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Praktika, Freiwilligenarbeit, interkulturelles Lernen in Tansania, Sansibar, Indien, Marokko, Israel, Nicaragua, Bolivien, China, Ghana, Japan u.a.


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Nachwuchs in der Schildkrötenstation in Sansibar

Unsere Teilnehmerinnen Emily und Elisabeth sind derzeit gemeinsam mit anderen Freiwilligen in der Meeresschildkrötenstation in Sansibar tätig und konnten live das Schlüpfen zahlreicher kleiner Schildkrötenbabys erleben. 

Die Meeresschildkrötenstation in Nungwi hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Populationen der Schildkröten rund um das Archipel zu schützen. Zu diesem Zweck werden hin und wieder Nester der umliegenden Insel geborgen, damit die Quote der Überlebenden Tiere erheblich gehoben werde kann. Dieses Mal durften wir dabei sein!

Wir sind nach Tumbatu Island gefahren, um dort nach Nestern zu suchen. Die Insel ist für Touristen nicht zugänglich, weshalb es natürlich eine umso größere Ehre für uns war, dort mit gehen zu dürfen.

Wirklich ein Nest zu finden, ist dann aber doch sehr selten, weshalb wir uns einfach auf einen schönen Ausflug freuten, aber unsere Hoffnungen auf einen Fund recht klein hielten.

Wir haben dann an diesem unglaublich schönen Strand nach den Nestern geschaut und beim dritten Versuch auch ein frisches gefunden. Da das Nest sehr nah an der Wasserkante gebaut war, mussten wir es evakuieren und haben es mit in unsere Station genommen. Die Eier sind recht tief eingegraben, weshalb man vorsichtig seinen Weg zu Ihnen graben muss. Wenn man dann auf der Höhe der Eier ist, wird jedes einzelne in eine Wanne, die mit Sand aufgefüllt war, gelegt. Die sehr weichen kleinen Eier durften dabei nicht gedreht oder beschädigt werden, damit es die Babys nicht beeinträchtigte.

Dabei schlüpften schon einige Frühchen, sodass wir live bei einer Schildkrötengeburt dabei sein konnten. Das zu sehen, war wahnsinnig spannend und wie gesagt extrem selten, dass Volontäre dabei sein konnten. Als wir alle 75 Eier für den Transport vorbereitet hatten, sind wir dann noch die Fischernetze um die Insel abgetaucht, um auch dort (wenn nötig) Tiere zu bergen, zum Glück fanden wir keine auf.

Schon zwei Tage darauf sind fast alle Tiere geschlüpft und nach 24 Stunden im Sand, in denen sich der Bauchpanzer schließen muss, sind die Tiere jetzt im Wasser. Es bedarf noch einiger Übung sich im Wasser zu orientieren, aber soweit sehen alle 75 Babys ganz gut aus.

Unglaublich, an so einem Naturschauspiel Teil haben zu dürfen!

Hier findest du die Infos zu diesem Program! 

 

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Mit Musik Grenzen überschreiten: Annas Freiwilligeneinsatz in der Musikakademie in Sansibar

Unsere Teilnehmerin Anna-Katharina hat für 6 Wochen einen Freiwilligeneinsatz in der Musikakademie in Sansibar absolviert. Warum sie durch ihren Aufenthalt neben musikalischer auch viel Lebenserfahrung gesammelt hat, kannst du hier nachlesen. 

 

Ich habe im August und September 2017 in der Dhow Countries Music Academy in Stown Town einen Freiwilligeneinsatz absolviert und dort eine wunderschöne Zeit verbracht, die ich niemals vergessen werde. Die Angestellten der Akademie und vor allem der Schulleiter sind unglaublich herzliche und liebevolle Menschen, die mich direkt in ihre Familie aufgenommen haben. Auch die Studenten der Akademie waren ausnahmslos freundlich zu mir und gaben mir sofort das Gefühl, zu ihnen zu gehören.

Ich habe in der Music Academy Geige unterrichtet und werde im Oktober 2017 auch mit meinem Geigenstudium beginnen.

Die Art und Weise, wie in Sansibar musiziert wird, sowie der lokale Musikstil unterscheiden sich sehr davon, wie ich in Deutschland zu musizieren gelernt habe. Ich habe daher während meiner Zeit sowohl versucht, über die lokale Musik zu erlernen, als auch meinen Schülern europäische Musik beizubringen. Die Schülerinnen und Schüler waren stets mit großem Ehrgeiz bei der Sache und ich konnte mit Freude die immensen Fortschritte beobachten.

Da mein Aufenthalt zum Teil in die Ferienzeit der Akademie fiel, in der kein regulärer Unterricht stattfindet, beteiligte ich mich in Eigeninitiative auch an anderen Aktivitäten und Aufgaben in der Akademie. Aber auch hier fand sich immer etwas.

Mein absoluter Favorit war der Trommelunterricht, den mir ein einheimischer Student gab. Teilweise habe ich auch Unterricht in Taraabmusik bekommen, dem traditionellen Musikstil auf Sansibar. Damit war ich jedoch heillos überfordert, da es von meinem gewohnten westlichen Notensystem sehr abweicht. Dennoch weiß ich jetzt, wie Taraabmusik funktioniert und wie schwer sie doch auch perfekt zu spielen ist.

Da es leider mit meiner Fluglinie Probleme gab, konnte ich meine eigene Geige nicht nach Sansibar mitbringen und habe mit stattdessen vor oder in der Akademie eine Geige geliehen. Ich würde empfehlen, wenn du ein Musikinstrument mitbringen möchtest, ein älteres Instrument zu wählen, das du dann als Geschenk in der Akademie lassen kannst.

Ich bin unglaublich dankbar darüber, wie viel ich in der Musikakademie sowohl an musikalischer, als auch an Lebenserfahrung gewonnen habe. Allen Musikinteressierten empfehle ich wärmstens einen mehrwöchigen Freiwilligeneinsatz dort!

Viele Grüße,

Anna-Katharina, Deutschland

Interessierst du dich für musikalischen Austausch und möchtest deine musikalischen Kenntnisse gerne teilen und weitergeben, sowie neue Musik-Stile erlernen? Hier findest du die Infos zu Anna-Katharinas Einsatzstelle. 


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Hoteljob im Ryokan – Work & Travel in Japan

Unser Teilnehmer André hat kürzlich seinen Work & Travel Job in einem “Ryokan“, einem traditionellen japanischen Hotel, abgeschlossen. Von seinen Erfahrungen im Land der aufgehenden Sonne berichtet uns André in unserem Blog. 

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Ich bin mittels eines Working Holiday Visums nach Japan gekommen und hatte dadurch die Möglichkeit, über vier Monate lang in einem Ryokan in Nukabira zu arbeiten. Nukabira ist eine sehr kleine Stadt in Kamishihoro, mitten in Hokkaido, etwa 1 Stunde gen Norden mit dem Auto von Obihiro entfernt. Sie liegt idyllisch direkt am gleichnamigen See, umgeben von Bergen. Die Region ist für Wintersport und seine heißen Quellen bekannt, zudem ist sie ein großes Naturschutzgebiet, sodass es nicht selten vorkommt, dass Rehe, Füchse und andere Waldbewohner auf Nahrungssuche ganz dicht an unser Hotel herankamen.

Das Ryokan wird von einer sechsköpfigen Familie geführt und ich habe mich ob der Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft die mir entgegengebracht wurden, sowie der Tatsache, dass regelmäßig junge Leute aus ganz Japan und anderen Ländern hier arbeiten, schnell heimisch gefühlt.

Besonders dankbar war ich dafür, dass ich trotz meines mittelmäßigen Japanisch dennoch bei allen Dingen helfen durfte, vom Zimmerputzen, über das Vorbereiten der Mahlzeiten bis hin zur Arbeit als Kellner und das Begrüßen der Gäste in der Lobby. Daher war die Arbeit für mich sowohl abwechslungs-, als auch lehrreich und ich konnte wirklich sehr viel lernen. Die Besitzer waren sehr geduldig und haben mir häufig auch die Chance gegeben, mich mit den Gästen zu unterhalten, welche häufig überrascht, aber auch interessiert waren. Bei Problemen, die ich allein nicht bewältigen konnte, habe ich zu jeder Zeit Hilfe erhalten.

Im Gedächtnis sind mir zudem die Ausflüge in das Umland geblieben. Da im Restaurant stets sowohl regionale als auch saisonale Gerichte gereicht werden, sind wir an schönen, weniger besuchten Tagen hinausgefahren, um selbst die Zutaten fur einige der Gerichte zu sammeln.

Nicht vergessen zu erwähnen möchte ich das Herzstück des Ryokans, die drei Onsen. Der erste ist für beide Geschlechter und unter freiem Himmel, die anderen beiden innen, für Manner und Frauen getrennt und individuell gestaltet. Die Zuordnung wird jedoch täglich gewechselt, sodass jeder Gast, genauso wie die Angestellten, in den Genuss aller Quellen kommen konnten.

Zuletzt möchte ich noch erwähnen, dass jeder Angestellte ein eigenes Zimmer im Angestelltentrakt, sowie drei Mahlzeiten erhält. Für kleinere Einkäufe gibt es einen kleinen Laden und eine Postfiliale mit Geldautomat. Viermal pro Tag fährt ein Bus von Nukabira via Kamishihoro-shi bis nach Obihiro und zurück.

Ich habe eine sehr schöne Zeit in Nukabira gehabt, viele Erinnerungen gesammelt und Freunde gefunden und bin sehr glücklich und dankbar diese Chance erhalten zu haben!

Viele Grüße,

André, Deutschland

Neugierig? Hier findest du die Infos zu den Ryokan-Jobs in Japan.

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Wildtierschutz in Kenia: Léa & Nadeges Freiwilligeneinsatz im Nationalpark

Unser heutiger Bericht erreicht uns von unseren Teilnehmerinnen Léa und Nadege aus Frankreich, die gemeinsam einen Freiwilligeneinsatz im Lumo Wildtierschutzgebiet in Kenia durchgeführt haben.

Wir haben unsere Zeit im Lumo Sanctuary in Kenia wirklich genossen. Unser Aufenthalt war einfach perfekt: Wir haben viele interessante Lernerfahrungen gesammelt und tolle Menschen kennen gelernt.

Die Mitarbeiter im Wildtierschutzgebiet waren sehr freundlich zu uns. Wir haben uns immer sehr gerne mit den Rangern über ihre Lebensweise und ihre Kultur ausgetauscht, oder über die kulturellen Unterschiede zwischen unserem Land und Kenia.

Gewohnt haben wir in einer Unterbringung für Volunteers, zu zweit in einem Raum mit zwei Betten. Es gab auch noch weitere Freiwillige im Projekt. während unseres Aufenthalts waren auch weitere afrikanische Studierende im Lumo Wildtierschutzgebiet, die dort ein Praktikum durchführten. Wir fanden das besonders toll, da wir von ihnen viel lernen konnten.

Im Projekt gibt es einen Koch, der jeden Tag das Essen für uns zubereitete. Wir haben gerne dabei zugesehen und auch von ihm gelernt, wie traditionelle kenianische Speisen zubereitet werden.

Es gab eine europäische Dusche mit fließendem Wasser – zwar gab es kein Warmwasser, was wir aber nicht wirklich als störend empfunden haben. Wenn es kälter wurde, wärmte unser Koch einfach das Wasser zum Duschen für uns auf!

Wir sind immer noch in Kontakt mit einigen der Ranger und den afrikanischen Studenten. Wir möchte uns auch noch mal herzlich bei allen Mitarbeitern von World Unite! bedanken, die uns die Teilnahme an diesem Projekt ermöglicht haben und die uns vor Ort während unseres Aufenthaltes unterstützt haben, vor allem Miriam (die lokale Koordinatorin in Tansania, die uns während unserer Orientierung und Einführung in Moshi betreut hat).

Am Anfang fühlten wir uns etwas unsicher, ob wir als zwei allein reisende Frauen auch wirklich das richtige Projekt gewählt hatten. Miriam vermittelte uns viel Sicherheit und half uns, alle offenen Fragen zu klären. Wir sind darüber so froh, weil wir wirklich eine gute Erfahrung gemacht haben und wir möchten gerne wieder mal einen solchen Aufenthalt durchführen. Wir würden auf alle Fälle wieder mit World Unite! den Aufenthalt organisieren. Vielen Dank nochmals für die großartige Erfahrung, die wir bestimmt nicht vergessen werden.

Viele Grüße,

Léa

Hat Léas Bericht deine Abenteuerlust geweckt? Mehr Infos zu diesem Program findest du hier.

 

 


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Jils Pflegepraktikum in Bolivien

Unsere Teilnehmerin Jil aus Deutschland hat diesen Sommer ein Pflegepraktikum in La Paz, Bolivien absolviert und ist von ihrer Erfahrung begeistert! Hier könnt ihr Jils Erfahrungsbericht nachlesen: 

Der Monat in La Paz neigt sich nun dem Ende zu und es ist unfassbar, wie viele verschiedene Eindrücke ich sammeln durfte. In der Gastfamilie habe ich mich sofort super wohl gefühlt und wir haben viele Ausflüge zusammen in La Paz und der Umgebung unternommen.

Auch die Zeit im Krankenhaus war eine unvergessliche Erfahrung. Ich war direkt willkommen im Team und trotz brüchigem Spanisch blieb keine Frage unbeantwortet.

Dennoch war es schön, die Wochenenden für kleine Ausflüge wie nach Coroico oder zum Titicacasee frei zu haben, Bolivien hat auf jeden Fall mehr zu bieten als in einem Monat möglich ist zu sehen.

Danke an Alle die diese Reise ermöglicht und gestaltet haben, die Zeit hier war wirklich wunderschön!

Liebe Grüße,

Jil, Deutschland

Du interessiert dich für einen medizinischen Freiwilligeneinsatz, ein PJ, eine Famulatur oder ein Pflegepraktikum im Ausland? Auf www.world-unite.de findest du viele Infos zu unseren Programmen! 


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Wie kann ich mich während meines Auslandsaufenthaltes in die lokale Community einbringen? 

Als Freiwillige_r oder Praktikant_in in deinem Gastland kannst du dich mit etwas Kreativität und Eigeninitiative auf vielfältige Weise in die lokale Community deines Gastlandes einbringen, auch über die eigentlichen Tätigkeiten in deiner Einsatzstelle hinaus! Hier ein paar Beispiele aus dem Erfahrungsschatz unserer Teilnehmer: 

Aus unserer Sicht ist der Kontakt zu den Mensch in deinem Gastland mit eine der bereicherndsten Erfahrungen eines Auslandsaufenthaltes: Durch sie lernst du die lokale Sichtweise auf Arbeits- Kommunikations- und Denkweisen in deinem Gastland kennen und erfährst aus erster Hand, was die Menschen in deinem Umwelt bewegt, was sie interessiert, wie sie fühlen, denken und handeln.

Hier ein paar Beispiele aus dem Erfahrungsschatz unserer Teilnehmer: 

Kinder sind häufig ein Türöffner zu neue Kulturen: Die Teilnehmerinnen in unserem Meeresschildkröten- und Umweltschutzprojekt in Sansibar haben über einen Spiele- und Sportnachmittag am Strand mit den Kindern in Nungwi Kontakt zu ihrer lokalen Community aufgenommen.

Das Konzept ist einfach: Freiwillige und Kinder malen Motive in den Sand und erraten sie gegenseitig auf Kiswahili und Englisch. Für Action zum Abschluss gibt es gemeinsame Sportübungen.

Wir finden: Eine geniale Idee für beide Seiten, eine neue Sprache zu lernen und ein toller Weg, dich über deinen Freiwilligeneinsatz hinaus im Gastland zu betätigen!

 

Eine geniale Idee hatte auch unser Teilnehmer Walter in Tansania, der als Freiwilliger bei den den Village Community Banks am Kilimanjaro tätig war: 

Mit seinem Hintergrundwissen in grafischer Gestaltung und im Finanzbereich unterstützte Walter während seiner Zeit in Tansania nicht nur sein eigenes Freiwilligenprojekt, sondern hat auch Logos für weitere NGOs entworfen oder ihnen mit der Umsetzung ihrer Business-Pläne geholfen.

Lest selbst:

My time in Tanzania was both unforgettable and enjoyable – it was a blast! Although, I was only planning to work with KIVINET/VICOBA, I ended up working with about 6 NGOs; ranging from environmental related to educational. Ultimately, I worked on everything from business plan development to creating logos. Also, was able to secure some funds from US to buy school supplies for children and replace rusted/leaky roofs on the outskirts of Moshi. Sometimes I only slept like 2 hours in three days, but almost never felt tired due to the great atmosphere, African sun and the great people I met. I am still planning to do some work remotely and continue to stay in touch.

Für so viel Engagement und Eigeninitiative möchten wir uns herzlichst bei Walter bedanken!

Welche Ideen habt ihr, um euch während eines Auslandsaufenthalts bestmöglich in eurer lokalen Community mit einzubringen? Wir sind gespannt auf eure Kommentare und Anregungen? 


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… „Und es kommt immer alles anders“ – Julianes Freiwilligeneinsatz als Lehrerin in Sansibar 

Juliane aus der Schweiz hat einen Freiwilligeneinsatz als Lehrerin im Dorf Muungoni in Sansibar gemacht und uns ausführlich davon berichtet! Warum es wichtig ist, während eines Auslandsaufenthaltes flexibel und anpassungsfähig zu sein, erzählt sie in unserem Blog. 

Anreise und erste Woche 

Meine große Reise nach Tansania und Sansibar dauerte insgesamt 5 Wochen: Während der ersten Woche reiste ich selbständig auf dem Festland Tansanias, danach lebte ich 4 Wochen lang als Volunteer auf Sansibar und unterrichtete im Dorf Muungoni im Süden von Sansibar.

Tansania ist wahrhaftig atemberaubend: Traumhafte Landschaften, eine bunte und vielseitige Kultur, saftig grün wuchernde Landschaften und leuchtend tiefroter Lehmboden. Eine 2-tägige Safari führte mich zum Ngorongoro-Krater und  and den Lake Manyara. Die atemberaubende Tierwelt, die man in diesen Nationalparks zu Gesicht bekommt, erstreckt sich tatsächlich über sämtliche Tiere, die man sich im wilden Afrika nur vorstellen kann: Elefanten, Affen, Zebras, Giraffen, Nilpferde und Nashörner. Sogar einen Löwen bekam ich von weitem zu Gesicht.

Eine Safari in Tansania kann ich wärmstens empfehlen!

Eine Safari in Tansania kann ich wärmstens empfehlen!

Als besonders empfand ich das Volk der Maasai: Viele von ihnen haben eine noch sehr einfache und traditionelle Lebensweise. Andererseits integrieren sie auch moderne Einflüsse und man begegnet Maasai mit einem Smartphone in der Hand, oder Maasai die auf modernen Fahrrädern die Strasse entlang fahren, was ein ziemlich witziges Bild abgibt.

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Im Nationalpark Ngorongoro ließ ich mich von Maasai-Kindern für ein kleines Taschengeld zu einem Foto überreden. 

Insgesamt empfehle ich es euch wärmstens, Tansania zu bereisen! Tansania ist ein unglaublich schönes und ausgesprochen sympathisches Land, mit einer atemberaubenden Natur und Tierwelt, einer faszinierenden Kultur und offenen und freundlichen Menschen.

Übrigens gibt es an vielen Orten Tansanias  Freiwillige und meinem Eindruck eignet sich das Land für einen Freiwilligeneinsatz ideal: Die Umgebung bietet einen unglaublichen Reichtum an Möglichkeiten für Reisen und Unternehmungen (Kilimanjaro, Safaris, Maasai, Katzensprung an die Grenzen von Kenya, Ruanda, Uganda).

Ankunft in Muungoni (Zanzibar)

Kleine Vorwarnung: Nun werde ich, liebe Leser, über Sansibar tatsächlich noch mehr schwärmen als über Tansania, und dabei muss ich absolut ernst genommen werden, denn es war wirklich so toll.

Meine Reise von Arusha nach Daressalam und von dort nach Zanzibar machte ich mit Bus und Fähre. In Arusha nahm ich den Bus nach Daressalam. Die Busfahrt dauert ca. 12-14 Stunden, je nach Stau in und um Dar-es-salam und kostet umgerechnet ca. 15 USD. Früh morgens um 06:00 fuhr ich in Arusha ab und kam abends gegen 19:00 in DAR an. In Daressalam übernachtete ich in einem Hotel nahe des Fährhafens, um am nächsten Morgen noch das letzte Stück in Angriff zu nehmen: Die Überfahrt mit der Fähre von Dar-es-Salaam nach Zanzibar Town.

Die lange Reise hat sich für mich persönlich absolut gelohnt, denn die Busfahrt ist ein echtes Erlebnis! Die Landschaft, die man zu Gesicht kriegt, war eine große Bereicherung und den Aufwand absolut wert. Allen, die jedoch eine komfortable (aber dafür weniger erlebnisreiche) Reise bevorzugen, empfehle ich, von Arusha nach Zanzibar zu fliegen.

Nachdem mich Abdi (World Unite! – Koordinator) am Hafen in Stone Town abgeholt hat, wurde ich nach Muungoni gebracht. Empfangen und eingeführt wurde ich freundlich und sehr umfänglich von Mohammed (Projektkoordinator in Muungoni).

Auf Anhieb gefiel mir das Dorf im Tropenwald und das warm-feuchte Dschungelklima und ich fühle mich hier sofort wohl.

Meine Unterkunft 

Meine Unterkunft ist ein recht hübsches, und ziemlich geräumiges Betonhäuschen mit Strohdach, bestehend aus 3 Zimmer: Einem Schlafzimmer, einem funktionalen Badezimmer und einem Wohnzimmer mit Tischen und Stühlen. Natürlich ist der Standard eher einfach, aber grundsätzlich gibt hier alles, was man braucht. Verglichen mit den meisten Häusern der Dorfbewohnern ist dieses Häuschen eine ziemlich komfortable Unterkunft.

Das Badezimmer besitzt eine westliche Toilette, ein Waschbecken, eine Dusche. Das Haus hat sogar fließend Wasser, wobei es durchaus immer wieder vorkommt, dass einige Tage kein Wasser fließt (in dem Falle wird einem aber von Mohammed Wasser in Eimern gebracht).

Da der Wasserdruck meist zu schwach ist, schöpfe ich zum Duschen Wasser aus dem Eimer, was mir erstaunlich leicht fällt. Ich finde diese Art von Duschen angenehm, effizient und erfrischend.

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Meine Unterbringung in Muungoni

Meine ersten Tage in Muungoni – Eid-al-Fitr & Ramadan

Die erste Woche in Muungoni kann ich leider noch nicht unterrichten, da die ganze Schulwoche ausfällt aufgrund Eid-al-Fitr (Fest zum Fastenbrechen am Ende des Ramadans). Dafür aber habe ich die tolle Gelegenheit, beim Eid-Fest dabei sein zu dürfen!

Am ersten Tag des 4-tägigen Fests wird am Nachmittag auf dem Schulgelände eine Feier veranstaltet: Sogar die dorfeigene Akrobaten-Gruppe hat dort einen Auftritt!

Bezaubernd finde ich besonders die Bekleidung der Menschen an Eid: Sämtliche Menschen tragen atemberaubend schöne Kleidung, insbesondere die Kinder: Prächtige Farben, weiße Schleier, und: alle Kinder (auch neugeborene Babys) sind stark geschminkt (was im ersten Moment etwas beirrend aussieht, aber doch irgendwie ganz hübsch).

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Bezaubernd finde ich besonders die Bekleidung der Menschen an Eid… 

Das Eid-Fest dauert insgesamt 4 Tage. Die darauffolgenden Tage findet das Fest jedoch ausschließlich am Abend statt; etwas außerhalb des Dorfes auf dem Feld wurden Festzelte aufgestellt, in welche sich nun fast sämtliche Dorfbewohner – sprich sehr viele Menschen – fröhlich übermütig hinein quetschen. Die Haupt-Acts des Festes bestehen aus musikalischen Auftritten und Theateraufführungen bzw. landestypischer Komödie.

Die traditionellen Komödien, die an solchen Festen aufgeführt werden, hatten meist absurde Themen zum Gegenstand wie Tod, Betrug, oder Vergewaltigung, die bizarrerweise auf humorvolle Art dargestellt werden, zum großen Amüsement des Publikums. Ich persönlich interpretiere es einerseits als eine Art schwarzen Humor, der möglicherweise andererseits zum Nachdenken anregen soll, bzw. wichtige Themen sensibilisieren soll. Auf jeden Fall ein extrem interessantes, vielschichtiges Erlebnis.

Strandtage & Schnorcheltrip 

Auch verbringe ich während meiner ersten Woche 2 Strand-Urlaubstage in Jambiani, inklusive Schnorcheltrip. Auch mein lieber Freund Ali aus dem Dorf kommt mit aufs Boot – obschon er nicht schwimmen kann, hat er ebenfalls Spaß am Ausflug. Ein wunderschöner Tag, den ich nicht vergessen werde!

Ich denke, in einer Situation als alleinige Person an einem neuen Ort ist es ein enorm starkes Bedürfnis, eine Vertrauensperson zu haben. Ich bin sehr glücklich, sagen zu können, ich habe von Anfang an diese Vertrauensperson gefunden. Ich verdanke vor allem Ali, dass ich aus jeder Krise rasch herausgefunden habe, dass ich mich immer wohl und unterstützt gefühlt habe, und dass ich meine Vorhaben im Alltag immer erfolgreich umsetzen konnte.

 

Die Kinder aus dem Dorf 

Absolut herzerwärmend sind die Kinder im Dorf. Ich kann nicht in Worte fassen, welches Gefühl es tagtäglich bei mir auslöst, wenn ich auf dem Schulgelände ankomme und die 100 Kinder in einer riesigen Schar auf mich zustürzen und begeistert “Hello, hello, hello, hello, how are you, how are you“ rufen.

Die Mädchen auf Sansibar tragen bereits vom Kleinkindalter an Schleier. Dies mag befremdlich klingen (auch mir ging es in der Schweiz noch so), jedoch sehen die Schleier in der Tat absolut hübsch aus und außerdem sind die Stoffe dünn und luftig, man muss sich also keine Sorgen machen, die Kinder hätten es zu heiß darunter.

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Die Kinder aus dem Dorf! 

Schulausflug nach Stone Town 

Am Mittwoch in meiner ersten Woche machen wir einen Schulausflug mit den rund 100 Kindern der Nursery School (Kindergarten) nach Stone Town. Die Transportumstände sind für mich etwas schreckend, da der Bus aus meiner Sicht kaum Platz für die Hälfte der Kinder bietet. Jedoch bin ich absolut erstaunt und berührt darüber, wie unkompliziert, anpassungsfähig und tolerant die Kinder hier sind. Pro Sitz 2-3 Kinder, ist die Kinderschar im Bus zusammengepfercht, «Kreuz-gebiegelt», und doch weint kein einziges, zu keinem Zeitpunkt beklagt sich je ein Kind, auch zusammengepfercht schlafen die Kinder, selbst im Stehen. Alles kein Problem für die Kids.

Es sind Welten zu den Bedürfnissen der Kinder aus meinem Land, und dies ist eine meiner Schlüsselerkenntnisse: Bedürfnisse sind alles andere als natürlich, jedes Bedürfnis ist erzogen und angewöhnt, selbst das Bedürfnis nach Essen und Sicherheit. 

Möbel für den Kindergarten 

Ein ganz besonderer Moment für uns alle – und wohl ein bedeutender Moment in der Geschichte des Kindergartens Muungoni – ist, als die von Heike (World Unite! Freiwillige) gesponserten Möbel nun endlich in die Klassenzimmer eingerichtet werden.

 

Entzückend: Die Kinder setzen sich selbstverständlich an die Tische und benehmen sich, als ob es für sie das Normalste der Welt wäre.

Das Unterrichten 

Da meine Hauptaufgabe hier in Muungoni das Unterrichten ist, möchte ich diesem Thema einige Worte widmen.

Obwohl mir am Sonntagabend vor meinem ersten Schultag von Mohammed versichert wird, ich würde morgen noch nicht unterrichten, sondern nur zuschauen und helfen, sieht die Wahrheit am Montag in Tatsache so aus: Sämtliche 100 Kinder, die eigentlich in 3 Klassen untergebracht werden, werden in eine Klasse gesteckt, schön geordnet, dann sagt die Lehrerin zu mir: „Karibu! You teach, welcome.“ Auf meine Erklärung hin, das wäre so nicht abgemacht gewesen und ich sei überhaupt nicht vorbereitet, geht die Lehrerin nicht ein und gibt mir zu verstehen, ich müsse nun unterrichten.

Und so improvisiere ich während 2 Stunden den Unterricht für 100 auf dem Boden sitzende 4-6 jährige Kinderlein. Und: Alle lachen und haben vor allem Spaß!

So sieht der Alltag hier aus: „… und es kommt immer alles anders“: Geplant wird hier (aus „westlicher“ Sicht) kaum, und wenn, dann ändert sich der Plan im Laufe des Tages häufig vollumfänglich, und insofern stellt sich nach einigen Tagen heraus, dass sich nicht so weit im Voraus zu planen manchmal mehr lohnt!

Doch die Menschen sind glücklich, und auch ich bin glücklich, und ich muss zugeben, es hat sehr wohl seine schöne Seite, spontan sein zu dürfen und sich keine Sorge drum machen zu müssen, wenn etwas mal nicht klappt oder völlig anders raus kommt.

Unterrichtsmethode 

Die Kinder hier der Nursery School lernen fast ausschließlich über wortwörtliches Nachsprechen im Chor. Zur Zeit bin ich dabei, diese Struktur etwas aufzuweichen, indem ich ihnen beibringe, die Frage „What is that?“ stelle, indem ich auf etwas zeige, wofür sie das Wort auf Englisch kennen (z.B. Farben) und die Kinder die Antwort sagen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass ich hier völlig anderen Unterricht mache als jener, den ich in der Schweiz betreibe. Ich genieße jedoch meine Zeit mit der freudigen, dankbaren Kinderschar und habe sehr viel Spaß am Unterrichten.

Arztbesuch im Dorf 

Ich habe aus Eigeninitiative einige kleine Projekte nebst dem Unterrichten gestartet, beispielsweise das Sortieren und Verteilen von gespendetem Material und außerdem habe ich zur Zeit ein Auge auf kranke Kinder.

Nachdem mir auf dem Schultrip ein Junge mit Besorgnis erregendem Hautausschlag aufgefallen ist, habe ich beschlossen, einen Arztbesuch im Dorf zu organisieren.

Die Mehrheit der Menschen in Muungoni lebt weitgehend ohne viel Geld (Selbstversorgung durch Bauern), und dadurch können sich viele Menschen einen Besuch beim Arzt nur schwer leisten, bzw. tun das wohl nur in dringendsten Fällen. So fallen mir immer wieder Kinder auf, die eine Krankheit oder ein Leiden haben – insbesondere ansteckende Hautkrankheiten sind hier unter den Kindern geläufig.

Gemeinsam mit Ali sind wir nach Stone Town ins Krankenhaus gefahren und haben uns an einen Hautarzt gewendet. Ich habe ihn gebeten, ob er einmal an einem Tag in unser Dorf kommen kann, und sich praktisch «unbegrenzt» alle Kinder der Nursery School, die ein Leiden haben, anschauen und behandeln kann. Der freundliche Arzt konnte mir bereits 2 Tage später einen Besuch einrichten und verlangte dafür einen Pauschalpreis von 200 USD, was ich absolut in Ordnung finde, in Anbetracht davon, dass er 70 Kinder behandelt hat.

 

 

Swahili 

Ich bin ständig dabei, meine dürftigen Swahili-Kenntnisse zu verbessern. Dazu kann ich sagen, dass es hier in Muungoni fast ein Muss ist, einige Swahili-Vokabeln zu besitzen; je mehr, desto besser, denn die meisten Menschen in Muungoni sprechen kein Englisch. Auch haben die Menschen immer eine Riesenfreude, wenn man einige Swahili-Sätze sprechen kann.

Freizeit und Freunde 

Die Menschen in Muungoni sind absolut herzlich, interessiert, freundlich, neugierig, kommunikativ, und wahnsinnig gastfreundlich. Wenn ich durchs Dorf laufe, höre ich alle paar Sekunden von den Kindern meinen Namen rufen, es ist schon fast eine Plage 🙂 und unzählige Male werde ich auf der Straße gegrüßt.

Besonders berührend finde ich, wie viel Vertrauen die Menschen hier in mich haben. Manchmal habe ich den Eindruck, sie glauben, ich würde alles wissen und alles richtig machen, sie legen einen extrem großen Wert auf meine Meinung. Ebenso versuche ich stets, auch ihren Standpunkt zu erfragen und wahrzunehmen.

Man muss dabei unbedingt bedenken, was dieses bedingungslose Vertrauen in uns für eine Bedeutung bekommt mit dem Hintergrund des postkolonialen Verhältnis zwischen Schwarzen und Weißen. Dieses Thema hat im Alltag maßgebliche Auswirkungen, darauf werde ich im nächsten Beitrag zu sprechen kommen.

Hier unten auf dem Foto seht ihr meinen Freund Ali, seine süße Tochter, und mich:

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Ali, seine Tochter und ich!