur einmal gestellt, sie beantwortet sich aber schnell, sobald man einmal hier ist: Denn in Myanmar kann man noch ein Reiseziel erleben, welches noch nicht vollkommen vom Tourismus eingenommen wurde und sich (noch) viele seiner Traditionen bewahrt hat. So sieht man auf den Straßen sowohl Frauen als auch Männer im traditionellen Longyi – ein Stück Stoff, welches kunstvoll um die Hüften gebunden wird. Ich kann nur empfehlen, sich auch selbst einen zu kaufen und diesen zu tragen – jedes Mal, wenn ich dies tat, konnte ich viele freudige Blicke der Einheimischen auf mich ziehen und das ein oder andere Kompliment dafür ernten.

Volunteering für lokale Künstler und Kunsthandwerk

Nun aber zum hauptsächlichen Grund meines Aufenthalts. Auf der Suche nach einer Auslandserfahrung, die mich auch beruflich voranbringt, stieß ich auf das Volunteering für Hla Day. Und ich kann sagen, dass es für mich die absolut richtige Entscheidung war! Hla Day ist eine soziale Organisation, die lokales Kunsthandwerk mit modernem Design verbindet und damit zahlreiche zauberhafte Produkte im Shop verkauft.

Da alle Produkte in Myanmar hergestellt werden, generiert Hla Day für zahlreiche lokale Künstlergruppen eine konstante Arbeit verbunden mit einem regelmäßigen Einkommen.

Derzeit arbeiten sie mit über 60 Gruppen zusammen und jedes einzelne Produkt hat eine Geschichte zu erzählen! So zählen zu den Künstlergruppen Menschen mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen, die von Armut betroffen sind oder in Krisengebieten wohnen. Durch Hla Day können sie ihren Alltag besser meistern und sind sehr stolz auf die Produkte, die sie herstellen. Vor allem Nachhaltigkeit steht dabei im Vordergrund, weshalb viele Produkte angeboten werden, die aus recycelten Materialien hergestellt wurden. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber ich persönlich hätte am liebsten jedes der Produkte gekauft und finde das Konzept absolut großartig.

Obwohl der Shop jeden Tag geöffnet ist, hatte ich eine normale Arbeitswoche von Montag bis Freitag. Schnell wurde ich von den liebenswerten Kollegen ins Team aufgenommen, welche mir auch jegliche Fragen zu Land und Leuten beantworteten und stets für Spaß zu haben waren. Da ich bereits zuvor im Bereich Marketing gearbeitet hatte, durfte ich Hla Day ebenfalls in diesem Bereich tatkräftig unterstützen und vor allem meine Adobe Kenntnisse vertiefen. Ich denke es ist auf jeden Fall von großem Vorteil, wenn man schon etwas Erfahrung im Bereich Marketing und Design mitbringt, da dieses Praktikum nicht nur ein reiner Urlaub sein sollte.

Unterkunft

In Yangon kannst du zwischen zahlreichen Standards für deine Unterkunft wählen. Aufgrund des Preises entschied ich mich für ein Bett im 6-Bett Zimmer eines Bed & Breakfast. Das B&B ist sehr sauber, man hat genug Platz im Zimmer und Dank eines Vorhanges neben dem Bett auch genug Privatsphäre. Absolut zauberhaft ist außerdem das Personal, welches sich stets um mich gekümmert hat und bemüht war, mir einige burmesische Redewendungen beizubringen. Gar nicht so einfach! Außerdem bereiteten sie speziell für mich täglich eine typische Lunchbox zu, die aus Reis und leckeren Gemüse, Omelette oder Currys bestand. Ich konnte dort außerdem meine Wäsche waschen lassen und sie beantworteten mir alle Fragen, die anfielen.

Das B&B ist circa 15 Gehminuten von Hla Day entfernt, man kann sich aber auch ganz einfach ein Taxi bestellen und ist ebenfalls schnell da. Ich fand es jedoch spannend, so viel wie möglich vom alltäglichen Leben mitzubekommen und durch die Straßen zu spazieren. Da es in der Unterkunft leider kein Abendessen gab, machte ich mich nach der Arbeit meist auf die Suche danach. Besonders Streetfood findet man in Yangon überall und ich kann nur empfehlen, es auch zu probieren! Meist ist es nicht nur sehr günstig, sondern schmeckt auch absolut lecker. Außerdem gibt es viele leckere Früchte sowie die typischen Teestuben zu entdecken – solltest du auf extra süßen Tee stehen, ist das genau das richtige!

Freizeit

Natürlich darf in so einem wundervollen Land auch die Freizeit nicht zu kurz kommen! Am Wochenende hat man genug Zeit, Land und Leute zu erkunden. So machte ich mich alleine oder mit Freunden auf und konnte nicht nur in Yangon selbst, sondern auch außerhalb viel sehen. Bei einer Fahrradtour entdeckte ich die wundervollen Bewohner Dalas auf der anderen Seite des Flusses in Yangon und auch bei einer Fahrt mit dem Circular Train kommt man den Einheimischen sehr nahe. Weitere Highlights war ein Besuch der Pagoden in Bago, ein Wochenende am Nwge Saung Beach sowie einige Tage in Hpa-an!

Es gibt auf jeden Fall genug zu entdecken und ich hatte kein Wochenende, an dem mir langweilig geworden wäre.

Da das Visum, welches man für den Aufenthalt beantragt, (leider) nur 70 Tage gültig ist und mein Aufenthalt 3 Monate betrug, musste ich dies nach einiger Zeit auch erneuern. Hieß in meinem Fall: ein verlängertes Wochenende mit einer Freundin in Bangkok! Es war toll, zwischendurch etwas anderes zu sehen und die Vorzüge eines touristischen Ortes zu genießen.

Sicherheit

Die Burmesen sind vor allem neugierig, freundlich und hilfsbereit. Da ich offensichtlich wie eine Ausländerin aussehe, wurde ich von den meisten Menschen auf der Straße zunächst angestarrt.

Mein liebster Moment kam aber dann: Nachdem ich ihnen ein Lächeln geschenkt hatte, kam dies mit umso größerer Begeisterung zurück.

Da das Land für so eine lange Zeit geschlossen war, ist es für die meisten Menschen unglaublich spannend, auf Touristen zu treffen, viele haben noch nie welche gesehen (oder sehen einen zumindest so an). Jedoch sind sie immer zurückhaltend und nie aufdringlich und was könnte schöner sein, als Leute durch ein einfaches Lächeln oder ein gemeinsames Foto glücklich zu machen.

Natürlich läuft in diesem Land trotzdem nicht alles richtig, jedoch kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung berichten, dass ich mich zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt habe. Vor allem in Yangon und als Frau muss man sich keine Sorgen machen, alleine oder nachts unterwegs zu sein. Lasst euch außerdem nicht davon verwirren, dass die Autos trotz Rechtsverkehrs Rechtslenker sind – die Burmesen sind daran gewohnt und wissen, damit umzugehen.

Pagoden everywhere!

Wusstet ihr, dass Myanmar Platz eins des World Giving Index belegt? Spätestens nach einigen Tagen hier glaubt man dies auch: Geld- und Essensspenden gehören zum alltäglichen Leben und sind für die Einwohner vollkommen selbstverständlich. So trifft man morgens auf zahlreiche Mönche, die Essensspenden für ihr Mittagessen sammeln und vor allem an den Pagoden wird reichlich gespendet. Apropos: Pagoden findet ihr wirklich überall und sie strahlen eine unglaubliche Magie aus. Besonders beeindruckend ist natürlich die Shewadagon Pagode nachts, wenn das Gold in alle Richtungen glänzt. Aber auch wenn man aus der Stadt fährt wird man überall goldene Spitzen und Pagoden entdecken, absolut traumhaft!

Viele Grüße,

Stefanie (aus Deutschland)

Hier findest du alle Infos zu einem Praktikum oder Freiwilligeneinsatz im Bereich Marketing oder Design in Myanmar.


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Freiwilligenarbeit auf einer Pferderanch in Südafrika

Unsere Teilnehmerin Anita aus Australien berichtet über ihren 5-wöchigen Freiwilligeneinsatz auf einer Pferderanch in Westkap, Südafrika. Zu ihren Aufgaben auf der Ranch gehörten das Füttern, Pflegen und Pflegen von Pferden und Ponys sowie das Begleiten von Reittouren für Touristen entlang paradiesischer weißer Sandstrände!


22. September: Die Reise nach Kapstadt, Südafrika, beginnt.

Ich mache einen Zwischenstopp in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba für meinen Anschlussflug. Es ist 4:45 Uhr morgens, 6:45 Uhr äthiopischer Zeit. Wir fliegen durch die Berge von Addis und als wir in die Nähe der Landebahn kommen, kann ich die Slums der Stadt sehen. Wir landen und ich trete meinen Anschlussflug nach Kapstadt an. In Kapstadt angekommen werde ich von Kos abgeholt, der gemeinsam mit seiner Frau Sarah die Pferderanch leitet und bei denen ich wohnen werde.

Wir starten die zweieinhalbstündige Wal-Küstenroute nach Pearly Beach.

Die Route hat majestätische Sandsteinberge auf der einen Seite und das Meer auf der anderen Seite. Ich bemerke die Vielfalt der einheimischen Fynbos-Pflanzen überall. Die Pflanzen am Kap sind botanisch vielfältiger als der reichste tropische Regenwald Südamerikas. Hier gibt es über 9000 Pflanzenarten. Während wir weiterfahren, hoffe ich, vom Fenster aus einen Wal zu sehen.

Entlang dieser Küste leben südliche Glattwale, Buckelwale, Brydewale und sogar Orcas, obwohl sie selten sind. Sie ziehen ihre Jungen im flachen Wasser auf, um großen Raubtieren auszuweichen. Sie kommen von Juni bis November während ihrer jährlichen Wanderung von ihren eisigen Nahrungsgebieten vor der Antarktis in die wärmeren Gewässer vor dem südlichen Afrika, wo sie ihre Jungen füttern und aufziehen. Sie sind in diesem Jahr später dran als erwartet, also bin ich sicher, sie während meines Aufenthalts hier zu sehen. Wir fahren durch die Stadt Gansbaai, ausgesprochen “Hansbi” und “Gänsebucht”. Es ist weltweit die Hauptstadt des Weißen Hais.

Wir kommen auf der Ranch an. Ich beziehe meine Unterkunft in einer ehemaligen Scheune, die zu einem bequemen Cottage umrenoviert wurde.

Nachdem ich kaum geschlafen habe, esse ich schnell mit Kos, Sarah, ihrem Sohn Chis und den Freunden Chantelle und Steven zu Abend. Dann krieche ich ins Bett und schlafe tief. Am nächsten Morgen geht es dann direkt los mit meinem Freiwilligeneinsatz!

Wir reiten zum Pearly Beach und die Pferde laufen die exquisiten weißen Sandstrände entlang. In der Ferne sehen wir mehrere südliche Weißwale.

Einer von ihnen bricht durch die Wasseroberfläche und es ist unglaublich, dies zum ersten Mal zu sehen. Zurück geht es dann durch die Dünen, auf und ab. Die Pferde galoppieren die Dünen hinauf. Wir müssen dabei auf Maulwurflöcher achten, denn wenn die Pferde darauf treten, brechen sie hindurch und du verlierst als Reiter dein Gleichgewicht. Also hältst du mit einer Hand die Zügel und mit der anderen den Sattel.

Meine Reitfähigkeiten verbessern sich jeden Tag enorm.

Ich bin schon bald in der Lage, andere Pferde als Handpferde mitzuführen, sogar manchmal mit einem Rucksack voller kühler Getränke und Snacks. Bei schönem Wetter schwimmen wir mit den Pferden.

Auch bei den Pferden mache ich Fortschritte: Zu Anfang reite ich auf einem Pony namens Jinx und dann auf den größeren Pferden Mardi, Kimo und Rocky. Es gab ein Pferd names Pride, auf dem ich unbedingt reiten wollte, und mir wurde immer gesagt, dass er nur für erfahrene Reiter geeignet sei. Endlich war der Tag gekommen, an dem alle anderen Reiter relative Anfänger waren und ich Pride reiten durfte. Von dem Moment an, als ich auf ihm saß, wurde mir klar, wie kraftvoll dieses Pferd war. Ich musste ihn immer wieder zurückhalten. Er ist ein richtiges Energiebündel, reines Feuer – aber mit einer sanften Seele.

Ich helfe oft dabei, die Pferde ins Meer zu führen und manchmal kann ich sie auch im Wasser reiten. Es ist ein komisches Gefühl, wenn ein Pferd unter dir schwimmt, plötzlich fühlst du dich schwerelos. Und dann spürst du, wie die Kraft des Pferdes gegen die starke Strömung ankämpft, während du dich an ihrer Mähne festhältst und zurück ans Ufer getragen wirst. Eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde.


An meinem letzten Tag habe ich meinen ersten Sturz von Pride. Ich galoppierte den Strand hinunter und hatte Mühe, das Pferd unter Kontrolle zu halten. Plötzliche drehte sich Pride scharf und ich fiel sofort runter. Zum Glück landet man auf Sand relativ sanft. Ich konnte sofort wieder aufsteigen und zur Gruppe zurückgaloppieren.

Die fünf Wochen am Pearly Beach vergingen wie im Flug und jetzt reise ich nach Kapstadt, wo ich in einem tollen Hostel namens Once in Cape Town wohne. Das Hostel bietet viele Touren in der Stadt und Umgebung an und ich habe Mitbewohner aus der ganzen Welt. Mit meiner brasilianischen Mitbewohnerin und ihrer chilenischen Freundin – Makarena und Gabriella – bin ich schon auf den Tafelberg gefahren. Die Aussicht dort oben ist unglaublich. Ich habe auch Hout Bay besucht, mit ihrem Hafen und schönen Strand, der von Bergen umgeben ist.

Viele Grüße,

Anita

Auf unserer Webseite findest du alle Informationen zu Anitas Freiwilligeneinsatz und wie du dich anmelden kannst!


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Meeresschildkröten- und Umweltschutz in Sansibar

Karibuni Zanzibar! Jambo! Ich heiße Olivia, bin 19 Jahre alt und und ich war für 3 Monate mit World Unite! in einem Meeresschildkrötenschutzprojekt auf Sansibar/Tansania als Freiwillige tätig.

Meine Einsatzstelle:

Die meiste Zeit meines Aufenthalts habe ich im Mnarani Aquarium in Nungwi verbracht. Hier ging es hauptsächlich um den Schutz und der Versorgung von Meeresschildkröten. Die Aufgaben im Aquarium waren vielfältig und abwechslungsreich.
Ich habe in einem der Bungalow-Zimmern gewohnt, die sich direkt neben der Schutzstation befinden. Die Zimmer waren top und meine Mitbewohnerinnen ebenfalls.

Nach meiner Ankunft im Aquarium wurde ich direkt am nächsten Tag von meiner örtlichen Koordinatorin begrüßt und sie hat mir alles gezeigt und nach dem Frühstück habe ich dann auch eine Orientation bekommen, um mich in Nungwi zurecht zu finden.

Die Arbeit im Aquarium:

Jeden Morgen um 8 Uhr stand immer unser Water Change, sowie das General Cleaning auf unserer To-Do Liste. Es wurde das Wasser von den zwei Becken, der Baby-Schildkröten 2x täglich gewechselt, sowie das Wasser vom Krankenhaus, wo die infizierten Schildkröten untergebracht wurden.

Ebenso, zu der Arbeit im Aquarium gehören das Sammeln von Seegras, das Müllaufsammeln am Strand sowie wie die Versorgung der Baby-Schildkröten mit Medikamenten. Doch all die Aufgaben wurden immer auf die Arbeitswoche (Montag-Freitag) verteilt. Somit hatte man einen entspannten Arbeitstag. Die komplette Arbeit wird in Absprache mit dem einheimischen Personal zusammen gemacht, welche ebenfalls super funktioniert hat.

Freizeit:

An mangelnder Freizeit in Nungwi scheitert es nicht. Jeden Tag konnte man baden gehen (sofern das Wasser da war wegen der Gezeiten) und sich gemütlich sonnen. Außerdem war es möglich, dass man am Wochende verschiedene Ausflüge machen konnte.
Zum Beispiel habe ich eine Schnorchel-Tour zu der nahegelegenen Privatinsel Mnemba gemacht. Wir sind mit einem Dhow bis zu dem Riff gefahren und von dort aus dann sind wir schnorcheln gegangen. Anschließend gab es dann an Land noch ein Fisch-Barbecue mit Reis, Früchten und Gemüse.

Außerdem sind wir auch gemeinsam mit dem Daladala nach Stone Town in Sansibar-Stadt gefahren und haben dort unseren freien Tag verbracht. Neben Shopping und gemütlich Essen gehen war Stone Town auch in Sachen Geschichte und Architektur sehr interessant anzuschauen.

Meine Erfahrung und was ich von Sansibar mitnehme:

Meine Zeit auf Sansibar werde ich nie vergessen. Diese Zeit hat mich für mein Leben geprägt. Ich habe gelernt, dass es auch mal gut ist, mit dem zufrieden zu sein, was man hat und dafür dankbar ist. Ich habe in dieser Zeit viele Leute kennengelernt und tolle Freundschaften geschlossen.

Doch was mich am meisten freut ist, dass ich durch meine Tätigkeit als Volunteer bedrohten Tieren helfen konnte und dass einfach die Arbeit mit ihnen einfach nur Spaß gemacht hat. Zudem wurde mir auch bewusst, dass das Thema Plastik und im allgemeinen Müll ein Riesenproblem ist: Wenn wir nicht anfangen, etwas dagegen zu tun, wird unsere Umwelt noch mehr zerstört, als sie es jetzt schon ist.

Ebenso habe ich auch durch diesen Aufenthalt gelernt, selbstständiger zu werden und es fällt mir viel leichter, Englisch zu sprechen.

Ich möchte mich nochmals beim World Unite! Team bedanken, diese Erfahrung mit den Meeresschildkröten sammeln zu dürfen. Einen Freiwilligeneinsatz kann ich jedem empfehlen.

Asante sana,

Olivia (aus Deutschland)

Hier findest du alle Infos zu Olivias Einsatzstelle, dem Meeresschildkrötenprojekt in Nungwi, Sansibar.


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Dhow-Schiffsbau auf Sansibar

Clemens aus Deutschland ist derzeit mit World Unite! in Nungwi, Sansibar und lernt dort, wie man ein “Dhow”, ein traditionelles sansibarisches Segelschiff baut. Was er bisher gelernt hat und warum es in seiner Unterkunft Babyschildkröten gibt, beschreibt er hier.

Sonne, Strand, Palmen, Meer – in Nungwi lässt es sich leben! Ich bin nun bereits ein paar Tage hier in Nungwi und habe auch eine Menge erlebt.

Heute hatte ich schon meinem dritten Arbeitstag. Haji, mein Bootsbau-Lehrer, erklärt mir sehr gut, welche Werkzeuge man für den Bau eines Dhows benötigt und wie man diese benutzt. Am zweiten Tag hat er mir sogar direkt einen unangekündigten Test dazu gegeben. 😀

Sehr wichtig ist das sogenante “Kalafati”, in Kokosnussöl getränkte Baumwolle, die mit einem Hammer und einer Art Meißel – “Chambeo” – in die Ritzen der Holzplanken gehämmert wird, damit das Boot wasserdicht ist. Das ist echt gar nicht so einfach. Heute haben wir sogar eine fertige Dhow ins Wasser gezogen!

Die Unterkunft, in der ich wohne, gehört zu einer Schildkröten-Rettungsstation und ich verbringe ich die meiste Zeit mit den anderen Volunteers, die in der Station arbeiten.

Voriges Wochenende haben wir eine Bootstour zu Sonnenuntergang und eine Schnorcheltour unternommen – im Regen… 😀 Ich werde bestimmt auch mal richtig tauchen gehen, denn gleich in der Nähe ist eine Tauchbasis.

Die kleinen Schildkröten in der Station sind enorm süß. Apropos süß: es laufen im Camp auch ein paar Babykatzen rum, die einem dann ab und an mal auf den Schoß hopsen und gestreichelt werden wollen.

 

Schwimmen steht immer an der Tagesordnung. Kein Wunder bei dem herrlich blau-grünen Meer vor der Tür, und vorallem bei der ständigen Hitze ein Muss! Manchmal regnet es allerdings aber auch. Das heißt dann aber wenn man durch die Stadt läuft muss man aufpassen, nicht in Pfützen zu treten, da dass Wasser recht schmutzig ist. Die regelmäßigen Stromausfälle stören mich mittlerweile auch nicht mehr. Was ich nicht gedacht hätte, dass es mit der lokalen SIM-Karte kein Problem ist, im Internet zu surfen. Die Verbindung ist top!

So langsam lerne ich auch ein paar Wörter Swahili, aber pole pole… Das heißt so viel wie “langsam langsam”,  also immer mit der Ruhe. Eine Aussage, die man hier hier ständig hört und die auch ganz gut die entspannte Mentalität Sansibars beschreibt.

Das Essen in der Unterkunft ist auch spitze und zum Teil sehr europäisch: Pfannkuchen, Pizza, Nudeln, Pommes, Burger oder auch mal Suppe. Morgens gibt es immer leckeres Gebäck mit tropischen Früchten.

Ich fühle mich also rundum pudelwohl!

Stay tuned!

Clemens!

Clemes schreibt über seine Erfahrungen in Sansibar in seinem Blog. Den findest du hier.


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Architektur-Praktikum in Tansania

World Unite!-Teilnehmer Patrick hat ein fünfwöchiges Praktikum in einem Architekturbüro in Arusha, Tansania, absolviert. In unserem Blog spricht er über seine Lernerfahrungen und wie das Praktikum seine Sicht auf Architektur verändert hat.

 

Im Sommer 2019 habe ich ein Praktikum in einem Architekturbüro in der Stadt Arusha in Tansania gemacht. Das Unternehmen besteht aus Architekten, Innenarchitekten und Projektmanagern und berät verschiedene private und staatliche Projekte.

Meine Rolle im Architekturbüro

Zu Beginn meines Praktikums war meine Rolle klar definiert: Mir wurden Aufgaben übertragen, die ich unter der Aufsicht anderer erfahrener Mitarbeiter erledigte. Ich habe in meiner ersten Woche hauptsächlich an Wohnungsgrundrissen gearbeitet. Mein Praktikumsbetreuer erklärte mir, wie die Pläne zu zeichnen sind und welche Software ich verwenden sollte.

Nach einer Einführungsphase durfte ich immer mehr Dinge alleine machen, mich an verschiedenen Designs üben und selbst entscheiden, wie sie letztendlich aussehen sollten.

Das Team hat mich wirklich ermutigt, meine eigenen Ideen in die Gebäude einzubringen, an denen gerade gearbeitet wurde.

Ich habe das Gefühl, dass die Möglichkeit, an meinen eigenen Designs zu arbeiten, meine Leistung erheblich verbessert hat. Ich habe mich von Anfang an wirklich als Teil des lokalen Teams gefühlt und wurde auch behandelt wie jeder andere Mitarbeiter im Unternehmen. Meine eigenen Entwürfe zu machen war eine tolle Erfahrung und ich habe alle Aspekte des Prozesses – von Anfang bis Ende – einschließlich Zeichnungen, Standort- und Kundenbesprechungen und der Erstellung von 3Ds genossen.

Zu meinen Aufgaben gehörte es, mit anderen Praktikanten Pläne für Wohnhäuser zu erarbeiten, an Kunden- und Standortbesprechungen teilzunehmen (bei denen ich mir Notizen darüber machte, was besprochen wurde, und Fotos von den Standorten anfertigte). Für die meisten Zeichnungen verwendete ich eine Software namens Archi Cad. Ich unterstützte das Team auch bei Verwaltungsaufgaben wie dem Drucken von Dokumenten und dem Versenden an Kunden oder der Unterstützung der Kunden bei der Verwendung unseres Druckers. Ich recherchierte, zeichnete einfache Pläne und ließ meine Arbeit von den anderen Architekten des Unternehmens überprüfen. Zusätzlich arbeitete ich an den Plänen für einen Gewerbebau und ein Krankenhaus. Gegen Ende meines Praktikums arbeitete ich die meiste Zeit eng mit den Architekten zusammen und arbeitete an den Zeichnungen für das Krankenhaus. Ich habe geholfen, die elektrischen Pläne zu zeichnen sowie Pläne für einen zusätzlichen Wassertank außerhalb des Gebäudes zu entwerfen. Während der Site-Meetings machte ich immer Bilder und Videos, die wir dann im Team diskutierten und notwendige Änderungen im Plan vornahmen.

Am meisten hat mir gefallen, dass sich nach einer Weile eine bestimmte Arbeitsroutine einstelle, ich aber andererseits eine Vielzahl von abwechslungsreichen Aufgaben hatte, sodass das Praktikum nie langweilig wurde.

Lernerfahrung

Durch mein Praktikum habe ich gelernt, dass Architektur definitiv eine Gruppenarbeit ist. Mir wurde bewusst, wie wichtig es ist, mit anderen Disziplinen und Teammitgliedern sowie mit Kunden zusammenzuarbeiten und zu kommunizieren. Soziale und kommunikative Fähigkeiten sind ebenso wichtig wie ein Designhintergrund.

Ich habe auch gelernt, wie viel Kreativität und Disziplin man braucht, um zu planen und zu entwerfen und um endlich ein Gebäude zu bauen.

Das Praktikum hat mir auch geholfen, meine eigene Rolle in der „realen“ Berufswelt und meine eigenen Stärken und Schwächen besser zu verstehen. Ich habe jetzt eine viel klarere Vorstellung davon, was ich gut kann und in welchen Bereichen ich mich noch verbessern muss. Ich weiß jetzt, dass ich über starke Zeitmanagementfähigkeiten verfüge, da ich eigentlich nie Schwierigkeiten hatte, meine Arbeit bis zu einem bestimmten Termin abzuschließen. Ich würde immer noch gerne mehr über die Verwendung verschiedener Software zur Verbesserung meiner Zeichnungen erfahren, und ich möchte auch noch in den Bereichen Projektmanagement und Problemlösekompetenz verbessern.

Mein Verständnis von Architektur nach dem Praktikum

Mein Aufenthalt in Tansania hat auch meine Sichtweise auf Architektur und deren Einfluss auf die Wahrnehmung eines Ortes oder Landes geprägt.

Architektur beeinflusst, wie Menschen studieren, arbeiten und leben, und ich habe jetzt ein besseres Verständnis für die soziale Verantwortung eines Architekten.

Ich habe es sehr geschätzt, dass ich die Gelegenheit bekommen habe, die in der Uni erlernten Fähigkeiten anzuwenden und in die Praxis umzusetzen. Mein Praktikum hat auch die Entscheidungen bezüglich meiner zu absolvierenden Kurse im Studium beeinflusst: Ich werde im kommenden Jahr mehr Kurse in Design, Survey und Autocad machen.

Zusammenfassend bin ich wirklich dankbar für diese Lernerfahrung. Zu wissen, wie es sich anfühlt, eine fertige Zeichnung an den Kunden zu liefern, ist einfach eine Belohnung und motiviert mich, weiterzumachen!

Vielen Dank,

Patrick (aus Japan)

Möchtest du mehr über Patricks Praktikumsstelle erfahren? Besuche uns auf unserer Webseite für mehr Infos!