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Eine unglaubliche Reise ins Abenteuer – Syahfitri’s Praktikum in Tansania und Sansibar

Unsere Teilnehmerin Syhafitri, Gewinnerin unseres Weltenbürger-Stipendiums, absolvierte ein vormedizinisches Praktikum in Tansania und nahm an unserem World Learner! Programm in Sansibar teil, wo sie von einem Kräuterheiler über traditionelle sansibarische Medizin lernte. In unserem Blog beschreibt Syhafitri, welche Unterschiede sie zwischen Sansibar und Tansania wahrgenommen hat, warum eine Safari einfach zu einer Tansania-Reise dazugehört und warum die Reise für sie immer eine unvergessliche Erfahrung bleiben wird! 

Tansania

Es war ein bewölkter, kalter Wintertag, als ich Halle (Saale) mit dem Zug nach Frankfurt am Main verließ. Es war das erste Mal, dass ich alleine in ein so weit entferntes Land reiste und ich war ziemlich aufgeregt, endlich in Moshi, Tansania, anzukommen! Neue Leute, neue Kulturen und all die neuen Dinge, die ich bald erfahren würde!

KARIBU TANSANIA! (Willkommen in Tansania)

Das Flugzeug landete nach 8 Stunden Flugzeit auf der Landebahn des Kilimanjaro International Airport. Es war noch früher Morgen, als wir das Flugzeug verließen. Das Wetter war schön, die Luft frisch und warm und ich war einfach so aufgeregt! Ich konnte nicht aufhören, mich für diese Reise unglaublich dankbar zu fühlen.

Nachdem ich meine ersten Fotos von Afrika gemacht hatte, ging ich ins Flughafengebäude und beantragte mein Visum am Schalter der Einwanderungsbehörde. Das Beantragen klappte völlig problemlos und ich bekam mein Visum für 3 Monate. Mein erster Eindruck von Tansania war:

“Die Leute sind einfach so freundlich und nett! Ich denke, mein Aufenthalt hier wird einfach großartig.”

Ein Fahrer von World Unite! – die Organisation, die mein Freiwilligen- und Praktikumsprogramm in Afrika organisierte, holte mich ab und brachte mich zu meiner Gastfamilie in Moshi. Die Fahrt vom Flughafen zum Haus meiner Gastfamilie war etwas weiter und es dauerte über eine Stunde mit dem Auto.

Die lange Straße war leer, die Vögel sangen gut und die Sonne ging langsam im Osten auf. Zu meiner linken und rechten Seite konnte ich viele Bäume und verschiedene Pflanzen sehen und schließlich einen Blick auf die scheinbar endlose Steppe werfen. Nicht weit von uns entfernt zeigte sich der Kilimanjaro, der höchste Berg Afrikas mit 5895 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Ich konnte seinen schneebedeckten Gipfel völlig wolkenfrei sehen – ein Seltenheit, denn die Spitze ist normalerweise hinter Wolken verborgen. Es war unglaublich! Eines meiner Reiseziele hatte ich also schon abgehakt! Der Fahrer sagte oft zu mir: “Oh Fitri, du hast solches Glück, den Kilimanjaro wolkenfrei zu sehen!” Oh ja, es war ein wundervolles Erlebnis, von beiden Gipfeln des Kilimanjaro, Kibo und Mawenzi, herzlich begrüßt zu werden. Ich konnte mein Lächeln auf dem Weg nach Moshi nicht verbergen. Es war ein toller Start in mein Abenteuer in Afrika.

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Mein erster Tag in Tansania war cool. Ich traf fast alle World Unite! Koordinatoren in Moshi und ein paar Freiwillige aus Deutschland, die an diesem Tag ebenfalls ihre lokale und kulturelle Einführung hatten. Gemeinsam bekamen wir eine Stadtorientierung von Joseph, einem der Koordinatoren, der uns alles wichtige in Moshi zeigte.

Im Gegensatz zu Deutschland war es in Moshi an diesem Tag ziemlich warm. In der Stadt herrschte geschäftiges Treiben und wir konnten Daladalas (Kleinbus), Bajajis (Autorikscha), Bodabodas (Motorrad-Taxis) überall in der Stadt herumflitzen sehen. Es handelt sich dabei um die in Tansania genutzten öffentlichen Verkehrsmittel. Die Stadt Moshi selbst ist nicht groß, aber das Zentrum ist immer voller Menschen. Entlang der großen Straße konnten wir viele Geschäfte, Galerien, Supermärkte, lokale Restaurants und Hotels sehen. Es gibt auch einen Markt, in dem Menschen ihre landwirtschaftlichen oder handwerklichen Erzeugnisse verkaufen, z.B. Bohnen, Mais, Bananen und vieles mehr. Die lokalen Schneider nähen ihre handgefertigten Kleider, Portemonnaies, Taschen und Kopftücher aus Kitenge (einem traditionellen Stoff aus Ost-, West- und Zentralafrika) und verkaufen sie zu guten Preisen auf der Straße.

Nach meiner Stadtorientierung wurde ich meiner Gastfamilie vorgestellt. Familie Tesha gehört zum Stamm der Chaggas (der bekannteste tansanische Stamm in der Kilimandscharo-Region). Mein Gastvater ist Taxifahrer und meine Gastmutter Hausfrau. Im Haus leben acht Personen, darunter meine Gasteltern, ihr Sohn und seine Frau, zwei Enkelkinder und ein Hausmädchen. Das Haus ist groß und hat Vorder- und Hinterhof. Die Familie hat verschiedene Arten von Blumen und Bäumen vor dem Haus gepflanzt. Auf dem Hinterhof gibt es einen Kuh- und einen Hühnerstall sowie Bananenbäume, Zuckerrohr, Mais und Mangobäume.

Ich erinnere immer sehr gerne an die Zeit, wenn ich von meinem Praktikum zurückkam und mich unterm Mangobaum im Garten erholt habe oder einfach durch den Hinterhof spazierte und mich mit den Familienangehörigen über das Leben unterhalten oder einfach den Kilimanjaro bestaunt habe. Die gesamte Familie hat mich sehr warmherzig behandelt und ich habe mich immer willkommen gefühlt. Täglich wurde ich mit köstlichen landestypischen Speisen bekocht und habe grundsätzlich viel von meiner Familie über Vieh- und Landwirtschaft gelernt, wie sie in dieser Familie praktiziert wird. Ich durfte sogar ab und zu die Milchkühe der Familie melken. Das war zwar anfangs schwierig, aber dennoch ein unvergessliches Erlebnis!

 

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Außerdem macht meine Familie hat den besten Chai-Milchtee aller Zeiten! Jeden Tag habe ich Chai mit Milch zum Frühstück bekommen. (P.S: Chai-Milchtee, du wirst schmerzlich vermisst!).

Oh ja, und natürlich machte ich mir im Voraus Gedanken über etwaige Sprachbarrieren. Tatsächlich sprachen mein Gastvater und sein Sohn Englisch fließend. Mit den übrigen Familienmitgliedern musste ich alternative Kommunikationsweisen finden und auch Körpersprache spielte dann eine wichtige Rolle, um mich verständigen zu können.

Von meiner Gastfamilie lernte ich auch einige Kiswahili-Wörter (Landessprache in Tansania). Etwas Swahili zu sprechen war definitiv nützlich, auch wenn ich anfangs Schwierigkeiten mit den Grußformulierungen hatte. Aber ich konnte ohne Probleme von 1 bis 10 zählen 🙂

Am zweiten Tag wurde ich von Joseph abgeholt und in meine Praktikumsstelle gebracht. Es handelt sich dabei um eine kleine Klinik für Allgemeinmedizin. Da die Klinik ein gutes Stück von meiner Gastfamilie entfernt lag, benutzte ich das Daladala für den Hin- und Rückweg. In der Klinik gab es einen verantwortlichen Arzt und fünf weitere Mitarbeiter, darunter zwei Krankenschwestern, Apotheker und zwei Laboranten. Das Klinikpersonal war sehr freundlich zu mir und hat mich sehr geduldig und offen in den Klinikalltag mit einbezogen. Obwohl ich nur einen Monat dort war, habe ich schon sehr viel über Medizin gelernt. Während meiner ersten zwei Wochen habe ich hauptsächlich beobachtet und den Mitarbeitern über die Schulter gesehen und war vor allem damit beschäftigt, meinen Kulturschock zu überwinden. In dieser Zeit habe ich mich oft sehr nach meinen Freunden und Deutschland gesehnt – ich hatte sogar richtiges Heimweh.

Nach den ersten zwei Wochen hatte ich allerdings dann das Gefühl, endlich richtig angekommen zu sein und konnte meine Arbeit in der Klinik und meine Zeit in Moshi genießen. Es war ein tolles Gefühl, Tests über Malaria und UTI (Harnwegsinfektion) durchzuführen, den Patienten Injektionen zu verabreichen, oder über die verschiedenen Arten von Medikamenten zu lernen. In der Zusammenarbeit mit dem Arzt konnte ich auch sehr viel über die lokalen Krankheitsbilder lernen. In diesem Moment fühlte ich mich erstmals wie ein echte Medizinstudentin!

Am letzten Tag meines Praktikums gab es eine kleine Abschiedsfeier für mich in der Klinik. Wir kochten Chapati (mein Lieblingsessen in Tansania, gleich nach Reis mit Kokosmilch), mchuzi (Gemüse-Curry) und gebratenes Hühnchen. Es war ein schönes, aber gleichzeitig trauriges Erlebnis und ich fand es schwierig, Moshi nach einem Monat wieder zu verlassen.

 

Oft habe ich gehört, dass eine Afrika-Reise ohne Safari keine richtige Reise ist. Daher habe ich anlässlich meines Geburtstages eine zweitägige Safari im Tarangire und Ngorongoro Nationalpark unternommen. Ich fand es genial, vier der fünf afrikanischen „Big Five“ live zu sehen und die Schönheit der Nationalparks zu genießen. Ein weitere Wunsch auf meiner Bucket-List hatte sich erfüllt!

 

Die Safari-Tour hat sich wirklich gelohnt und ich denke, es ist ein Erlebnis, das man mindestens einmal im Leben gemacht haben sollte!

Zanzibar

Nach meinen spannenden Erfahrungen in Moshi und meiner Eingewöhnung in die neue Kultur, flog ich nach Unguja, einer Insel, die zum Sansibar-Archipel gehört und die als Gewürzinsel bekannt ist.

Bei meiner Ankunft rasten tausende Gedanken durch meinen Kopf: Würden meine neuen Mitbewohner freundlich sein? Würde ich mich gut integrieren können?

Am Flughafen wurde ich von World Unite! in Empfang genommen und von einem Fahrer nach Stone Town gebracht, die historische Altstadt im westlichen Teil der Insel, mein Wohnort für die nächsten vier Wochen. Ich lebte in einer WG zusammen mit anderen ausländischen Freiwilligen. Anders als bei der Gastfamilie verpflegte ich mich in Sansibar selbst. Was für eine Umstellung, dass mir plötzlich niemand mein leckeres Frühstück zubereitete, mein Abendessen kochte, heißes Wasser für mein Bad einließ oder sich sorgte, wenn ich spät nach Hause kam!

Sansibar ist unglaublich!

Ich hatte es zwar nicht erwartet, aber in Sansibar habe ich die beste Zeit der ganzen Reise verbracht. Während der Stadtorientierung am nächsten Tag hatte ich das Gefühl, in Indonesien zu sein. Überall trugen die Frauen und Mädchen Hijab (Kopftuch). Die Moslems dort grüßen sich mit „Salaam Alaikum“ (ein muslimischer Gruß, der bedeutet „Der Frieden sei mit euch“). Ich war beeindruckt! Die Menschen behandelten mich überaus freundlich und nett, das Essen schmeckte mir sehr lecker, der Sonnenuntergang in Stone Town erstaunlich und ich fühlte mich generell auch sehr sicher in Sansibar. Das Leben in Stone Town erinnert mich ein bisschen an Venedig in Italien, weil es auch ein Labyrinth mit vielen kleinen Gassen ist, in dem man sich leicht verlaufen kann.

 

 

Während der Abende in Forodhani Park muss man unbedingt die lokalen Köstlichkeiten auf dem Night Market genießen, wie z.B. Zanzibar Pizza, Urojo, Meeresfrüchte, Chapatti und lokale Getränke (z.B. Zuckerrohrsaft mit Zitrone und Ingwer, Tamarinden-Saft, Avocado-Saft. Die meisten Lebensmittel sind auf diesem Markt etwas teurer als anderswo, aber es lohnt sich wirklich, sie zu probieren.

In Sansibar habe ich einen Monat lang ein landwirtschaftliches Praktikum absolviert. Ich lernte dort über pflanzliche Medizin in einer lokalen Klinik für Kräutermedizin vom besten Botaniker auf der Insel, der als Mr. Madawa bekannt ist oder auf Deutsch „Herr Kräuterheiler“. Madawa ist ein großartiger Lehrer, der mich nicht nur über die Heilpflanzen, sondern auch über die wichtige Rolle der Religion (in diesem Fall des Islam) in der Kräutermedizin unterrichtet hat. Während des Unterrichts hatte ich viel Spaß, weil ich auch Kräuter sammeln und Medikamente herstellen lernte. An anderen Tagen hatten wir eine Gewürz-Tour in Kizimbani, bei der Herr Madawa und die Einheimischen mich über die Kräuter und Gewürze in dieser Gegend aufklärten. Anschließend besuchten wir auch ZARI (Zanzibar Agricultural Research Institute).

Nun ist diese erstaunliche Reise vorbei! Sie wird jedoch immer eine unvergessliche Erfahrung in meinem Leben bleiben. Ich habe so viel über das Leben in einem fernen Land gelernt. Auf Reisen zu gehen beutetet auch, sich verschiedenen Herausforderungen zu stellen und täglich neue Dinge zu entdecken! Ich habe nichts dagegen, dies bei einer anderen Gelegenheit noch einmal auszuprobieren 😀

Baadaye Tansania! (Bis später Tansania!) ☺

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Hier findet du die Infos zu Syhafitris Einsatzstelle in Tansania und hier zu Sansibar!

 

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Hotel- und Tourismuspraktikum in China – Sebastian in Peking

Du hast dein Abi beendet und suchst nach einer Möglichkeit, erste berufliche Erfahrungen zu sammeln? Du möchtest dich umorientieren und gerne in der Hotel- oder Tourismusbranche Fuß fassen oder ein fachlich passendes Studium beginnen? Sebastian aus Deutschland hat während seines 6-monatigen Hotelpraktikums wertvolle Erfahrungen über das Leben und Arbeiten in China gesammelt. Hier kannst du seine Erfahrungen nachlesen:

Mein Praktikum in China war definitiv eine sehr schöne Erfahrung! Ich war in der Position des „Guest Relation Officers“ in einem 5-Sterne-Hotel in Peking tätig, d.h. ich habe vor allem in der Lobby und am Empfang mitgearbeitet. Dazu gehörten z.B. der Concierge-Service (vor allem für ausländische Gäste, die kein Chinesisch sprechen), die Begrüßung der Gäste, lokale Empfehlungen zu geben, etc.

Darüber hinaus habe ich Emails und Buchungsanfragen von Gästen auf Englisch beantwortet und nach Bedarf an die zuständigen Kollegen im Hotel übermittelt.

Wenn es zwischen ausländischen Gästen und Hotelmitarbeitern sprachliche Barrieren gab, wurde ich häufig hinzu geholt, um beim Klären zu helfen.

Teilweise war ich auch im VIP-Service tätig und in Ausnahmefällen habe ich Gäste auch außerhalb des Hotels unterstützt.

Zu meinen Aufgaben gehörte auch, gemeinsam mit einem weiteren Praktikanten, Feedback von Gästen zu sammeln und dieses an meine Vorgesetzten weiter zu geben.

Zudem war ich in meiner Hotelabteilung für das Englischtraining der Mitarbeiter und die Einschätzung der Englischkenntnisse von neuen Bewerbern zuständig.

Ich danke World Unite! und meinen Betreuen vor Ort für die wunderbare Unterstützung während meiner Zeit in China.

Liebe Grüße,

Sebastian

Hier findest du alle Infos zu Sebastians Hotelpraktikum in China! 


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Praktikum bei den Ama-Taucherinnen im Ise Shima Nationalpark in Japan

Du suchst nach einem ganz besonderen Praktikum im Kultur- oder Tourismusbereich? Dann bist du im Ise-Shima-Nationalpark in Japan goldrichtig! Unsere Teilnehmerin Shima aus den USA hat diese Woche ihr Praktikum bei den Ama-Frauen begonnen, Frauen, die hier ohne Tauchausrüstung auf traditionelle Weise tauchen und Meeresfrüchte sammeln! 

Unsere Koordinatoren Chris und Julia haben Shima von Tokyo in den Ise-Shima-Nationalpark zu ihrem Praktikum begleitet.

Die Techniken der Ama-Frauen, ohne Tauchausrüstung auf traditionelle Weise zu tauchen und dabei auf umweltfreundliche und nachhaltige Weise Meeresfrüchte zu sammeln, sind als UNESCO Weltkulturerbe deklariert. Die Ama-Frauen gelten auch als die Erfinder der Perlenzucht.

Praktikanten und Freiwillige sind im Management des Besucherzentrums und bei der Durchführung der Touren tätig. Sie unterstützen die Frauen bei den Präsentationen im Besucherzentrum sowie die Guides bei den Touren auf dem Land und auf den Booten. Es gibt Tourismusfachkräfte, die Praktikanten betreuen können.

Hier findest du alle Infos zu Shimas Praktikum im Ise Shima Nationalpark in Japan!

 


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Pinguin- und Meeresvogelschutz in Port Elizabeth – Freiwilligeneinsatz in Südafrika

Du interessierst dich für Tier- und Umweltschutz und hast eine besondere Leidenschaft für Pinguine und Meeresvögel? World Unite!-Teilnehmer Jan hat einen Freiwilligeneinsatz in einem Pinguin-Schutzprojekt in Südafrika absolviert und dabei jede Menge toller Erfahrungen gesammelt! Hier kannst du alles über Jans Erfahrungen lesen: 

Howzit! Ich habe mich für das Pinguin-Schutzprojekt entschieden, weil sich die Arbeit mit den kleinen schwarz-weißen Freunden sehr interessant angehört hat und dass Südafrika unglaublich schön sein soll ist auch kein Geheimnis.

Ich dachte jedoch nicht, dass es hier so schön ist und dass ich hier Freunde finde, für die ich gerne länger bleiben würde.

Ich bin Jan, 20 Jahre jung und bin für 7 Wochen in Port Elizabeth im Pinguin-Schutzprojekt. Meine Aufgaben dort sind die Pinguine zu füttern, Fisch vorzubereiten und viele, viele Handtücher zu waschen und aufzuhängen 😀

Ansonsten wird immer irgendwann irgendwo eine helfende Hand gebraucht um etwas aufzuräumen, zu putzen oder dem Personal zu helfen. Der tägliche Weg zum Strand gehört außerdem definitiv zu den Vorteilen von diesem Projekt.

Für mich ist das Leben außerhalb des Projekts ebenfalls eine sehr spannendere Erfahrung. Wir wohnen in einem großen Haus mit ca. 17 Freiwilligen nur 5 Minuten vom Strand und jeden Morgen kann ich mit Meerblick frühstücken. Wir kochen jeden Abend und unternehmen die verschiedensten Dinge zusammen und es ist eine wunderbare Erfahrung all die Leute aus verschiedenen Ländern kennenzulernen. Tatsächlich habe ich in den wenigen Wochen hier mindestens drei sehr gute Freunde gewonnen und erste Pläne für Treffen zurück in Europa stehen schon fest.

Ich verbringe meine Zeit hier im späten Herbst und dennoch gibt es Tage mit über 25°C und wir können unsere freie Zeit am schönen Strand von Port Elizabeth genießen. Ich kann nicht alle meine Aktivitäten hier aufzählen, die besten waren aber wahrscheinlich ein Bungee-Jump von der höchsten Bungee-Jump-Brücke der Welt, eine Safari im Addo Elephant Park mit Büffeln, Zebras und Elefanten nur einen Meter von unserem Auto entfernt, verschiedene Wochenend-Trips mit teilweise sehr fordernden aber dennoch sehr lustigen Wanderungen und atemberaubenden Aussichten am Ende und letztlich zahlreiche lustige und unvergessliche Abende mit neuen Freunden.

Alles in allem ist es eine sehr zu empfehlende Erfahrung die ich hier machen konnte und ich bin sehr dankbar und froh diese Entscheidung getroffen zu haben. Ich werde jetzt noch meine letzte Woche in Südafrika in Kapstadt genießen und dann meine Heimreise antreten.

Viele Grüße aus PE!

Jan, Deutschland

Hier findest du alle Infos zu einem Freiwilligeneinsatz im Pinguin- und Meeresvogelprojekt in Port Elizabeth, Südafrika!


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Musik und Kultureller Austausch: Die Mapanya Band aus Zanzibar brillierte in der Schweiz

Wir stellen euch regelmäßig Teilnehmer unserer Programme vor, die sich über ihren Freiwilligeneinsatz hinaus in ihrem Gastland engagieren. So auch Sarah aus der Schweiz, die im Vorjahr mit uns einen Freiwilligeneinsatz in der Musikakademie in Sansibar mit uns gemacht hat (hier kannst Sarahs Erfahrungen nachlesen). Nach ihrem Einsatz hat sie ein musikalisches Kulturaustauschprogramm organisiert und ihre Musikerkollegen aus Sansibar dafür in die Schweiz geholt! Lest selbst über dieses großartige Engagement:   

Sarah berichtet:

Vom 06.-20. April 2018 bereiste die Mapanya Band von der Dhow Country Music Academy (DCMA) in Zanzibar im Rahmen eines musikalischen Kulturaustauschprojektes die Schweiz. Die Settings umfassten Workshops mit Primarschülern in Hünenberg (ZG) und Eich (LU), Konzerte in Sursee, Fribourg, Bern und Biel, einen Kulturaustausch mit Studierenden der Pädagogischen Hochschule Zug sowie öffentliche Workshops und einen Kirchenanlass in der Pfarrei Sempach (LU). Immer wieder wurden spontane Einladungen zu Hauskonzerten und Jamsessions ausgesprochen. Zudem wurde die Band nach einem erfolgreichen Konzert in Sursee kurzfristig für den darauffolgenden Abend ans „Bestival 2018“ im Gaskessel in Bern eingeladen. Die sieben jungen Musiker konnten in der Vielfalt des Angebots ihr musikalisches Können und ihre Flexibilität beweisen. Sie haben Menschen aller Altersklassen berührt und mit ihrer Spielfreude begeistert. Es kam beiderseits zu unzähligen unvergesslichen Momenten. AHSANTE SANA!

Die Idee für dieses Projekt entstand während meines einmonatigen Freiwilligeneinsatzes an der Musikakademie in Sansibar im Juli/August 2017. Ziel des Projekts war es, die Studentenband in die Schweiz einzuladen und mit ihnen während zwei Wochen an verschiedenen Institutionen Workshops und Konzerte anzubieten. Diese Schweizer Tournee soll neben der Erweiterung des Erfahrungsbereich der Band in erster Linie auch Raum für musikalischen und kulturellen Austausch schaffen. Gleichzeitig soll das Projekt auch die Musikakademie in Sansibar wertschätzend unterstützen. Das Interesse und die wohlwollende Unterstützung in der Schweiz bereits im Vorfeld waren überwältigend.

Finanziert wurde das Projekt durch die Gagen/Honorare der Band sowie durch private Spendengelder, welche unter anderem durch ein Benefizkonzert von Sarah gesammelt wurden. Wir danke Sarah und allen Beteiligten, die diesen großartigen Austausch ermöglicht haben!

Hier findest du alle Infos zur Musikakademie in Sansibar.

 


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Kulturaustausch und Work & Travel in Japan

Du möchtest Kontakte zu den Menschen in deinem Gastland schließen und dadurch die lokale Kultur besser verstehen lernen? Wir stellen euch regelmäßig Teilnehmer_innen unserer Programme vor, die sich im Ausland auch über ihren Job, ihr Praktikum oder ihre Freiwilligentätigkeit hinaus in ihrem Gastland engagieren – diesmal Daniela in Japan, die an einem Kulturaustausch der Japanisch-Deutschen Gesellschaft in Gunma teilgenommen hat! 

Die Japanisch-Deutsche Gesellschaft in Gunma organisiert zahlreiche Veranstaltungen zum Austausch zwischen Deutschland und Japan. Einmal im Monat können sich die Mitglieder mit in Japan lebenden deutschsprachigen Leuten austauschen und gemeinsam kulturelle und andere Freizeitaktivitäten erleben, um sich besser kennen zu lernen!

Im Mai hat unsere Teilnehmerin Daniela am deutsch-japanischen Event teilgenommen. Daniela ist derzeit Teilnehmerin unseres Work&Travel-Programmes in Tokio. Nach einer Führung durch den berühmten Shôrinzan Daruma Tempel und einem gemeinsamen Mittagessen fand von 14:00-17:00 Uhr der „Deutsche Salon“ statt, an dem stets etwa 30 Japaner teilnehmen. Bei jedem Treffen werden unterschiedliche kulturelle und praktische Themen zu Deutschland behandelt, z.B. das öffentliche Verkehrssystem, Städte, Traditionen, Essen, das Oktoberfest usw.

Japanisch-Kenntnisse sind für dieses Event nicht unbedingt erforderlich, denn die japanischen Teilnehmer_innen freuen sich sehr darüber, ihre Deutschkenntnisse mit dir üben zu können. Für die Teilnahme wird dir sogar eine kleine Vergütung gezahlt.

Wir finden: Eine tolle Gelegenheit, Japan besser kennen zu lernen und dich mit interessierten Menschen von vor Ort über deine Kultur auszutauschen!

Als Teilnehmer_in unseres Work & Travel Programms bist du herzlich eingeladen, an diesem Event teilzunehmen und kulturelle Themen aus deinem Herkunftsland Deutschland vorzustellen! Kontaktiere uns unter info@world-unite.de für weitere Infos oder besuche uns auf http://www.world-unite.de, wenn du mehr über unsere Programme in Japan wissen möchtest! 

 


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“Unglaubliches Indien“ – Alexandras Pflegepraktikum im Krankenhaus in Cochin

Wolltest du schon immer die Kenntnisse aus deinem Studium oder deiner Ausbildung vertiefen und praktisches Wissen gewinnen? Bei einem Praktikum oder einer Famulatur im Ausland kannst du das medizinische System eines anderen Landes kennen lernen und dabei auch noch deine interkulturelle Fähigkeiten erweitern! Alexandra aus England hat mit uns ein Pflegepraktikum in Cochin, Südindien absolviert. Hier teilt sie mit dir ihre Erfahrungen!

 

Ich habe Indien als das Ziel für mein Pflegepraktikum gewählt, da ich bereits zwei Jahre zuvor im Norden Indiens gereist war. Ich hatte mich dabei total in das Land und die Kultur verliebt. Als ich also entscheiden musst, wo hin ich für mein Pflegepraktikum gehen würde, war die Entscheidung einfach zu treffen. Online fand ich über World Unite! meine zukünftige Praktikumsstelle, ein Krankenhaus in Kerala.

Es ist sehr schwierig, einen Monat in Indien zusammenzufassen, denn selbst nach einem zweiten Besuch überrascht mich das Land immer wieder. Da ich vor Ort in einem Krankenhaus arbeiten konnte, hatte ich mehr Kontakt zu den Menschen und habe auch gelernt, die Denk- und Arbeitsweisen vor Ort besser zu verstehen.

Meine Unterkunft war in einem familiären Guest House in der schönen Stadt Fort Kochi, die mir im Laufe des Monats immer mehr ans Herz gewachsen ist. Antonio, mein World Unite!-Koordinator in Cochin, der auch der Betreiber des Guest Houses ist, hat sich sehr gut um mich gekümmert. Besonders die Einführung und Orientierung am ersten Tag waren sehr nützlich, um die Umgebung kennen zu lernen. Antonio begleitete mich an meinem ersten Tag auch ins Krankenhaus, wo ich mit dem Direktor und den Krankenschwestern bekannt gemacht wurde, die bei während ihrer Arbeit unterstützte.

Die Busfahrt zum Krankenhaus ist ein absolutes Erlebnis und ein bisschen ein Ratespiel, denn die Verkehrs- und Straßenschilder sind alle in Malayalam, der lokalen Sprache. Ich musste jedoch nur noch dem Busfahrer den Namen des Krankenhauses zurufen und er ließ mich dann an der richtigen Stelle aussteigen. Am Ende des Monats kannten mich die Fahrer bereits und ich hatte jeden Tag ein freundliches Gespräch mit ihnen im Bus.

Durch meine Zeit im Krankenhaus habe ich bessere Fähigkeiten im Zuhören, Beobachten und Kommunizieren sowie darüber hinaus eine erstaunliche Gesamterfahrung gewonnen, die ich so nicht gehabt hätte, wenn ich in England geblieben wäre.

Ich war von 9.00 bis 17.00 von Montag bis Freitag im Krankenhaus und arbeitete in der Notaufnahme, in der postoperative Abteilung, Allgemeinmedizin und gelegentlich in den Operationssälen. Es war interessant zu beobachten, wie alles gelaufen ist und wie Patienten behandelt werden, die an Krankheiten wie dem Denguefieber leiden, einer Tropenkrankheit, die man in Großbritannien nicht sieht. Die Krankenschwestern waren sehr freundlich und erklärten mir immer auf Englisch, worum es gerade ging. Sie waren auch sehr darum bemüht, dass ich die lokale Küche kennen lernte und teilten ständig ihr Essen mit mir, was sehr lecker war. Ich habe hauptsächlich beobachtet, konnte aber auch kleinere Tätigkeiten an den Patienten durchführen und bei der Medikamentenausgabe helfen. Es erstaunte mich, wie einfallsreich das Personal mit ihren sehr einfachen Mitteln war. Es dauerte sicherlich eine Woche, um mich an die Umgebung und die Hitze zu gewöhnen, aber danach fühlt man sich schnell zu Hause.

Die Dinge sind mir in Indien nicht immer leicht gefallen, zum Beispiel für mich verträgliches Essen zu finden, obwohl es auf der Straße viele Möglichkeiten gibt. Es war oft schwierig herauszufinden, ob die Hygienebedingungen stimmen, aber du musst einfach raus und dich unter die Leute mischen, nachfragen, dich mit den Einheimischen anfreunden. Ich lernte, die Menschen und das Land so sehr zu lieben und mich zu öffnen, dass es nie einen langweiligen Moment gab. Ich vermisse das indische Essen, die bunte Kleidung, den verrückten Verkehrt, die Gerüche, die Leute, die Musik, die Wochenenden und mehr als alles andere sehne ich mich nach dem indischen Tee (Chai)! Zwischen den Kühen, die auf den Straßen liegen, tuckern ständig Tuk-Tuks und Busse, Roller und Motorräder, die im verrückten Straßenverkehr in jede Richtung fahren, und dazwischen das ein oder andere Kamel oder Elefant. Ich kann ehrlich sagen, dass ich gerade nirgends lieber wäre.

Ich werde auch noch für einen weiteren Besuch nach Indien gehen, da das Land wirklich einen Platz in meinem Herzen gewonnen hat. Dank World Unite! konnte ich mein Pflegepraktikum in meinem absoluten Lieblingsland absolvieren und es es die Erfahrung meines Lebens, die ich nie vergessen werde!

Viele Grüße,

Alexandra (Großbritannien)

Du möchtest mehr Details zu diesem Praktikum wissen? Hier findest du alle Infos zu Alexandras Praktikumsstelle.