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Praktika, Freiwilligenarbeit, interkulturelles Lernen in Tansania, Sansibar, Indien, Marokko, Israel, Nicaragua, Bolivien, China, Ghana, Japan u.a.


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Freiwilligeneinsatz im Wildtierschutzprojekt in Kenia

Hast du Lust, dich als Freiwillige/r in einem Natur- und Wildtierschutzprojekt zu engagieren? Annette aus Deutschland erzählt dir hier von ihrer Zeit als Freiwillige im Nationalpark in Kenia. 

Meine Zeit im Lumo Sanctuary war toll! Die Arbeit war gut und mich haben die Natur und die Tierwelt um mich herum sehr beeindruckt! Wenn ich Fragen hatte, wurden diese von den Rangern stets beantwortet. Sie haben ein sehr eindrucksvolles Wissen über den Park und die Tiere, die darin leben.

Alle sind sehr nett und fragen immer, wenn man als Abwechslung zur Arbeit mal einen Ausflug machen möchte, das ist super!

Ich würde diesen Freiwilligeneinsatz jedem weiterempfehlen, der wirklich die Natur Afrikas erleben will und sich nebenbei auch gerne sozial engagieren möchte. Ich habe z.B. auch eine lokale Schule besucht, eine schöne Erfahrung! Natürlich muss man sich im Klaren sein, dass die Lebensstandards in einem Wildtierschutzgebiet nicht mit denen in Deutschland vergleichbar sind – eine interessante Lernerfahrung.

Ein großes Lob, dass es einen Koch für die Freiwilligen gibt. Ich vermisse seine Köstlichkeiten schon jetzt!

Viele Grüße,

Annette

Hier erfährst du mehr über Annettes Freiwilligenprojekt!

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Spenden sammeln für dein Freiwilligenprojekt – So funktioniert’s!

Möchtest du dich über deinen Freiwilligeneinsatz hinaus für die Menschen in deinem Gastland engagieren? Du möchtest gerne für ein gemeinnütziges Projekt spenden, weißt aber nicht genau wie? Hier kannst du mehr darüber lesen, wie das funktioniert! 

In Entwicklungs- und Schwellenländern kommst du als Freiwillige/r über deine Einsatzstelle oder im Alltag häufig mit Menschen in Kontakt, die ein wesentlich bescheideneres Leben führen, als du dies vermutlich von zu Hause kennst. Viele dieser Menschen leben an der Armutsgrenze oder sogar darunter und es fehlt ihnen an grundlegenden finanziellen Mitteln, um ihren Lebensalltag zu bestreiten und z.B. für Kleidung, Essen oder gesundheitliche Versorgung aufzukommen.

Bei vielen Freiwilligen entsteht dadurch der Wunsch, sich über ihren Einsatz hinaus für ein Projekt einzusetzen. Wie das funktioniert, erklären wir dir hier:

Ich habe zu Hause Kinderkleidung/Spielzeug/Bücher. Kann ich diese in mein Gastland mitbringen und spenden?

Selbstverständlich! Selbst wenn du in einem Projekt tätig bist, das diese Gegenstände nicht selbst benötigt, können unsere Koordinatoren dir sagen, wer von deiner Spende profitieren könnte und diese persönlich mit dir dort abliefern, wo sie am nötigsten gebraucht wird.

Bitte achte darauf, dass die Gegenstände sauber und noch gut in Schuss sind. Bitte spende keine löchrige oder schmutzige Kleidung oder kaputtes Kinderspielzeug. Bei Büchern achte darauf, ob diese auch in der Landessprache oder zumindest in Englisch geschrieben sind. Ein deutschsprachiges Kinderbuch ergibt in Tansania oder Bolivien nur wenig Sinn.

Unser Tipp: Sachspenden (d.h. Dinge wie Kleidung, Bücher, Spielzeug usw. von zu Hause in dein Gastland mitzubringen) lohnen sich eigentlich nur, wenn du viel Platz in deinem Koffer oder zusätzliches Freigepäck hast. Es ist in der Regel nicht empfehlenswert, Sachspenden zu versenden oder zu verschiffen, da die Kosten dafür den Wert der Gegenstände oft bei Weitem überschreiten. Darüber hinaus funktioniert die Paketzustellung im Ausland nicht immer zuverlässig und es nicht garantiert, dass deine Spenden überhaupt gleichzeitig mit dir im Land ankommen, sodass du sie während deines Einsatzes auch verteilen kannst.

Ich möchte vor meiner Anreise Spendengelder für mein Freiwilligenprojekt sammeln. Was passiert dann mit den Geldern vor Ort?

Eine nachhaltige Möglichkeit, etwas für dein Freiwilligenprojekt zu tun, ist es, in deinem Freundes- oder Familienkreis Geldspenden zu sammeln. Vor Ort können du und dein Projekt selbst entscheiden, wie die Gelder eingesetzt werden und die benötigten Dinge gemeinsam vor Ort kaufen. Gemeinnützige Einrichtungen haben oft sehr unterschiedliche Bedürfnisse, die sich auch immer wieder ändern: Einrichtungen für Kinder brauchen manchmal Schulmaterialien; manchmal neue Tische und Bänke, oder manchmal einfach Geld, um das Mittagsporridge zu finanzieren. Tierschutzprojekte haben manchmal Bedarf an Material für die Instandhaltung der Gehege; manchmal brauchen sie aber viel dringender Futter oder Medikamente für die Tiere.

Unser Tipp: Indem du gemeinsam mit deinem Projekt vor Ort entscheidest, wie genau die Gelder verwendet werden, kannst du sicherstellen, dass du einen sinnvollen und nachhaltigen Beitrag für deine Einsatzstelle geleistet hast und dass damit Dinge gekauft werden, die das Projekt auch wirklich braucht! Dadurch, dass du deine Spendengelder direkt vor Ort im Gastland investierst, unterstützt du über deine Spende hinaus auch einheimische Läden und Geschäfte.

Meine Reise ins Ausland allein kostet schon viel Geld und ich habe nicht die finanziellen Mittel dafür, um noch zusätzlich noch Geld zu spenden. Was nun?

Indem du als Freiwillige/r deine Zeit und deinen Arbeitswillen in den Dienst einer guten Sache stellst, leistet du bereits einen wichtigen Beitrag: Du unterstützt dabei ein gemeinnütziges Projekt mit deiner Arbeitskraft, das in der Regel aufgrund mangelnder finanzieller Ressourcen nicht genügend Personal beschäftigen kann, um das Projekt dauerhaft am Laufen zu halten.

Dein World Unite!-Servicepaket enthält außerdem bereits eine Spende an dein Projekt! Durch deine Teilnahme leitest du also bereits einen finanziellen Beitrag für deine Einsatzstelle.

Ich habe nicht viel Platz im Gepäck und möchte trotzdem etwas spenden. Was kann ich tun?

Spende einen Labdoo-Laptop! Labdoo ist ein gemeinnütziges Hilfsprojekt, das alte Laptops wieder funktionstüchtig macht. Wenn du ins Ausland reist, kannst du dir kostenfrei einen Labdoo-Laptop zusenden lassen und diesen an ein gemeinnütziges Projekt in deinem Gastland spenden. Für dich kommen dabei keine Kosten auf und du brauchst dafür auch nicht viel Platz in deinem Gepäck.

Ich habe eine größere Summe an Spendengeldern gesammelt und möchte das Geld sinnvoll auf verschiedene Projekte verteilen. Wie mache ich das?

Unsere Koordinatoren vor Ort im Gastland stehen in täglichem Austausch mit vielen Projekten, Familien und sozialen Einrichtungen vor Ort in unseren Gastländern. Sie können dir Tipps und Hinweise geben, wo deine Spenden am meisten benötigt werden! Du kannst so sichergehen, dass deine Spenden sinnvoll verteilt werden und dass sie auch mehreren Menschen zugutekommen.

Ehemalige Teilnehmer/innen unserer Programme haben auf diese Weise bereits zahlreiche Individuen und Einrichtungen unterstützt, z.B. wurden…

• … Familien in finanziellen Nöten mit Essenspaketen unterstützt.
• … Behandlungs-, Operations-, oder Medikamentenkosten für kranke Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen übernommen.
• … Kinderschuhe, Schuluniformen und Kleiderspenden für sozial benachteiligte Familien finanziert.
• … Wassertanks und -pumpen finanziert, um Schulen/Kindergärten mit fließendem Wasser auszustatten.
• … Ausstattung für Kindereinrichtungen gekauft, z.B. Betten, Kühlschrank, Tische, Stühle, Schulbänke, Waschmaschine, Fliesen für sanitäre Anlagen wie Toilette oder Badezimmer.
• uvm.

Du möchtest auch Spenden für dein Freiwilligenprojekt im Ausland sammeln? Unser Team berät dich gerne dazu! Kontaktiere uns unter info@world-unite.de oder besuche uns auf unserer Website.

 


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Warum ist Interkulturelle Komptenez wichtig?

Kulturelle Unterschiede finden vermehrt Einzug in den Alltag vieler Menschen. Durch Globalisierung und die zunehmende Mobilität der Menschen weltweit werden Begegnungen zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturen immer häufiger. Viele fühlen sich jedoch nicht gut genug auf den Umgang mit kulturellen Unterschieden und Sichtweisen vorbereitet, zum Beispiel wenn wir für einen Freiwilligeneinsatz oder ein Praktikum ins Ausland reisen. In diesem Blog-Post erfährst du nützliche Hinweise im Umgang mit kulturellen Unterschieden.

 

“Genuine tragedies in the world are not conflicts between right and wrong; they are conflicts between two rights.” – Georg Friedrich Wilhelm Hegel

Was bedeutet eigentlich Kultur?

Die Art, wie wir denken, fühlen und handeln, wird wesentlich durch die Kultur bestimmt, zu der wir gehören. Kultur ist jedoch nicht auf sichtbare kulturelle Ausdrücke wie Begrüßungen, Essetiketten, Kleidung, Feste, Musik, Sprache, Kunst, Literatur usw. beschränkt.

Über diese Aspekte hinaus kann Kultur eher als ein Orientierungssystem verstanden werden, das Werte, Ideen, Lebensweisen und Bedeutungen enthält, die sowohl die Gesellschaft als auch die darin lebenden Menschen beeinflussen.

Zu diesen kulturellen „Kernwerten“ zählen z.B.:

  • Kommunikationsstile und -regeln (z.B. Gesprächsmuster, der Umgang mit und das Zeigen von Emotionen, persönlicher Raum),
  • Vorstellungen von Höflichkeit/Freundschaft/Bescheidenheit/Sauberkeit/Schönheit;
  • Konzepte von Zeit/Vergangenheit und Zukunft/Fairness und Gerechtigkeit/Rollen in Bezug auf Alter, Klasse, Familie usw.;
  • Einstellungen (z.B. gegenüber Älteren, Jugendlichen, Angehörigen, Arbeit, Autoritäten, Tieren usw.);
  • Konzepte von Religion / Ehe / Kindererziehung / Problemlösung / Entscheidungsfindung usw.

Alle diese Konzepte, Werte, Lebensweisen und Bedeutungen werden stark von der Kultur beeinflusst, in der wir aufgewachsen sind, den Werten, die unsere Eltern uns vermitteln, den sozialen Kreisen, in denen wir uns bewegen, von was wir in der Schule lernen oder sogar den Medien, die wir konsumieren

Warum ist kulturelles Verständnis wichtig?

Diese kulturellen Kernwerte oder Konzepte unterscheiden sich also von Kultur zu Kultur und beeinflussen uns (unbewusst), wenn wir mit Menschen aus anderen Kulturen interagieren. Kultur ist dabei nicht mit einem bestimmten Land oder einer bestimmten Nationalität gleichzusetzen. Es kann auch kulturelle Unterschiede innerhalb eines Landes oder einer Nation geben.

Als Freiwillige_r oder Praktikant_in im Ausland wirst du sehr tief in die lokale Kultur deines Gastlandes eintauchen: Du wirst von einer Sprache umgeben sein, die höchstwahrscheinlich nicht deine eigene ist; du wirst verschiedene Arbeits- und Kommunikationsstile, Ressourcen und Arbeitsmethoden kennenlernen.

Diese Unterschiede selbst zu erleben, kann gerade am Anfang manchmal geradezu überwältigend sein: Möglicherweise hast du Schwierigkeiten, das Verhalten deiner Kollegen vor Ort nachzuvollziehen; oder du stößt dich an der Art und Weise, wie die Familienmitglieder in deiner Gastfamilienleben zusammenleben; oder es fällt dir schwer, dich an die unterschiedlichen Arbeitsstile in deiner Einsatzstelle anzupassen.

Dass Wissen um kulturspezifische Unterschiede ist jedoch bereits der erste Schritt zum interkulturellen Verständnis!

Sei dir jedoch bewusst, dass ein Freiwilligeneinsatz oder Auslandspraktikum allein nicht automatisch zu interkulturellem Lernen oder gegenseitigem Verständnis führen. Oft ist genau das Gegenteil der Fall: Sich in einer anderen Kultur aufzuhalten, bestätigt oft Vorurteile oder Stereotypen, anstatt Verständnis zu fördern. Sicher hast du schon einmal mitgehört, wie Freunde oder Familienmitglieder über ihre Reisen in andere Länder sprechen. Oft führt dies zu Aussagen wie: „Japaner sind ja so höflich“, „Deutsche sind immer pünktlich“, „Mexikaner sind so leidenschaftlich“, oder „Tansanier arbeiten langsam“.

Wir möchten damit nicht sagen, dass deine Freunde oder Familie während ihrer Reise keine höflichen Japaner, langsam arbeitenden Tansanier, pünktlichen Deutschen und leidenschaftlichen Mexikaner getroffen haben.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Mitglieder eines Landes oder einer Kultur diesem Image entsprechen, und soll zeigen, dass wir mit Verallgemeinerungen in Bezug auf kulturelle Unterschiede oder Spezifizierungen sehr vorsichtig umgehen sollten.

Wenn ein Auslandsaufenthalt allein nicht ausreicht, um das kulturelle Verständnis zu fördern, was können wir stattdessen tun?

 

# 1 Sei bereit, von deinem Gastland zu lernen!

Egal, ob du einen Freiwilligeneinsatz machst, ein Praktikum absolvierst oder einfach nur in deinem Gastland reist: Denke immer daran, dass du ein Gast bist und nur relativ kurze Zeit in dem Land verbringst. Nutze die Gelegenheit, so viel wie möglich von den Menschen vor Ort und der Kultur zu lernen. Anstatt die lokale Kultur mit der eigenen zu vergleichen und zu versuchen, zwischen „besser“ und „schlechter“ zu unterscheiden, versuche zu verstehen, woher diese unterschiedlichen Vorstellungen und Werthaltungen kommen, wenn du welche wahrnimmst. Ein wesentlicher Bestandteil des kulturellen Lernens besteht einfach darin, die Tatsache zu akzeptieren, dass es viele Wege gibt, ein- und dieselbe Sache zu betrachten, und dass unsere eigene kulturelle Perspektive für unsere eigene Kultur angemessen sein kann, jedoch nicht unbedingt für eine andere (z.B. wenn es um Arbeits- und Kommunikationsstile in deiner Einsatzstelle geht).

Ein Beispiel dazu, wie unterschiedliche Konzepte von “Richtig” und “Falsch” dich während eines Freiwilligeneinsatzes oder Auslandspraktiums beeinflussen können, findest du hier.

#2 Sei flexibel!

Wenn du in ein anderes Land reist, um dort ein Praktikum oder eine Freiwilligenarbeit durchzuführen, dann hast du dich dazu entschieden etwas zu machen, das „anders“ ist als dein gewohntes Leben bei dir zu Hause. Also solltest du erwarten, dass die Dinge „anders“ laufen, als du es gewohnt bist. Dies bedeutet „andere“ Arbeitsweisen, „andere“ Arbeitszeiten, „andere“ Arten der Kommunikation, der Zeitplanung, der Organisation und des Zusammenlebens. Versuche, deine Erwartungen an diesen Umstand anzupassen. Ein hilfreicher Gedanke ist, die gemeinsame Arbeit zugunsten eines Projektes in den Vordergrund des Aufenthaltes zu stellen und weniger die eigenen Wertvorstellungen, Ideen und Lösungsansätze. Eine flexible und offene Grundhaltung wird dir dabei helfen, mit der Andersartigkeit umzugehen und Enttäuschen vorzubeugen, wenn Dinge in deinem Gastland manchmal nicht ganz so laufen, wie du es dir vielleicht vorstellt hast.

#3: Zeige eine professionelle Arbeitshaltung!

Um eine wirkliche Unterstützung für deine Freiwilligen- oder Praktikumsstelle zu sein, erscheine pünktlich zu deiner Arbeit und bleibe nicht unentschuldigt fern. Zeige, dass du bereit bist, aktiv mitzuarbeiten und von deinen lokalen Kolleg_innen zu lernen. Wenn du das Gefühl hast, nicht genügend Aufgaben zu bekommen, lasse dich nicht gleich entmutigen, sondern stelle viele Fragen und biete dich immer wieder für Arbeit an.

Deine Vorgesetzen und Kolleg_innen im Gastland schätzen es sehr wert, dass du den weiten Weg auf dich genommen hast, um vor Ort in einem Projekt mitzuarbeiten. Wie es aber vermutlich auch in deinem eigenen Land der Fall ist, kann es einige Zeit dauern, das Vertrauen deiner neuen Kolleg_innen zu gewinnen und Aufgaben zu erhalten, die mehr Verantwortung involvieren. Vergiss nicht, dass es auch Zeit braucht, um die lokalen Arbeitsweisen kennen zu lernen und sich an diese zu gewöhnen. Rechne auch damit, dass das Arbeitspensum in manchen Ländern etwas niedriger ist, als du dies eventuell von zu Hause kennst. Dies kollidiert häufig mit einer „westlichen“ kulturellen Brille, Dinge effizient und schnell erledigen zu wollen. Versuche, dich an das lokale Arbeitstempo und die Arbeitsweisen anzupassen. Anstatt zu kritisieren, dass weniger oder anders gearbeitet wird, als in einer vergleichbaren Einrichtung in deinem Land, versuche nachzuvollziehen, was die Hintergründe für diese unterschiedlichen Arbeitsweisen sind.

Unser Tipp: Selbstverständlich ist es in Ordnung, wenn du während deines Aufenthaltes auch das Land bereisen möchtest. Lege Erkundungstouren und Ausflüge auf deine freien Tage. Solltest du einen längeren Trip planen, dann am besten am Ende deines Aufenthaltes, wenn du dein Praktikum/deinen Einsatz bereits abgeschlossen hast. Wenn du öfter aufgrund von Freizeitaktivitäten in deiner Einsatzstelle fehlst, könnte dies deinen Kolleg_innen Desinteresse signalisieren und den Eindruck erwecken, dass du dein Praktikum/deinen Einsatz nicht ernst genug nimmst.

#4 Setze dich bewusst mit kulturellen Unterschieden auseinander!

Ein Aufenthalt im Ausland allein bedeutet noch lange nicht, dass automatisch auch interkulturelles Lernen stattfindet. Ganz im Gegenteil: Kontakte mit fremden Kulturen bestätigen oft genug alte Vorurteile, statt das Verständnis füreinander zu fördern!

Grundlage für interkulturelles Lernen ist stattdessen das ständige und bewusste Bemühen, sich während deines Aufenthaltes im Ausland dem Unbekannten, Andersartigen und Unverständlichen in deinem Gastland zu öffnen. Dazu gehört auch, Differenzen und manchmal auch Unvereinbares wahrzunehmen und auszuhalten, z.B. unterschiedliche Hierarchiestrukturen am Arbeitsplatz, unterschiedliche Geschlechterrollen, Unterschiede in der Kommunikationsweise usw.

Deine Bereitschaft, Toleranz und Empathie für diese Unterschiede zu zeigen, eröffnet dir die Möglichkeit, wirkliche Kenntnisse über die fremde, aber auch über deinen eigene Kultur zu erhalten und Wege zu finden, wie eventuelle Konflikte oder Missverständnisse die aus kulturellen Differenzen resultieren, friedlich gelöst werden können.

Unser Tipp: Interkulturelle Begegnungen finden nie ausschließlich auf einer sachlichen Ebene statt, sondern beeinflussen uns auch emotional und können in uns Freude und Euphorie, aber auch Wut, Ängste und Ärger in uns auslösen. Es kann dabei sehr hilfreich sein, deine Gefühle mit Menschen außerhalb deiner Freiwilligen-/Praktikumseinrichtung zu besprechen und gemeinsam zu reflektieren, z.B. mit anderen Freiwilligen/Praktikanten in deiner Unterkunft oder deinem/r Ansprechpartner/in bei World Unite!.

# 5: Entlarve Klischees & Stereotype!


Versuche dir bewusst zu machen, dass du schon mit vielen vorgefertigen Bildern und Erwartungen ankommst, wenn du in ein neues Land reist: Wir sind alle von Medienberichten und Nachrichtenbeiträgen über andere Länder beeinflusst. Häufig vermitteln diese jedoch sehr stereotype und einseitige Bilder, die der eigentlichen Lebensrealität des Landes kaum gerecht werden.

Kareen, unsere Koordinatorin in Tansania, berichtet über einen gängigen Irrglauben:

„Viele Reisende sind überrascht, als sie hier ankommen und junge Menschen sehen, die sich hip kleiden oder Designer-Schuhe und Taschen tragen. Natürlich gibt es auch Menschen in Tansania, die mit Mode nicht viel am Hut haben oder sich mit modernen Marken nicht auskennen. Aber durch das Internet und die sozialen Medien sind sich die meisten jungen Menschen in Tansania über aktuelle Mode und Trends auf der ganzen Welt bewusst!”

Die Erfahrungen von Kareen zeigen sehr gut, dass in vielen Ländern der Welt die Überzeugung besteht, dass alle Menschen in afrikanischen Ländern arm sind und keinen Bezug zur “modernen”, “westlichen” Welt haben, was natürlich nicht der Realität entspricht.

Dies ist nur ein Beispiel für viele einseitige Bilder und Irrglauben über andere Länder, z.B. was Sicherheit, Geschlechterrollen, Zeitmanagement, Kommunikationsweisen usw. betrifft.

Unser Tipp: Was kannst du tun, um Stereotype und Klischees zu entlarven? Nimm dir Zeit, um mit den Menschen in deinem Gastland zu interagieren. Viele Klischees und Stereotype können schon durch bloße Beobachtung und Interaktion mit den Menschen vor Ort beseitigt werden. Dir sind viele Dinge noch immer unklar? Frage diplomatisch nach! Du kannst viel lernen, wenn du Locals höflich und respektvoll Fragen zu ihrem Leben und ihrer Kultur stellst.

# 6: Lerne die Landessprache!


Sprache kann unglaublich hilfreich dabei sein, in eine neue Kultur einzutauchen und sie besser zu verstehen. Es macht einen großen Unterschied, ein paar Worte in der Landessprache sprechen zu können. Auch wenn es sich nur um „Hallo“, „Bitte“ und „Danke“ handelt – du drückst damit dein Interesse an der Kultur aus.
Zum Beispiel gibt es in vielen Kulturen und Ländern dieser Welt gibt es zahlreiche Variationen von Begrüßungen, bei denen Höflichkeiten ausgetauscht werden („Wie geht es dir?“, „Wie geht es der Familie?“ usw.). Höflichkeit, Gastfreundschaft und gegenseitiger Respekt werden in diesen Gesellschaften häufig sehr wertgeschätzt und sind wichtiger, als in einem Gespräch gleich zum Punkt zu kommen! Ein paar Basics in der Landessprache zu erlernen, kann dir dabei helfen, diese kulturellen Unterschiede zu verstehen und darüber hinaus zeigen, warum Dinge auf eine bestimmte Art und Weise angesprochen werden.

Nächste Woche geben wir dir mehr Tipps und Infos zum Thema interkulturelles Verständnis!

 

Wusstest du das World Unite! dir zahlreiche interkulturelle Vorbereitungsmaterialien für deinen Auslandsaufenthalt zur Verfügung stellt? Die Materialien sind auf dein Gastland abgestimmt, sodass du dich ideal vorbereiten kannst.

 


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Freiwilligeneinsatz IT-Support in Südafrika: Thomas in Kapstadt

Thomas aus Deutschland hat als Freiwilliger für drei Wochen eine soziale Organisation in Kapstadt im Bereich IT unterstützt. Hier berichtet er über seine Erfahrungen. 

Ich bin jetzt etwas über eine Woche wieder zurück aus Kapstadt und würde am liebsten wieder zurück!

Die Organisation ELRU bietet Förderung und Unterstützung für Kinder aus benachteiligten Verhältnissen und ihre Familien. Damit alle Programme reibungslos ablaufen, sucht ELRU nach engagierten Freiwilligen, die die Organisation in den Bereichen IT, Social Media und Finanzen unterstützen.

Ich war ausschließlich in der Zentrale tätig, in der sich die Verwaltung befindet und wo auch die Trainings für die Mitarbeiter stattfinden. Da es keinen eigenen IT-Support vor Ort gibt, habe ich bei PC-Problemen oder Fragen zu MS Office Programmfunktionen geholfen. Meine Hauptaufgabe bestand jedoch darin aufwendige, langsame Papierprozesse zur Datenerfassung und -auswertung mit Hilfe von Google Forms/Sheets zu digitalisieren, was der wesentlich spannendere Teil meines Einsatzes war.

Da das sehr zeitintensiv ist, wird das bestimmt noch einige Jahre IT-Freiwillige beschäftigen. Ich hatte selbst keine Vorkenntnisse mit Google-Produkten, aber mit etwas Technikaffinität und Vorkenntnissen mit Excelformeln kommt man sehr schnell in die Materie. Kenntnisse in Javascript zur Erstellung von Makros wären von Vorteil, hatte ich leider nicht, aber es bleibt auch so genug Arbeit übrig.

Insgesamt waren für meinen Einsatz keine tiefgreifenden Fachkenntnisse notwendig. Allgemeine IT-Kenntnisse im Bereich PC, MS Office, einfache Netzwerktechnik und etwas Windows-Server Kenntnisse sind ausreichend um eine Hilfe für die Kollegen vor Ort zu sein. Diese sind sehr freundlich und hilfsbereit. Alle sprechen gut Englisch, jedoch hatte ich mit den Betonungen etwas Schwierigkeiten, aber auch mehrfaches Nachfragen hat mir niemand übel genommen.

Sowohl die Arbeit bei ELRU als auch die vielen verschiedenen Freizeitmöglichkeiten in und um die Stadt haben mir unheimlich viel Spaß gemacht. Das wäre ohne World Unite! nicht möglich gewesen. Dawn, die Koordinatorin vor Ort, hat sich hat sich liebevoll um uns gekümmert und war immer bei Fragen oder Problemen erreichbar. Auch meine Unterkunft bei Niki war klasse. Niki ist sehr nett, ich habe mich bei ihr sehr wohl gefüllt und sie hat mich immer mit Insidertipps um die Locations der Stadt versorgt. Ihren Kater Milo werde ich auch vermissen. Last but not least die Betreuung, Organisation und Vorbereitung durch das internationale Team waren spitze, sodass gar nichts schief gehen konnte.

Dafür möchte ich vielen, vielen Dank sagen!

Thomas, Deutschland (März 2019)

Möchtest du ebenfalls eine soziale Organisation als IT-Freiwillige/r unterstützen?

Kontaktiere uns unverbindlich unter info@world-unite.de oder schau’ auf unserer Website vorbei.


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Entschleunigtes Reisen: Wie du dein Reiseland bewusster erfahren kannst!

Ob der Wunsch, in kürzester Zeit so viel wie möglich von einem Land zu sehen, oder die Gewohnheit, auch die Freizeit möglichst effizient zu gestalten: Es gibt viele Gründe, warum wir manchmal versäumen, unser Reiseziel wirklich bewusst wahrzunehmen. Wünscht du dir, bei deiner nächsten Reise tiefer in die lokale Kultur einzutauchen und mehr über das Land und seine Menschen zu lernen? In diesem Blog-Artikel geben wir dir jede Woche Tipps dazu, wie du bewusst unterwegs sein kannst!

 

Kennst du das Gefühl, von einer Reise zurück zu kehren und von zu Hause aus nochmal über all die fantastischen Dinge nachzudenken, die du unterwegs erlebt hast? Du schaust dir mit Sicherheit Bilder an, die du während deiner Reise aufgenommen hast. Plötzlich fragst du dich: Die Frau im bunten Kleid, die bei Ebbe am Strand Seegras sammelte, wofür wird sie es wohl verwenden? Die Kinder, die dich auf der Straße schon von weitem freundlich begrüßt haben – wie sieht wohl ihre Schule aus? Der Mann neben dir im Bus, der dir dabei geholfen hat, an der richtigen Haltestelle auszusteigen. Wohin war er wohl auf dem Weg?

Was bedeutet es eigentlich, „langsam“ und „bewusst“ zu reisen? Die Antwort darauf ist einfach: Du bestimmst dein eigenes Tempo!

Als Reisende haben wir alle ganz eigene Vorstellungen davon, wie viel Zeit wir in einem Land verbringen wollen und wie wir diese nutzen möchten. Allerdings sind es für viele Reisende gerade die Kontakte zu Menschen vor Ort und ihrer Kultur, die die Reise zu einer besonderen Erfahrung machen.

Wenn du das Gefühl hast, dass dir auf deinen Reisen die Verbindung zu den Menschen vor Ort und ihrer Kultur fehlt, ist dies ein guter Anlass, um deine Reise langsamer und bewusster zu gestalten!

Hier geben wir dir Tipps dazu, wie du bewusst unterwegs sein kannst:

#1 Nimm dir Zeit!

Anstatt jeden Tag an einen anderen Ort zu reisen und in einem anderen Hostel zu übernachten, verbringe mindestens drei Tage an einem Ort! Auf diese Art und Weise entschleunigst du deine Reise automatisch. Du musst dir nicht als Ziel setzen, das ganze Land in drei Wochen zu bereisen. Deine Reiseerfahrung kann genau so intensiv und spannend sein, wenn du drei Wochen an nur einem einzigen Ort verbringst. Dies eröffnet dir auch die Möglichkeit, auf Menschen zu treffen und Begegnungen zuzulassen – sei es eine freundliches Gespräch mit dem Obsthändler an der Straßenecke, an dem du jeden Tag vorbeiläufst, oder eine Einladung zum Essen im Zuhause einer lokalen Familie.

Durch langsames und bewusstes Reisen gibst du dir selbst mehr Zeit und Raum, um deine Umgebung wahrzunehmen und besser kennen zu lernen. Gib dir die Zeit, um all die neuen Eindrücke an deinem Reiseziel aufzunehmen und zu verarbeiten. Auf diese Weise hast du nicht nur viel wahrscheinlicher die Möglichkeit, Begegnungen mit Menschen vor Ort zuzulassen, sondern auch von diesen Erfahrungen zu lernen!

#2 Lebe bei einer Gastfamilie!

Bei einer Gastfamilie zu wohnen ist wohl die einfachste Art und Weise, mit den Menschen in deinem Reiseland in Kontakt zu treten! Du kannst aus erster Hand Erfahrungen über das Familienleben und die Lebensweisen des Landes sammeln. Auch viele kleine Details werden dir im Zusammenleben auffallen: Wie oft kommen die Nachbarn zu Besuch? Bringen sie etwas zu essen mit oder wird zusammen gekocht? Wie laufen Begrüßungen zwischen den Familienmitgliedern ab? Welcher Arbeit gehen die Familienmitglieder nach? Wo kaufen sie ihre Lebensmittel? Wie verbringt die Familie ihre gemeinsame Zeit?

Es sind jedoch nicht nur Dinge über den Familienalltag, über die du vor Ort lernen wirst – darüber hinaus sind Gastfamilien schier unerschöpfliche Quellen für lokales Wissen, wenn es um kulturelle Normen, Gepflogenheiten oder Wertvorstellungen geht.

Auf verschiedenen Online-Plattformen kannst du Unterkünfte bei Gastfamilien buchen. Darüber hinaus gibt es auch Reisebüros, die dies für dich organisieren können. Eine alternative Möglichkeit sind Online-Netzwerke, in denen Personen kostenfreie Unterkunft für Reisende in ihrem Zuhause anbieten.

#3 Work & Travel, Auslandspraktikum, Freiwilligeneinsatz

 

Ob Work & Travel im Ausland oder ein Praktikum oder Freiwilligeneinsatz in einem anderen Land: Sie alle können dir zahlreiche Einblicke in die Berufswelt und die Arbeitsweisen deines Gastlandes bieten! Wie unterscheiden sich Berufsgruppen zu deinem eigenen Herkunftsland? Wie werden Berufe ausgeübt? Wie läuft die Interaktion zwischen Kollegen? Sind Privat- und Berufsleben streng voneinander getrennt oder gehen diese Bereiche fließend ineinander über?

Work & Travel, Praktika oder Volunteering im Ausland geben dir die Möglichkeit, ein Land wirklich aus der Innenperspektive kennen zu lernen. Du arbeitest mit einheimischen Kollegen zusammen und lernst neue Kommunikations- und Arbeitsweisen kennen.

In vielen Ländern weltweit gibt es Möglichkeiten, sich freiwillig zu engagieren, Praktika zu absolvieren oder sogar eine Zeitlang vor Ort zu arbeiten.

World Unite! kann dich bei der Suche nach passenden Möglichkeiten unterstützen. Besuche uns hier für Inspiration zu deinem bewussten Auslandsaufenthalt!

#4 Triff dich mit Locals!

Mit Hilfe verschiedener Apps und Websites hast du die Möglichkeit, mit Locals in Kontakt zu treten, ob für einen Drink oder einen Stadtspaziergang. Nimm diese Möglichkeiten wahr, um aus erster Hand über das Leben an deinem Reiseziel zu lernen. Viele Menschen freuen sich darüber, dir ihr Stadt zu zeigen, dich herumzuführen, zu einem Familienessen einladen oder mit dir ihre Sprachkenntnisse zu üben.

#5 Nutze die öffentlichen Verkehrsmittel!

Anstatt private Transfers in Anspruch zu nehmen, um in deinem Reiseland von einem Ort zum anderen zu gelangen, kannst du auch mit lokalen Bussen, Zügen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln reisen. Du schonst damit oft nicht nur deinen Geldbeutel, sondern kommst in vielen Fällen leicht mit Locals in Gespräch: Andere Reisende werden vielleicht neugierig darauf sein, woher du kommst und ob dir dein Gastland auch gefällt! Darüber hinaus kannst du beobachten, wie die Passagiere untereinander interagieren, wo sie ein- und aussteigen, welche Snacks sie auf ihrer Reise mit dabei haben und wie Geschwindigkeit, Zeit und persönlicher Raum auf einer Reise interpretiert werden.

#6 Lokal einkaufen und saisonal essen!

Beim Einkaufsbummel auf lokalen Märkten kannst du viel beobachten und lernen: Welche Produkte werden saisonal angeboten? Welche Marktstände werden von den Locals bevorzugt? Führen sie lange Gespräche mit den Händlern? Wird gefeilscht? Wie werden Nahrungsmittel präsentiert?

Wenn du ein lokales Restaurant besuchst, kannst du die Gelegenheit nutzen, mit dem Personal über die einheimischen Gerichte und die regionale Esskultur zu sprechen. Frage nach, welches ihre Lieblingsgerichte sind und warum, oder ob die Möglichkeit besteht, an einem lokalen Kochkurs teilzunehmen!

#7 Informiere dich über Geschichte, Kultur und Religion! 

Einen ungefähren Überblick über die Geschichte, Kultur und Religion deines Gastlandes zu haben, ermöglicht es dir, bestimmte Werthaltungen und Gebräuche des Landes zu verstehen. Mit etwas Hintergrundwissen hast du auch schnell eine geeignete Gesprächsgrundlage mit Locals und kannst leichter Gespräche führen, die über den üblichen Smalltalk hinausgehen.

#8 Lerne ein paar Worte in der Landessprache!

Es macht einen großen Unterschied, ein paar Worte in der Landessprache sprechen zu können. Auch wenn es sich nur um „Hallo“, „Bitte“ und „Danke“ handelt – du drückst damit dein Interesse an der Kultur aus. Selbst, wenn du die Antwort nicht verstehst, ist dein fragender Blick ein guter Gesprächsaufhänger! 😊

 

Welche Tipps hast du, um eine Reise bewusster zu gestalten? Wir freuen uns über deine Anregungen für bewusstes und entschleunigtes Reisen! 

Schreibe uns an info@world-unite.de oder besuche uns auf unserer Website.


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Medien- und Journalismuspraktikum in Peking – Amalias Erlebnisse in China

Zwischen den goldenen Zeiten eines Imperiums und futuristischer Großstadt: Amalia aus Italien hat zwei Monate in Peking verbraucht und dort ein Medien- und Journalismuspraktikum absolviert. Warum Amalia nach ihrem Praktikum unbedingt bald wieder nach China zurück möchte, kannst du hier lesen. 

 

Nachdem ich die Schule abgeschlossen hatte, war ich, wie es vermutlich vielen geht, ziemlich verwirrt über meine Zukunft und wusste nicht wirklich, was ich wollte. Nur einen Monat vor Beginn des Semesters beschloss ich, an der Universität von Venedig ein Studium der chinesischen Kultur anzutreten.

Es handelte sich dabei um eine ziemlich spontane Entscheidung. Bis dahin hatte ich noch kein besonderes Interesse an China und war daher vermutlich auch nicht die beste Studentin. 😊 Obwohl ich während meiner drei Universitätsjahre ein viel größeres Interesse für China entwickelt hatte, fehlte mir irgendwie immer noch der persönliche Bezug zu diesem riesigen Land.

Ich entschied mich daher, nach China zu reisen und das Land auf eigene Faust zu entdecken.

Viele meiner Studienkollegen absolvierten Austauschsemester an chinesischen Universitäten, aber ich wusste aus ihren Erzählungen, dass sie die meiste Zeit mit anderen Ausländern verbrachten. Ich aber wollte die Möglichkeit haben, in den chinesischen Alltag eintauchen zu können und mir meine Zeit nicht auf irgendwelchen Partys und Veranstaltungen für Ausländer in Peking vertreiben.

Als ich World Unite! fand, wusste ich, dass dies genau die Organisation war, nach der ich gesucht hatte. World Unite! half mir nicht nur dabei, ein Praktikum zu finden, sondern hat mich auch in allen Dingen unterstützt, die nötig waren, um in China Fuß zu fassen. Für mich war es ja das erste Mal in China und ich wusste nicht, was ich erwarten sollte. Ich erinnere mich lebhaft daran, als ich im Maan Coffee Shop am Flughafen auf meinen Koordinator Alex wartete, der sich um die Praktikanten in Peking kümmert. Ich hatte sogar etwas Angst und konnte mir nicht vorstellen, was mich außerhalb des Flughafens erwarten würde. Was, wenn ich von China enttäuscht sein würde? Als Alex ankam, war es dann plötzlich ganz leicht. Wir nahmen ein Taxi und schon war ich mitten in Sanlitun, einem modernen und schicken Viertel von Peking. Dies war der Stadtteil, in dem ich von nun an zwei Monate lang leben würde. Zum Kennenlernen haben wir erstmal ein paar Nudeln gegessen und Alex hat mir eine chinesische SIM-Karte zur Verfügung gestellt. Danach fuhren wir mit dem Fahrrad zur U-Bahnstation (glaubt mir oder nicht, aber Bike-Sharing ist richtig beliebt in China), damit ich schon mal wusste, wie ich mich von meiner Unterkunft aus fortbewegen konnte.

Alex brachte mich an meinem ersten Praktikumstag auch zu meiner Praktikumsstelle. Ich war Praktikantin bei „Pandaily“, einem kleinen Medienunternehmen oder genauer gesagt einem „Tech Media Start Up“. Meine Kollegen waren alle jung, voller Energie und Kreativität. Ich hatte das Glück, in einer sehr freundlichen Umgebung zu arbeiten. Manchmal wurde ich frustriert, weil mein Chinesisch einfach nicht gut genug war. Eigentlich wurde mir sogar jetzt erst klar, dass ich nicht in der Lage, wichtige Teile eines Gesprächs zu verstehen und in Meetings musste ich meine Kollegen ständig um Übersetzungen bitten. Es ist schwierig, in einem Raum zu sitzen, ohne eine Ahnung davon zu haben, was um dich herum passiert. Allerdings lernte ich auch jeden Tag dazu und fühlte mich bald viel sicherer in Bezug auf meine Chinesischkenntnisse. Zweimal in der Woche ging ich sogar in den Chinesischunterricht. Ich wusste, dass ich unbedingt an meinen Konversationskenntnissen arbeiten musste, da ich an meiner Universität hauptsächlich schriftliche Kenntnisse erlangt hatte und in China endlich Gelegenheit hatte, meine Sprachkenntnisse in die Praxis umzusetzen.

Ich habe neue Freunde, sowohl Chinesen und Ausländer, gefunden. Ich habe viel gesprochen und war stets neugierig darauf und offen, welche Dinge ich in meiner Zeit in China erleben würde und ich verliebte mich auch total in chinesisches Essen.

Zwei Monate vergingen so schnell, dass ich keine Zeit hatte, Heimweh zu bekommen oder auch nur eine Art Kulturschock zu spüren, über den alle immer reden. Peking hat mir viel Optimismus vermittelt. Es gibt so viele Möglichkeiten und für mich fühlte sich das Leben hier an, als ob man irgendwo zwischen alten goldenen Zeiten eines Imperiums und einer futuristischen gigantischen Stadt leben würde. Gleichzeitig ist Peking auch ein Ort, an dem Menschen zusammensitzen und ihr Essen aus derselben Schüssel teilen, was ich als unglaublich schön empfinde.

Ich freue mich schon unheimlich auf meinen nächsten Trip nach China!

Amalia aus Italien

 

Hier findest du alle Infos zu Amalias Praktikum.


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Schildkrötenschutz- und Recycling auf Sansibar

Schildkrötenfans aufgepasst! Melanie aus Deutschland erzählt von ihrem Freiwilligeneinsatz in unserem Meeresschildkrötenschutz- und Recyclingprojekt in Sansibar!

Meine Zeit in Sansibar war wunderschön. Mein Freiwilligenprojekt ermöglichte mir nicht nur die Zusammenarbeit mit den Tieren, sondern viel mehr einen Einblick in das Leben vor Ort. Die Meeresschildkrötenschutzstation in Sansibar liegt an einem wunderschönen Strand: Ich durfte als Freiwillige traumhafte Sonnenauf- und Untergänge, türkisblaues Meer und weißen Sand genießen. Dabei ist es jedoch wichtig zu bedenken, dass viele Menschen vor Ort ein sehr bescheidenes Leben führen und mit sehr einfachen Mitteln auskommen müssen. Mein Rat an zukünftige Freiwillige ist daher, sich schon im Voraus mit der Lebensrelatität des Landes vertraut zu machen.

Zur Arbeit mit den Schildkröten gehört, jeden Tag das Wasser in den Becken der Babyschildkröten wechselt und die Panzer der großen Schildkröten schrubbt. Darüber hinaus werden auch kranke Schildkröten verarztet und gesund gepflegt.

Neben der Arbeit in der Meeresschildkrötenstation gibt es für Freiwillige die Möglichkeit, ein Recyclingprojekt zu unterstützen. Lisa, die Projektkoordinatorin macht dabei gemeinsam mit der Hilfe von Freiwilligen auf das Müllentsorgungsproblem auf der Insel aufmerksam.

Nach meinem Freiwilligeneinsatz habe ich noch eine weitere Woche lang die Insel bereist.

Ich bin für meinen Aufenthalt und die Zeit vor Ort sehr dankbar und kann die Erfahrung nur weiter empfehlen!

Viele Grüße,

Melanie

Hier findest du alle Infos zu Melanies Projekt.