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Mein Freiwilligeneinsatz in einer Nachmittagsbetreuung für Kinder im Herzen von Tokio

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Aus dem sonnigen Tokio erreicht uns ein Erfahrungsbericht unserer Teilnehmerin Lea (17). Seit fast zwei Monaten macht Lea nun schon einen Freiwilligeneinsatz in einer Nachmittagsbetreuung für Kinder (einem Gakudo) in Japan.

Morgens um 10 Uhr beginne ich meine Arbeit mit dem Zusammenlegen und Einsortierten der Wäsche, die am Vortag gewaschen wurde. Die Kinder kommen, nachdem die Schule für sie endet, meistens zwischen 13 und 16 Uhr, nach und nach. Wenn sich alle Kinder, es sind zwischen 60 und 100, im Alter zwischen fünf und zehn Jahren, eingefunden haben, beten wir zusammen und nehmen einen Snack zu uns. Dadurch, dass es ein katholisches Gakudo ist, wird auch gebetet. Für die Vorbereitung und das Austeilen der Snacks, meistens sind es Kekse, Eiscreme oder Chips, bin ich zusammen mit meinen Kollegen verantwortlich. Und für den Abwasch. Weil es ja keine Spülmaschine gibt, muss alles per Hand gewaschen werden.

Ein weiterer fester Bestandteil der Nachmittagsbetreuung sind die Hausaufgaben. Den Kindern, die ihre Aufgaben nicht in der Schule machen konnten, helfen wir dabei. Da viele von ihnen zur Zeit Kanji, japanische Schriftzeichen, in der Schule durchnehmen, lerne ich diese gleichzeitig mit. Es ist wie eine Art Tausch. Ich helfe ihnen zum Beispiel mit Englisch und sie helfen mir mit meinem Japanisch. Ich kann ein wenig Japanisch, aber alle Kinder waren so nett sich anzugewöhnen, langsam Japanisch mit mir zu sprechen und sich zu wiederholen, wenn ich etwas nicht verstanden habe.

Unser wichtigstes Anliegen ist es, den Kindern möglichst viel Erlebnis an einem Tag zu organisieren. So veranstalten wir zum Beispiel, nachdem die Hausaufgaben erledigt und der Snack verschlungen wurde, Spiele oder Events. Häufig machen wir Karten- und Brettspiele, oder sogar sportliche Events im Freien, wie Hockey-, Kickball- und Fußballturniere im Park, bei dem im Anschluss dem Gewinnerteam ein kleiner Preis verliehen wird. Es finden auch oft Gesprächsrunden statt, in denen wir versuchen, den Kindern Wissen zu vermitteln. Da variieren die Themen sehr stark. Vor kurzem haben wir zum Beispiel über das alte Ägypten gesprochen und an eine anderen Tag darüber, wie man vermeiden kann, sich zu verletzen. In der Zeit, in der gerade keine spezielle Aktivität stattfindet, Lesen die Kinder Bücher, malen oder spielen. Um etwa 19 Uhr, wenn alle Kinder nach Hause gegangen sind, darf auch ich gehen.

Der Einsatz hier macht mir sehr viel Spaß. Meine Kollegen, sieben Japaner zwischen 25 und 30 Jahren, haben mich direkt am ersten Tag mit ins Team aufgenommen. Sie versuchen mir immer, mein Japanisch ist ja nun leider noch nicht so gut, auf Englisch zu helfen und mich die kompletten neun Stunden beschäftigt zu halten. Und auch die Kinder kamen gleich nach meiner Vorstellung neugierig auf mich zu und haben Fragen gestellt. Das hat mir das Gefühl gegeben, willkommen zu sein.

Ich plane zwar nicht, in der Zukunft Pädagogik oder Erziehung zu studieren, arbeite aber sehr gerne mit Kindern und wollte unbedingt nach Japan – also dachte ich, ich kombiniere das erstmal. Da ich für Work&Travel noch zu jung bin, hat sich das mit dem 6-monatigen Freiwilligeneinsatz super angeboten. In dem Gakudo zu arbeiten, war total interessant. Ich habe dadurch die Chance bekommen, einen sehr tiefen Einblick in die japanische Arbeitswelt und Kultur zu erlangen. Für mich als Ausländer in diesem Land ist es immer schwer zu erkennen, wie Japaner in gewissen Situationen denken. Ob sie nun wütend sind, oder ob sie sich wirklich freuen. Denn sie zeigen nicht jede Emotion auf die Weise, wie man sie vielleicht in Deutschland zeigt. Mein Einsatz hier ist somit auch eine Chance, das besser verstehen zu lernen.

Im Oktober fange ich eine Ausbildung in Deutschland zum Synchronsprecher an. Mein Plan ist es auch, wenn ich dann mit der Ausbildung fertig bin, hier in Japan als Synchronsprecherin zu arbeiten. Dafür lerne ich nebenbei fleißig Japanisch.

Mehr Infos zu diesem Praktikum findest du auf unserer Website:

http://www.world-unite.de/auslandspraktikum-volunteering/japan/kinderbetreuung-unterrichten-tokio.html

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