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Soziale Arbeit in Südafrika – Zähne zeigen, um zu lachen!

Veronika ist Sozialarbeiterin und hat sich als Freiwillige drei Monate lang in Südafrika engagiert. Dabei hat sie ein eigenes Projekt auf die Beine gestellt, dass Zahnersatz für Menschen aus benachteiligten Verhältnissen zur Verfügung stellt. Hier kannst du lesen, wie es zu Veronikas Idee kam:

Mein Einsatz als Freiwillige hat mich von Mai bis August 2019 nach Kapstadt zu TLC Outreach Projects geführt. Ich bin Sozialarbeiterin und es war mir ein großes Anliegen Soziale Arbeit in einem anderen Kontext kennen zu lernen. Da TLC auch mit einer Sozialarbeiterin arbeitet und mit vielseitigen Interventionen versucht, den Menschen in den Townships und auf der Straße Unterstützung zu bieten, habe ich mich direkt für diesen Einsatz entschieden. Und es war ein voller Erfolg!

TLC versucht auf verschiedenen Ebenen Kontakt zu den Menschen in drei verschiedenen Townships aufzubauen und Beziehungen zu den Familien herzustellen. Durch den Einsatz seit über 20 Jahren ist TLC dort überall bekannt und die Kinder freuen sich unglaublich, wenn TLC mit Bastelideen, Sing- und Tanzspielen, aber auch Präventivprogrammen und auch immer etwas Süßem zu Besuch kommt.

Falls eines der Kinder mit 13 Jahren oder älter auf die schiefe Bahn gerät und vorzeitig aus dem staatlichen Schulsystem entlassen wird, nimmt TLC das Kind in ihrer «skills school» auf. Dort haben sie die Möglichkeit mit viel Liebe und Zuwendung, aber auch Strenge und Disziplin, Basisfähigkeiten zu erwerben, um sich mindestens auf eine Anstellung in einer Fabrik oder als VerkäuferIn bewerben zu können. Die Erfolgsrate liegt dabei sicher bei 50%, was ein beeindruckendes Ergebnis ist. Das ist wirklich toll. Ich selbst habe drei SchülerInnen erlebt, die die Schule während meiner Zeit verlassen konnten, da sie einen Job gefunden hatten.

Weiter versucht TLC, Obdachlose zu erreichen und sie zum Besuch ihrer Schule zu bewegen. Dazu suchen sie auf der Straße das Gespräch, kommen abends zum gemeinsamen Gebet und bringen etwas zu essen. Während meiner Anwesenheit bei TLC konnte ich tatsächlich miterleben, wie ein zunächst noch Obdachloser über Wochen keine Drogen mehr konsumierte, später in die Schule kam und zu meinem Abschluss bei TLC auch tatsächlich einen Job gefunden hatte.

Alles in allem ist ein Einsatz bei TLC eine großartige Sache. Die Arbeit ist unglaublich vielseitig, man ist ständig im direkten Kontakt mit den Menschen, man arbeitet überall mit und es wird zu keinem Moment langweilig. TLC macht seine Sache mit viel Herz, Leidenschaft und vollem Einsatz. Ich kann es jeder/m empfehlen, die/der sich einen derartigen Einsatz überlegt, ihn bei TLC zu absolvieren.

Mir war es ein Anliegen in meiner Zeit bei TLC etwas Nachhaltiges zum gegenseitigen Verständnis beizutragen. Ich wollte nicht nur bei der Essensausgabe helfen und mit den Kindern spielen. Lange hielt ich Augen und Ohren offen und diskutierte viel mit meinen MitarbeiterInnen. Ein ehemaliges Projekt von TLC und ein eigenes Erlebnis brachten mich auf folgende Projektidee:

TLC konnte vor einiger Zeit freiwillige Zahnärzten gewinnen, damit diese im mehreren Personen in einer informellen Siedlung namens “Radar” alle schmerzende Zähne zogen. Mehrere Betroffene waren danach vollkommen ohne Zähne. Viele Menschen, die von Armut oder Obdachlosigkeit betroffen sind, haben in Südafrika keinen Zugang zu Zahnversorgung. Oftmals haben schon junge Menschen viele ihrer Zähne verloren oder diese sind in so schlechtem Zustand, dass sie sich kaum mehr trauen zu sprechen.

Diese Menschen in Radar waren nun zwar froh, die schmerzenden Zähne verloren zu haben, aber auf der anderen Seite konnten sie kaum mehr essen und beißen. Sie scheuten sich, ihre leeren Münder zu zeigen und sprachen oft nur noch verdeckt. Als ich bei einer Essensverteilung einer jungen Frau einen Apfel anbot, sagte diese beschämt: «Nein danke, ich kann keinen Apfel beißen.» Oh Gott, war mir das peinlich!

Als ich später mit einer Mitarbeiterin darüber sprach, wurde mir klar, diese Menschen brauchen wieder Zähne, um frei und offen sprechen und lachen zu können.

Ich erkundigte mich: Es gab ein Zahnprothesenlabor in Atlantis, eine Bus-Stunde von TLC entfernt. Dort würden Gebisse zu einem kleinen Preis und ohne Wartezeiten angefertigt. Meine Kollegin erzählte mir, sie habe dort auch ihre Zahnprothese erhalten und es sei alles gut gelaufen. Das Gesundheitssystem in Südafrika sieht zwar Zahnprothesen in ernsten Fällen vor, aber dazu gibt es in ganz Kapstadt nur zwei weit entfernte Kliniken und die Wartezeit beträgt zwischen ein und zwei Jahren. Die BewohnerInnen von Radar würden sich den Weg zu den drei bis vier Terminen in der Klinik nie leisten können und die administrativen Hürden wären in jedem Fall zu hoch. Unter diesen Umständen würden sie nie wieder Zähne erhalten.

Das schien mir der richtige Weg für eine nachhaltige Unterstützung der Menschen:

  • Keine finanzielle Hilfe, die in undurchsichtige Kanäle laufen kann.
  • Keine materiellen Spenden, die verkauft und dann in Drogen oder anderes umgesetzt werden können.
  • Hilfe, die den Menschen ein Stück Selbstwert und Selbstsicherheit wiedergibt und damit ihre Chance auf eine abgesicherte Zukunft erhöht.

Mein Projekt bekam den Namen «Zähne, um zu lachen» – Veronicas Dental Care Project 2019!

10 Menschen wurden von uns, nach einigen Gesprächen mit den Betroffenen und den MitarbeiterInnen, ausgesucht, ich interviewte sie, erstellte kurze Steckbriefe und suchte für sie Patenschaften unter meinen FreundInnen und Bekannten in der Schweiz. Eine Prothese sollte ca. CHF 140.- kosten, Reisekosten und Begleitung durch TLC mitinbegriffen. Auch die Patenschaften waren bald gefunden und wir konnten mit den ersten vier TeilnehmerInnen nach Atlantis in das Labor fahren.

Neben den Gebissen für die Menschen war es mir ein Anliegen, mehr Verständnis füreinander zu entwickeln. So habe ich nicht nur Steckbriefe für die PatInnen erstellt, sondern auch Steckbriefe der PatInnen an die bedürftigen Menschen abgegeben. Sie haben diese Postkarten mit Interesse gelesen, untereinander ausgetauscht und manche gaben mir auch Geschenke für ihre PatInnen nach Hause mit.

In Atlantis wurden Abdrücke genommen und bereits eine Woche später konnten wir dort die ersten Gebisse abholen. Es war unglaublich zu sehen, wie sich die Gesichter und Ausdrücke der vier Menschen mit neuen Zähnen veränderten. Sie hatten Tränen in den Augen und konnten kaum glauben, was sie im Spiegelbild sahen. Es waren wirklich berührende Momente.

Insgesamt konnten wir bis heute für 12 Menschen neue Zähne anfertigen lassen. Man kann anhand der Bilder sehen, wie sehr es die Menschen verändert hat und ich hoffe, sie können daraus weiter Positives erwachsen lassen. Sie sind mir alle ans Herz gewachsen und haben es so verdient!

Veronicas Dental Care Project läuft weiter und wenn jemand dafür mitspenden möchte, könnt ihr einen Beitrag an TLC überweisen unter dem Vermerk «Veronicas Dental Care Project 2019». Wir geben diesen Menschen eine neue Perspektive indem sie wieder ungehemmt sprechen und sich präsentieren können. Sie erhalten eine neue Chance mit ihrem natürlichen Lächeln.

Falls ihr weitere Fragen haben solltet, könnt ihr mich gerne unter info@world-unite.de kontaktieren. Gerne gebe ich euch weitere Infos zum Projekt!

Danke an TLC, an Colleen (Leiterin von TLC) und an Emma, dass ich «Zähne, um zu lachen» umsetzen konnte!

Veronika, Schweiz 2019

Hier findest du alle Infos zu Veronikas Projekt.

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Alinas Hotelpraktikum in Südafrika

Das Abi geschafft, noch etwas Zeit bis zum Studium, Abenteuerlust und Neugierde auf ein neues Land: Alina aus Deutschland hat ein Hotelpraktikum in Südafrika absolviert. Hier teilt sie mit dir ihre Erfahrungen: 

 

Das Abi geschafft, noch etwas Zeit bis zum Studium, Abenteuerlust und Neugierde auf ein neues Land mit einer anderen Kultur, vielen neuen Menschen und spannenden Dingen. Das war genau das richtige für mich. 3 Monate Abenteuer Südafrika konnten beginnen! Nachdem ich zunächst ein Angebot für ein Auslandspraktikum auf Sansibar von World Unite! bekommen habe, dieses aber doch nicht meinen Vorstellungen entsprochen hat, habe ich schnell Alternativen vorgeschlagen bekommen und mich letztendlich für ein Praktikum in Südafrika beworben und entschieden.

Da ich dieses Jahr ein Studium in Tourismuswirtschaft und Hotelmanagement anfangen werde, habe ich überlegt, ein Praktikum zu machen und dieses anschließend dann mit dem Reisen zu verbinden. Gesagt getan. Die zuständigen Betreuer von World Unite! haben mir gute Tipps für den Aufenthalt gegeben und die Vorbereitungsunterlagen gab es alle in einem gut durchdachtem Online Portal zum Einloggen mit allen wichtigen Informationen zum Reiseziel Südafrika inklusive Sicherheitshinweisen und Notfallkontakt-Nummern.

Schon am Flughafen in Kapstadt bei meiner Ankunft hat mich meine Betreuerin von World Unite! abgeholt, mich mit allen wichtigen Informationen samt SIM-Karte versorgt und mich persönlich zu meinem Hotel gebracht. Auch habe ich während meines Praktikums drei Tage mit ihr in Kapstadt direkt verbracht und sie hat mir so als Einheimische einige tolle Sachen gezeigt. Es war super schön!

Das Hotel, in dem ich für 8 Wochen mein Praktikum machte, lag im schönen Franschhoek bei Stellenbosch, in der Weinregion von Südafrika. Auf dem Hotelgelände stand mir ein eigenes Zimmer mit eigenem Bad sowie einer Küche zur Verfügung; auch Waschmaschinennutzung war kein Problem. Zu dem Hotel gehörte neben einem riesigen Garten mit Pool eine wunderschöne Kapelle sowie eine Scheune für Festivitäten.

Demzufolge habe ich im Laufe meines Praktikums nicht nur den „normalen Hotelablauf“ miterleben dürfen. Ich hatte ebenfalls die Chance, Weinproben durchzuführen und an einem Wochenende eine große Hochzeitsfeier mit dem Team zu organisieren. Generell muss ich sagen, ist es in den Monaten Mai, Juni, Juli etwas ruhiger in den Hotels und in der Region. In Südafrika is Winter und die Saison beginnt erst im September, Oktober richtig. Darum wurde sich viel um Marketing und das Vorbereiten für die neue Saison gekümmert. Wer also das richtige „busy Hotelleben” mitbekommen möchte, sollte im Sommer nach Südafrika kommen, sprich Dezember, Januar, Februar.

Franschhoek ist ein kleines, sehr schönes Weindorf umgeben von zahlreichen Weingütern, vielen Weinreben und Bergen. Dies zusammen schafft eine atemberaubende Kulisse und insbesondere das Licht bei den Sonnenauf- und Untergängen ist wirklich bezaubernd!

Zu meinen Aufgaben im Hotel gehörten unter anderem das Gäste Ein- und Auschecken, der Frühstückservice (das Hotel hatte kein eigenes Restaurant, nur Frühstück wird angeboten), Social Media-Arbeit sowie allgemeines Marketing, Weinproben durchführen und Bestände prüfen (Lebensmittel, Geschirr, etc.). Ebenfalls hatte ich die Möglichkeit, die wichtigsten Touristenattraktionen in der Region selbst kennenzulernen, um somit auch den Gästen Auskunft geben zu können. (zB die bekannte „Wine Tram Tour“ durch das Weintal Franschhoek, Stellenbosch und Paarl).

Mein Arbeitsplan wurde stets eingehalten, es gab immer etwas zu tun und an den freien Tagen konnte man in der Region viel erleben. Das Land ist wirklich unglaublich vielseitig! Von einzigartigen Safari- und Paraglyding Touren, Kanu, Kletter- und Abenteuerausflügen, Wanderungen durch Nationalparks, Spaziergängen entlang der schönsten Strände Südafrikas, Shopping und Foodmarket Erlebnissen an der V&A Waterfront in Kapstadt, ist für jeden etwas dabei und diese wunderschönen Eindrücke werde ich so schnell nicht vergessen. Mein absolutes Highlight dieser ganzen, aufregenden Reise war definitiv die Begegnung mit den Elefanten und zwei Baby-Giraffen, die ich füttern durfte und Zeit mit ihnen verbracht habe. Diesen Tieren so unglaublich nah zu sein, war absoluter Wahnsinn und erst einige Wochen später, beginnt man das so zu realisieren. Eine einzigartige Tierwelt in Südafrika!

Mir persönlich hat dieses Praktikum einen wichtigen Einblick in die Hotelbranche vermittelt – besonders das Business-Englisch mit den entsprechen Fachbegriffen während der gesamten Zeit ist eine gute Basis für das Studium. Das Hotelteam hat mich super herzlich aufgenommen, es war eine sehr familiäre Stimmung und ich werde mit einem Lächeln an diese schöne Zeit zurückdenken!

Hier findest du alle Infos zu Alinas Praktikum!


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Inspirierende Erlebnisse im Ausland

Ein Auslandsaufenthalt hält in der Regel viel mehr bereit, als nur die reine Praktikums- oder Freiwilligenerfahrung. Oft prägen uns alltägliche Begegnungen oder die Interaktion mit Menschen im Gastland auf nachhaltige Weise. Unsere Teilnehmer und Mitarbeiter erzählen dir hier von ihren einprägsamsten Erfahrungen.

Thore aus Dänemark, World Unite! Praktikant in Japan

 

“An einem Sonntag saß ich in der U-Bahn, was bedeutete, dass vergleichsweise zu den Werktagen in Tokio nur wenige Geschäftsleute im Zug saßen. Ich wollte mich gerade hinsetzen, als plötzlich eine älteren japanische Dame in den Zug stieg. Als Gentlemen stand ich natürlich auf und bot ihr meinen Sitzplatz mit den japanischen Worten für “Bitte, setzen Sie sich” an. Sie nahm freundlich meine Geste an und setzte sich mit einem breiten Lächeln hin. Nach der nächsten Station wurde der Platz neben ihr frei. Die Dame blickte mich an und sagte: “Bitte, setz dich” und ich tat wie geheißen. Als wir einige Minuten gefahren waren, sah sie mich an und fragte mich etwas auf Japanisch. Das einzige Wort, das ich verstand, war “doko”, was “wo” bedeutet. Ich vermutete, dass sie wissen wollte, wohin ich denn fahren würde. Ich antwortete “Nihombashi” und lächelte. Den Rest der Reise saßen wir still nebeneinander. Ich finde diese einfache Begebenheit sehr schön, da sie aus meiner Sicht sehr viel Höflichkeit, Demut und Freundlichkeit verkörpert, Eigenschaften, die ich eng mit Japan verbinde. Sie wird mir für immer in Erinnerung bleiben. “


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Famulatur & Medizinpraktikum in Tansania

Rosemarie aus Deutschland ist Krankenschwester und bald auch Ärztin. Sie hat mit World Unite! medizinische Praktika und Freiwilligeneinsätze in León, Nicaragua, Moshi und Mwanza, Tansania absolviert. In diesem Bericht kannst du ihre Praktikumserfahrungen in Moshi, Tansania nachlesen!

Wie bin ich auf Moshi gekommen?

Ich wollte schon seit längerer Zeit eine Famulatur in Tansania machen, da mir so viel Gutes von diesem Land berichtet wurde. Ich hatte es auch schon öfter versucht, mich bei einer Organisation für ein solches Praktikum zu bewerben, aber irgendwie kamen keine Antworten. Dann bin ich im über einen Bericht eines Volunteers auf World Unite! gestoßen und bekam ziemlich schnell eine sehr ausführliche und nette Antwort für mein zukünftiges Praktikum. Zwischen den Haupteinsatzorten dieser Organisation in Tansania hat mich Moshi am Kilimanjaro sofort angesprochen.

Um mich für meine Famulatur anzumelden, brauchte ich einen Lebenslauf auf Englisch und ein Empfehlungsschreiben von meiner Hochschule. Für weitere Vorbereitungen habe ich mir dann viel auf der Homepage von World Unite! durchgelesen, wie z.B. welche Impfungen man braucht und generelle Informationen über Tansania und meinen Einsatzort. Als meine Famulatur bestätigt war, habe ich noch den passenden Flug gebucht und das Service-Paket von World Unite! gebucht, welches den Leistungen und der Betreuung vor Ort völlig gerecht geworden ist!

Anreise nach Tansania

Ich hab meinen Flug nach Dar Es Salaam gebucht. Ich empfehle es, von Dar ebenfalls in einen Flieger zu steigen um nach Moshi zu kommen und zwischen den beiden Flügen ein bisschen Zeit einzuplanen, wenn man sich dort am Flughafen noch ein Visum besorgen muss, was etwas Zeit in Anspruch nimmt, weil ein ziemlich großes Chaos in der Ankunftshalle herrscht. Ich hatte nur anderthalb Stunden Zeit zwischen Ankunft in Dar und dem nächsten Flug zum Kilimanjaro International Airport und es hat nicht gereicht, sodass ich den darauffolgenden Flug fünf Stunden später nehmen musste. Natürlich informierte ich die Koordinatoren in Moshi, damit meine Abholung vom Flughafen verschoben werden konnte. Als ich abends in Moshi ankam, holte mich ein von World Unite! organisierter Taxifahrer ab, der mich zu einem vereinbarten Treffpunkt fuhr, von dem mich eine der Koordinatorinnen von World Unite!, Adelina, mit ihrem Mann George, abholten. Als mich Adelina umarmte und willkommen hieß, fühlte ich mich zum ersten Mal sicher und wohl in diesem für mich noch fremden Land.

Adelina brachte mich in meine Unterkunft (ich hatte mir eine WG ausgesucht) und erklärte mir ein paar Dinge. Am nächsten Tag holte mich eine andere Koordiantorin, Miriam, von meiner Wohnung ab um mich mit ein paar räumlichen Anhaltspunktenin der Stadt vertraut zu machen. Wir frühstückten gemeinsam und regelten alle organisatorischen Angelegenheiten, unter anderem gingen wir zur Bank damit ich Tansanische Schilling abheben und schon mal die Miete zahlen konnte und kauften eine SIM-Karte. Aber wir gingen auch zum Markt und Miriam erklärte mir, welcher Bus (Daladala) mich nach Hause bzw. zum Krankenhaus fährt.

Meine Unterkunft in Tansania

Meine WG lag nahe der Daladala-Haltestelle KDC, mit dem Daladala (400 TZS ~ 20 Cent) etwa 15 Minuten vom Zentrum und damit vom Krankenhaus entfernt. Das Häuschen mit drei Schlafzimmern und einer Küche liegt auf dem Grundstück der Besitzerin, Mama Rose, und ihrer Familie. Jedes Zimmer hat ein eigenes Bad mit Toilette nach westlichem Standard, einem kleinen Waschbecken und Dusche. Allerdings konnten sowohl ich als auch meine Mitbewohnerin die Duschbrause nicht verwenden, da der Wasserdruck in Moshi oft sehr niedrig ist, und mussten stattdessen auf eine Handbrause zurückgreifen, was letztendlich ganz gut funktioniert hat. Immer wenn mal kein Wasser da ist, lohnt es sich die sehr hilfsbereite Besitzerin oder deren Familienmitglieder zu fragen, da es sein kann, dass das Wasser nur aus Versehen abgedreht wurde und sich das Problem leichter als erwartet wieder regeln lässt.

Da es in der Küche auch zwei Gasherde gibt, kann man dort selbst Mahlzeiten zubereiten und muss nicht immer unterwegs etwas kaufen. Im Kühlschrank sollte alles gelagert werden was man an Essbarem besitzt, inklusive Obst und Gemüse.

Im Übrigen hatte ich während meiner Zeit in Moshi Besuch von meinem Freund, der dann einfach mit mir in dem Zimmer wohnen durfte bzw. wir es dann zu zweitgemietet haben, also auch das ist kein Problem.

Meine Praktikumsstelle

Das Krankenhaus, in dem ich tätig war, ist die zentrale Anlaufstelle für Krankheits-/Notfälle, die auf den kleinen Krankenstationen auf dem Land nicht behandelt werden können und für Familien die nicht vermögend genug sind, um sich ein privates Krankenhaus zu leisten. Es gibt es viele unterschiedliche Stationen. Generell ist es erwünscht, dass man als Praktikant rotiert, d.h. Woche für Woche die Station wechselt. Ich habe in meiner 30-tägigen Famulatur vier Stationen kennengelernt: Die Kinderstation, die Frauen- und Geburtenstation, die Innere Medizin und die HIV-Ambulanz.

Wie viel man lernt und was man alles machen darf als FamulantIn hängt, wie in Deutschland, davon ab, ob man fragt und sich anbietet, Aufgaben durchzuführen. Andererseits muss man meiner Meinungnach auch „nein“ sagen können, wenn man Aufgaben bekommt, die man noch nicht erlernt hat und zumindest alleine nicht in der Lage ist, sicher für den Patienten/die Patientin durchzuführen. Zum Beispiel wurde mir einmal von eine einem Assistenzarzt angeboten, eine Geburt zu leiten, ich habe dies jedoch abgelehntt. Im Nachhinein war ich sehr froh darüber, da diese Geburt sich als eine der schwierigsten und langwierigsten herausstellte, die ich dort gesehen habe.

Also: Machen darf man unter Umständen viel, man sollte nur darauf achten, dass man auch um Hilfe fragt und keine Tätigkeiten durchführt, die man sich nicht auch im eigenen Land zutrauen würde. Die Kommunikation mit ÄrztInnen und Krankenschwestern läuft meistens auf Englisch ganz gut, aber nur wenige PatientInnen haben Englischkenntnisse. Deswegen ist es sehr hilfreich, wenn man sich einige Zeit vor der Anreise ein bisschen mit der Sprache Suaheli beschäftigt hat oder vor Ort einen Suahelikurs macht, damit man auch Kontakt zu den PatientInnen aufbauen kann oder zumindest nacheinfachen Dingen fragen, wie „Wie geht es dir/dem Kind?“, „Hast du Hunger/Durst?“, oder freundlich grüßen kann.

Moshi und Umgebung

Moshi ist ein überschaubares Städtchen. In der Stadt bewegt man sich am besten zu Fuß, wobei man bei längeren Strecken auch einfach in einen Daladala steigen kann, das in deine Richtung fährt. Die Verbindung mit dem Land und den Dörfern ist relativ gut durch Busse abgedeckt, die von der zentralen Busstation in alle Richtungen fahren. In Moshi gibtes mehrere kleine und mindestens einen großen Supermarkt, viele lokale Cafés und auch ein paar teurere nach europäischem Standard. Es ist sehr empfehlenswert, frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse auf den Straßenmärkten zu kaufen, der Geschmack ist unbeschreiblich.

Moshi hat auch einen stillgelegten, kleinen Bahnhof, von dem zwar keine Züge mehr abfahren, aber ein sehr schöner ruhiger Ort ist, woman auch etwas trinken oder einfach nur abhängen kann.

Von Moshi aus kann man auch gut Safaris starten; ich war einen Tag im Ngorongoro Krater und es hat sich sehr gelohnt!

Sansibar

Selbstverständlich darf man sich bei einem Aufenthalt in Tansania nicht einen kurzen oder längeren Abstecher nach Sansibar entgehen lassen! Ich habe dort die letzten zehn Tage meiner Reise verbracht und mich vom Food Market in Stone Town und von den weißen Stränden Nungwis im Norden bezaubern lassen.

World Unite!

Was die Mitarbeitenden von World Unite! leisten, ist mehr als nur ein Service. Miriam, Adelina, Katharina und George waren rund um die Uhr da, wenn man Hilfe brauchte oder auch nur Fragen hatte. Da es meiner Mitbewohnerin über mehrere Wochen nicht gut ging, sind Miriam und Adelina nicht nur mehrmals mit ihr zum Arzt gefahren, sondern haben sie beraten und mit ihr jede Menge Obst und Gemüse auf dem Markt gekauft für eine schnellere Genesung.

Außerdem finden wöchentlich nicht verpflichtende Treffen mit allen World Unite!-Freiwilligen und -Mitarbeitenden statt, um sich auszutauschen und ggf. Probleme zu lösen. Meistens waren es einfach sehr nette und freie Nachmittagsrunden. Also eins ist klar: ich habe diese Organisation seit meinem Aufenthalt in Moshi schon mehrfach weiterempfohlen und möchte dies auch hiermit tun!

Fazit: Ich hatte eine tolle Zeit in Moshi und generell in Tansania und würde diese Reise immer wieder unternehmen. Auch das Praktikum ist gut gelaufen und war für mich sowohl in medizinischer als auch in menschlicher und kultureller Hinsicht sehr lehrreich. World Unite! war bei alldem eine Stütze und eine sichere Anlaufstelle. Also: nichts wie hin und viel Freude wünsche ich euch in Tansania!

Rosemarie, Deutschland

 

Möchtest du auch eine Famulatur oder ein medizinisches Praktikum im Ausland unternehmen? Hier findest du alle Infos zu Rosemaries Praktikumstelle.


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Natur- und Umweltschutzprojekt in Marokko

Christina aus Deutschland hat drei Monate lang in einem Natur- und Umweltschutzprojekt in der Stadt Tanger in Marokko mitgearbeitet. Hier berichtet sie dir von ihren Erfahrungen als Freiwillige.

“Nous traitons ce monde comme si nous aurions un deuxième dans le coffre.” (Deutsch: “Wir behandeln diese Welt, als hätten wir noch eine zweite als Reserve.”).


Dieses Zitat drückt das Verhalten vieler Menschen aus, die sich des Klimawandels und der daraus resultierenden Probleme nicht bewusst sind. Ich bin der Meinung, dass wir uns alle für den Schutz unserer Umwelt und ihrer Lebewesen einsetzen müssen. Wir müssen uns bewusst werden, dass wir keinen zweiten Planeten in Reserve haben!

Aus diesem Grund habe ich mich für ein dreimonatiges Praktikum bei CEET entschieden, dem Tangier Environmental Education Center in Marokko.

Meine ehrenamtliche Arbeit umfasste vor allem, Umweltbildungsworkshops in Schulen und mit Schulklassen durchzuführen. Andererseits hatte ich die Möglichkeit, an Hochschultagen und Exkursionen zum Thema Geologie, Natur und Umweltschutz teilzunehmen.

Zunächst zu den Workshops: Ich vermittelte dabei den Schüler/innen verschiedene Umweltthemen und begann in der Regel mit einem “Eisbrecher”, um die Kinder besser kennen zu lernen. Danach diskutierten wir verschiedene Umweltthemen, darunter beispielsweise die Wasserknappheit und den Wasserkreislauf oder die Artenvielfalt in einer natürlichen Umwelt.

Gemeinsam mit einem anderen deutschen Freiwilligen und unserem Koordinator und Professor Merini haben wir versucht, den Kindern und Jugendlichen diese Themen auf ansprechende Art und Weise zu vermitteln. Verschiedene Inhalte wurden z.B. in Rätselform dargestellt. Darüber hatten die Schüler/innen unterschiedlicher Altersgruppen auch Gelegenheit, Experimente durchzuführen.

Ziel war es, das Interesse der Kinder und Jugendlichen am Umweltschutz zu wecken und ihnen aufzuzeigen, dass es Handlungsbedarf gibt!

Außerdem nahm ich an Projekten teil, die von der “AESVT Morocco” (einer Lehrervereinigung  für Umwelt- und Geowissenschaften zum Thema Umwelterziehung und nachhaltiger Entwicklung) durchgeführt wurden:

Über die AESVT hatte ich die Möglichkeit, gemeinsam mit 40 Schüler/innen von Gymnasien und Hochschulen in Tanger an der dritten Kampagne zur Beseitigung von Meeresmüll am Merkala-Strand in Tanger teilzunehmen. Anlass dazu war der “Tag des Bürgerengagements junger Menschen im Mittelmeerraum”. Das Projekt wurde auch in Tetouan, Al Hoceima und Nador sowie in acht Mittelmeerländern durchgeführt.

Darüber hinaus nahm ich an zwei Konferenzen zur Schaffung einer effizienten und optimierten Abfallwirtschaft in Marokko teil. Grund für die Konferenzen war die leider begrenzten Ergebnisse des Gesetzes 28.00, das geschaffen worden war, um die negativen Auswirkungen von Abfällen auf Menschen und die Umwelt zu verringern. Ziel der beiden Konferenzen war es, eine Interessenvertretung zum Thema Müllvermeidung und Umweltschutz zu schaffen sowie auch die öffentliche Wahrnehmung von Abfall zu ändern (weil es sich um Ressourcen handelt, nicht um “Müll”).

Am Ende meines Aufenthaltes nahm ich an einigen Hochschultagen teil. Dies ermöglichte mir nicht nur, an der Fakultät für Naturwissenschaften von Tétouan mehr über Ökotourismus zu lernen, sondern auch, noch besser in die marokkanische Kultur einzutauchen. Gemeinsam mit den Studierenden wurde eine Plattform für sozial- und umweltbezogene Workshops und Debatten geschaffen. Die Interaktion und die Zusammenarbeit mit den marokkanischen Studierenden empfand ich als sehr bereichernd.

Darüber hinaus konnte ich an einer Geo-Exkursion im Rahmen der Hochschultage teilnehmen, organisiert durch die AESVT. Das Thema war “Der Geopark Mgoun und die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region.“

Zusammen mit 110 Teilnehmern aus 25 Städten, ​​hatte ich die Gelegenheit, eine Reihe interessanter Geo-Schauplätze wie Aït Attab, den See Bin el Ouidane oder die Masthefrane-Kathedrale in Tamga entdecken. Wir besuchten auch die Ifri Ntwaya-Höhle in Ait Mhamed und die Fußabdrücke von Dinosauriern in Ait Blal. Darüber hinaus besichtigten wird Ouzoud-Wasserfälle und weitere Spuren von Dinosauriern im Iouariden-Geosit bei Demnate. Um die wissenschaftliche Betreuung der verschiedenen Themen zu gewährleisten, wurden Experten geladen, die den Teilnehmern Informationen über die Geographie und die besuchten Orte bereit stellten und unsere Fragen beantworteten.

Während dieser vier Tage habe ich Orte gesehen, von denen ich zuvor niemals zu träumen gewagt hätte. Es war mir eine große Ehre, an den Hochschultagen bei Demnate teilzunehmen. Wie in Tetouan habe ich den Austausch mit den anderen Teilnehmern genossen und hatte eine Zeit, die ich mein ganzes Leben lang in Erinnerung behalten werde.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich sehr von der Zeit im CEET-Team sehr profitiert habe, aber natürlich auch von all den Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten in Marokko, die einen Besucht absolut wert sind!

Meine Freiwilligenarbeit im Einklang mit der Natur hat mir erneut gezeigt, wie wichtig es ist, diese Welt und ihre Schönheit zu schützen, denn wir haben keine zweite! Oder, wie die AESVT richtig feststellt: “Umweltschutz – gesagt, getan!”

 

Hier findest du alle Infos zu Christinas Freiwilligeneinsatz.


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Deine umweltfreundliche Reise-Packliste!

Reisen kann eine Belastung für die Umwelt sein. Mit ein paar wohlüberlegten Reiseprodukten kannst du jedoch deinen ökologischen Fußabdruck verringern und deinen Reisekoffer umweltbewusster gestalten! Jede Woche geben wir dir hier Tipps und Hinweise zu umweltfreundlichen Alternativen für deine Packliste.

Mit jeder Kaufentscheidung nimmst du Einfluss auf die Zukunft, in der du leben möchtest. Für deine Reisepackliste bedeutet dies – ob Kleidung, Schuhe, Toilettartikel oder elektronische Geräte –  die Auswahl des verwendeten Materials, die Menge der zur Herstellung benötigten Ressourcen, die Verwendung von potenziell schädlichen Zusatzstoffen, die biologische Abbaubarkeit des Endproduktes und nicht zuletzt der Produktionsprozess und die damit verbundenen Sicherheits- und Sozialstandards – all diese Faktoren haben Einfluss auf die Umwelt, in der wir leben! Du als Konsument_in kannst dabei helfen, Hersteller zu unterstützen, die Wert auf umweltfreundliche und sozialverträgliche Praktiken legen.

Lass dich keinesfalls durch die Vielfalt der Möglichkeiten einschüchtern: Ob Hersteller, die sich um CO2-Ausgleich bemühen, umweltfreundliche Verpackungen verwenden, möglichst regional produzieren, faire Löhne zahlen, auf erneuerbare Energien zurückgreifen, auf recycelte Fasern setzen oder soziale Projekte finanziell unterstützen – am Ende entscheidest du selbst, welche Aspekte dir am meisten am Herzen liegen. Es gibt wohl kaum ein Produkt oder einen Hersteller, der in jeder Hinsicht perfekt ist. Stattdessen zählt der Versuch, sich bewusst um umweltfreundlichere Lösungen zu bemühen.

Es geht auch nicht darum, deine alte Reisausstattung komplett zu entsorgen. Vielmehr dient dieser Blog als Anregung, bei nötigen Neuanschaffungen Schritt für Schritt auf umweltfreundliche Alternativen umzusteigen.

Kleidung

Wusstest du, dass  Textilien auf Mülldeponien am meisten Platz beanspruchen und dass es hunderte von Jahren dauert, bis sie vollständig abgebaut sind? Der einzige Weg, die Umwelt durch die Textilindustrie nicht zu belasten, besteht darin, keine neue Kleidung mehr zu kaufen. Dies ist wohl für die meisten von uns keine realistische Alternative. Wie können wir also einen Unterschied machen der der Umwelt zugute kommt, ohne aber auf Komfort und Stil verzichten zu müssen und unser Budget zu überlasten?

Überdenke jeden Kleiderkauf und entscheide bewusst, ob er auch wirklich notwendig ist. Eine gute Möglichkeit, bewusst weniger zu kaufen ist es, auf zeitlose Design umzusteigen, die nicht bloß für kurze Zeit tragbar sind. Praktische für den Reisekoffer sind Mehrzweckartikel wie z.B. Kleider, die auch als Pullover getragen werden können.

Welche Kleidung brauche ich eigentlich wirklich auf reisen?

  • T-Shirts
  • Langarmshirts
  • Hosen (lang, kurz)
  • Sportbekleidung (Oberteil, Shorts oder Hose)
  • Socken
  • Badebekleidung
  • Unterwäsche
  • Passende Bekleidung für deine Praktikums- oder Freiwilligenstelle

Für Frauen:

  • Multifunktionsartikel: z.B. Kleider, die auch als Röcke getragen werden können
  • Sarong / Pareo (großes, luftiges Strandkleid)
  • Leggings (zum Unterziehen unter Kleider und Röcke in kulturell sensiblen Regionen und Ländern)

Achte bitte bei der Auswahl deiner Kleidung auch auf kulturelle Besonderheiten in deinem Gastland. In vielen muslimischen Ländern oder in ländlichen Regionen ist es eventuell unpassend, sich zu freizügig zu kleiden. Verzichte daher auf kurze Shorts, tief dekolltierte T-Shirts und transparente Materialien.

Welche Fasern und Materialien werden derzeit für ökofreundliche Kleidung verwendet?

Baumwolle: Dabei handelt es sich um die in all unseren Kleidungsstücken am häufigsten verwendete Faser. Konventionelle Baumwolle braucht jedoch große Mengen Wasser, Herbizide, Insektizide und Pestizide, die eine Gefährdung für die Gesundheit der Farmarbeiter und für unser Ökosystem darstellen. Darüber hinaus laugt Baumwolle die Böden stark aus. Auch Bio-Baumwolle verbraucht viel Wasser und trägt zur Degeneration der Böden bei; zumindest werden aber keine Chemikalien im Anbau und bei der Herstellung verwendet.

Bambus: Bambusfasern liegen im Öko-Trend. Kein Wunder – die Pflanze besitzt viele umweltfreundliche Eigenschaften: Bambus ist nicht nur die am schnellsten wachsende Pflanze der Welt, sondern reinigt auch die Luft beim Anbau, trägt zur Erholung der Böden bei und benötigt in der Regel keine chemischen Düngemittel oder Pestizide. Darüber hinaus ist der Wasserverbrauch wesentlich geringer als bei Baumwolle. Die konventionelle Umwandlung von Bambusholz in Bambusfaser benötigt mehrere giftige Chemikalien. Hersteller können jedoch auch auf eine ökologische Behandlung ausweichen. Ob dies der Fall ist, wird üblicherweise auf der Produktwebsite kenntlich gemacht.

Hanf: Hanf benötigt wenig Wasser benötigt und seine Reifung dauert nur wenige Wochen. Da Hanf von Natur aus resistent gegen Schädlinge ist, werden keine Pestizide und Insektizide benötigt. Hanfstoffe sind stärker als Baumwolle, strapazierfähig und bequem. Je mehr du den Stoff trägst, desto weicher wird er.

Leinen oder Flachsfasern: Beide sind biologisch abbaubar, benötigen keine Chemikalien während des Anbaus und haben starke Fasern. Wenn sie getragen werden, nehmen sie Feuchtigkeit auf, fühlen sich auf der Haut kühl an und halten leicht hohen Temperaturen stand.

Tencel: Tencel wird aus Eukalyptusbäumen hergestellt. Die Pflanzen kommen mit wenig Wasser aus und benötigen keine Pestizide oder Insektizide. Achte darauf, dass das Holz aus einem nachhaltig bewirtschafteten Wald stammt. Tencel ist weich, leicht, atmungsaktiv und langlebig.

Lenpur: Die Grundlage für diese Planzenfaser ist Zellulose, die aus dem Rückschnitt von Bäumen in der Forstwirtschaft gewonnen wird. Zur Herstellung muss daher kein einziger Baum oder Bambus gefällt werden! Kleidung aus Lenpur ist weich und fühlt sich ähnlich an wie Kaschmir. Sie wirkt wärmeregulierend und geruchsneutralisierend.

Recycelte Materialien: Kleidung kann auch aus allen Arten recycelter Kunststoffe hergestellt werden, von recyceltem Polyester bis hin zu Fleece und Baumwollgarn. So können beispielsweise recycelte Plastikflaschen mit Baumwolle oder anderen Materialien gemischt werden, um ein weiches Gewebe herzustellen. Recyceltes Baumwollgarn kann aus T-Shirt-Fabriken gewonnen und erneut gesponnen werden. Einerseits ist es eine großartige Möglichkeit, das bereits produzierte Material wiederzuverwenden und damit wertvolle Ressourcen einzusparen. Kristisch zu sehen ist jedoch die chemische Vorbehandlung der Materialien, die bei jedem Waschgang zu Mikroplastikproblematik beitragen.

Welche Outdoor-Ausrüstung brauche ich?

  • Regenjacke / Windjacke / wasserdichte Jacke
  • Fleecejacke
  • Wanderhose

Outdoor-Ausrüstung muss wasserdicht, langlebig, leicht und schnell trocknend sein. Bei den meisten Outdoor-Artikeln werden diese Eigenschaften durch die Verwendung von PFCs (polyfluorierte Chemikalien) erreicht. Studien zeigten, dass PFCs aus dem Outdoor-Material in der Luft verdampfen und bereits in abgelegenen Bergseen und Schnee gefunden wurden. Die Chemikalien können sich dann in lebenden Organismen ansammeln, wo die langfristigen Auswirkungen auf den menschlichen Körper noch unbekannt sind. Viele Marken haben bereits auf PFC-freie Technologien umgestellt und verwenden andere umweltfreundliche Alternativen, wie z. B. recyceltes Polyester, recyceltes Gummi für Schuhe und farbstofffreie Membranen.

Schuhe

  • Sportschuhe
  • Flip Flops
  • Sandalen
  • Eventuell auch Wanderschuhe, wenn du viel draußen unterwegs sein wirst

Schuhsohlen und ihr Dämpfungssystem bestehen normalerweise aus synthetischem Gummi (auf Erdölbasis). Darüber herrschen gerade bei der Produktion von Schuhen in vielen Ländern, z.B. in Asien unfaire soziale und gesundheitsgefährdende Produktionsstandards.

Zum Glück gibt es auch eine große Auswahl an verantwortungsvoll gefertigten Schuhen! Achte auf die Marke und ob eine Fairtrade-Zertifizierung besteht oder eine Zertifizierung durch andere unabhängige Sozial- und Umweltprüfstellen. Im Hinblick auf das Material gibt es eine große Auswahl: Anstatt zu synthetischem Kautschuk zu greifen, können Schuhe aus Naturkautschuk hergestellt werden, für dessen Herstellung keine Bäume gefällt werden müssen. Andere Alternativen für die Sohle, insbesondere für Flip-Flops und Sandalen, sind Kork, Hanf, Bambusgras, Seegras, Sohlen auf Maisbasis und Pinatex, eine Faser aus Ananasblättern. Wenn du bei der Sohle lieber zu Recyclingmaterialien greifst, gibt es z.B. recycelten Gummi, Kunststoff aus dem Meer, Reifen, Weinkorken, Industrieschläuchen, Polyester, postindustriellem Schaum und Stoff. Achten Sie auch auf alle natürlichen Farbstoffe und ungiftigen Tinten.

Schuhsohlen und ihr Dämpfungssystem bestehen normalerweise aus synthetischem Gummi, einem Material auf Erdölbasis. Darüber hinaus ist die Herstellung von Schuhen zum Beispiel in Asien anfällig für unfaire soziale und gefährliche Produktionsstandards. Zum Glück könnte die Auswahl an verantwortungsbewusst gefertigten Schuhen nicht größer sein. Achten Sie auf Marken, die im Rahmen der Fairtrade-Zertifizierung oder anderer unabhängiger Sozial- und Umweltprüfstellen arbeiten. Materialtechnisch haben Sie eine große Auswahl. Anstatt synthetischen Kautschuk zu verwenden, können Schuhe aus Naturkautschuk hergestellt werden, der durch Klopfen auf die Bank und Entfernen eines milchigen Safts gewonnen wird, während der Baum weiter wächst. Komfort und Qualität der Schuhe haben die gleichen Eigenschaften. Andere Alternativen für die Sohle, insbesondere für Flip-Flops und Sandalen, sind Kork, Hanf, natürliches Bambusgras, Seegras, Sohlen auf Maisbasis und Pinatex, eine Faser aus Ananasblättern. In der Kategorie des für die Sohlen verwendeten wiederverwendeten Materials finden Sie Schuhe aus recyceltem Gummi, Kunststoff aus dem Meer, Reifen, Weinkorken, Industrieschläuche, Polyester, sowie Schaum- und Stoffabfälle aus Fabriken. Achte besonders darauf, dass natürliche Farbstoffe und ungiftige Färbemittel verwendet werden.

Toilettartikel

Kulturbeutel: Infrage kommen Kulturbeutel aus wiederverwerteten Materialien, z.B. aus recyceltem Zement oder aus recycelten Wasserflaschen.

Zahnbürste: Angesichts der Tatsache, dass Zahnärzte empfehlen, deine Zahnbürste alle drei Monate auszutauschen, würde dies im Laufe eines Lebens eine ganze Menge Plastikmüll produzieren! Als Alternative kannst du auf Zahnbürsten mit Bambusgriffen, aus Biokunststoff aus Pflanzenresten, Zellulose (aus Holz) oder recyceltem Kunststoff, beispielsweise aus Joghurtbehältern, zurückgreifen. Borsten können aus einem großen Prozentsatz aus Rizinusöl oder pflanzlichem Nylon bestehen, das frei von Erdöl ist.

Zahnpasta: Wenn du die genauen Inhaltsstoffe deiner Zahnpasta kennen möchtest, warum sie nicht selbst herstellen? Es gibt viele Online-Tutorials zur Herstellung von Zahnpasta aus natürlichen Zutaten wie Backpulver, Kokosöl und ätherischen Ölen.

Seife, Shampoo, Gesichtslotion, Deodorant: Wenn du deine Hautpflegeprodukte auf natürliche Produkte umstellst, triffst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstens kannst du sicher sein, dass du deinem Körper nur natürliche Inhaltsstoffe und keine synthetischen Duft-, Farb-, Paraben- und Konservierungsstoffe zumutest. Zweitens vermeidest du, dass tausende kleine Mikroplastikteile, die in vielen herkömmlichen Schönheitspflegeprodukten verwendet werden, in das Abwassersystem gelangen, wo sie nicht gefiltert werden können. Sobald sie in unser Ökosystem kommen, zersetzen sie sich nicht und werden folglich Teil unseres Nahrungsmittelsystems. Die langfristigen Auswirkungen auf unseren Körper sind noch nicht klar. Warum das Risiko eingehen, wenn es so viele gute Alternativen gibt?

Die beste Wahl für unterwegs ist übrigens flüssige Mehrzweckseife, die zum Waschen von Wäsche, als Shampoo, zur Körperwäsche, als Zahnpasta, zum Abwaschen von Geschirr und vielem mehr verwendet werden kann. Es gibt auch Seifensachets, die sehr klein sind und sich in Wasser auflösen. Wenn du dich in Gebieten ohne Zugang zu Wasser befindest, gibt es sogar wasserlose Seifen. Du trägst die Flüssigkeit einfach auf Körper und Haar auf und lässt sie einwirken.

Probieren auch mal ganz natürliches, “festes” Shampoo aus, das sich hervorragend zum Reisen eignet, da es beim Passieren der Sicherheitskontrolle nicht als Flüssigkeit gilt. Wenn du es selbst herstellen möchtest, findest du online zahlreiche Rezepte, die beispielsweise Avocadoöl, Sheabutter und ätherische Öle enthalten. In Bezug auf Conditioner schwören viele auf die Verwendung von Apfelessig.

Gesichtslotionen kannst du ebenfalls leicht selbst aus deinen Lieblingszutaten herstellen, z.B. durch Verwendung von Olivenöl, Mandelöl und ätherischen Ölen.

Wenn du Aluminium, Alkohol und andere Chemikalien vermeiden möchtest, die Bestandteil herkömmlicher Deodorants sind, probiere auch eine der zahlreichen online Tutorials für Deodorantmischungen zum Selbermachen aus. Beliebte Zutaten sind Backpulver, Kokosöl und ätherische Öle.

Haarbürste: Alternativen zu Kunststoffgriffen ähneln denen der Zahnbürsten, nämlich Bambus, Birkenholz, Kork oder Zellulose.

Rasierer: Die meisten auf Reisen verwendeten Rasierer sind Einwegrasierer oder Rasierer aus Kunststoff. Beide erzeugen viel Plastikmüll. Darüber hinaus sind die Plastikrasierer nicht biologisch abbaubar und die Klingen rosten auf Mülldeponien vor sich hin. Es gibt zwei Möglichkeiten, die wir empfehlen können: Wechsle zu einem Edelstahl-Rasierer, bei dem während der gesamten Lebensdauer nur die Klingen ausgetauscht werden müssen. Der Stahlrasierer ist vollständig recycelbar und die Klingen können an den Hersteller zurückgesandt werden. Der einzige Nachteil bei der Verwendung eines Rasierers aus Stahl auf Reisen ist, dass die Klingen selbst nicht durch die Sicherheitskontrolle des Handgepäcks gelangen. Wenn du deine Tasche eincheckst, ist der Edelstahlrasierer jedoch gar kein Problem. Wenn du bei Plastikrasierern bleiben möchtest, gibt es auch Alternativen aus recycelten Kleiderbügeln, Eimern oder anderen Haushaltsgegenständen.

Händedesinfektionsmittel: Achte auf biologisch abbaubares Ethanol auf pflanzlicher Basis und duftstofffreie Händedesinfektionsmittel, die idealerweise in einem recycelbaren PET-Kunststoffbehälter geliefert werden.

Damenhygieneprodukte: Durch den Umstieg auf nachhaltigere Alternativen kannst du hunderte Kilogramm Kunststoff und Baumwolle für Einwegbinden und -tampons einsparen. Wusstest du, dass Binden und Tampons eine chemische Mischung aus künstlichen Farben, Duftstoffen und Polyester sind, um nur einige Inhaltsstoffe zu nennen? Der Umstieg auf nachhaltige Alternativen ist also nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für deinen Körper! Eine bei weiblichen Reisenden sehr beliebte Alternative zu herkömmlichen Tampons und Binden sind Menstruations-Cups. Es handelt sich dabei um Silikonbecher, die das Blut aufnehmen und in regelmäßigen Abständen entleert werden. Es wird empfohlen, den Menstruations-Cup einmal im Jahr zu ersetzen. Eine weitere Alternative ist Unterwäsche, die das Menstruationsblut sicher aufnimmt, während sich nichts auslaufen kann. Du brauchst mindestens zwei Stück, um die Unterwäsche waschen und trocknen zu können. Unsere letzte Empfehlung sind wiederverwendbare Binden, die saugfähig sind und in kaltem Wasser abgespült werden, bevor du sie ganz einfach in der Waschmaschine waschen kannst.

Am Strand und im Freien …

Mückenschutz: Die meisten Mückenschutzmittel enthalten DEET (Diethyl-Meta-Toluamid). Dieser Inhaltsstoff kann bei längerem Gebrauch schädliche Wirkungen haben und unter anderem zu Hautausschlägen, Hautreizungen, Kopfschmerzen und Schwindel führen. Darüber hinaus ist es für wild lebende Tiere wie Vögel hochgiftig und kann auf dem Wasserweg leicht in das Meer gelangen. Zum Glück gibt es mittlerweile auch DEET-freie Mückenschutzmittel. Alternativ kannst du dein eigenes Mückenschutzmittel aus Olivenöl und ätherischen Ölen wie Citronella, Nelken oder Eukalyptus mischen.

Sonnenschutzmittel: Die in herkömmlichen Sonnenschutzmitteln verwendeten Chemikalien wirken sich sehr negativ auf Fische und Korallen aus, insbesondere in Gebieten in der Nähe von Stränden, beim Schnorcheln oder Tauchen. Die Alternative ist ein plastikfreies und biologisch abbaubares Sonnenschutzmittel. Du bist nicht sicher, ob deine aktuelle Sonnencreme umweltfreundlich ist? Sie sollte nicht die folgenden Inhaltsstoffe enthalten: Oxybenzon, Octocrylen, Octinoxat / Octylmethoxycinnamat, Octisalat, Avobenzon, Ethylhexlmethoxycinnamat, 4-Mehtylbenzyliden und Homosalat.

Reisehandtuch: Eine Reisehandtuch sollte leicht und schnell trocknend sein. Die meisten Reisehandtücher bestehen aus Mikrofaser. Eine Alternative sind Handtücher aus ungebleichter und ungefärbter Bio-Bambusfaser oder Handtücher aus recycelten Materialien. Bei einigen Designs kann das Handtuch sogar zu einem Sarong-, Strand- oder Yoga-Handtuch umfunktioniert werden.

Elektronik

Laptop: Wenn du bereits einen Laptop oder ein Tablet hast, das du gerne mit auf die Reise nehmen möchtest, ist dies die beste Wahl! So vermeidest du den Kauf neuer Elektronikprodukte und hilfst mit, den Elektronikschrott weltweit zu reduzieren. Wenn du ein neues Gerät kaufen möchtest, kannst du auf folgendes achten: Umweltfreundlichere Laptopmarken achten bei der Herstellung auf die Verwendung von Aluminium, Glas, Holz oder Bambus anstatt Kunststoff. Sie reduzieren die Anzahl der verwendeten Edelmetalle und vermeiden die Verwendung umweltschädlicher Materialien wie Halogen und Blei. Viele verwenden auch einen hohen Anteil an recyceltem Kunststoff, der nicht auf Erdöl oder natürlicher Asche basiert. Ebenso kann die Menge an Kunststoff in der Leiterplatte, den Anschlüssen und den Kabeln reduziert werden. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Langlebigkeit des Produkts und das modulare Design. Die umweltfreundlichen Laptops sollten überdurchschnittlich lange laufen und sind modular aufgebaut, sodass einzelne Komponenten aktualisiert und repariert sowie auf neuere aufgerüstet werden können.

Telefon: Wenn du ein neues Telefon kaufst, achte darauf, dass Recyclingmaterial verwendet wird sowie Material aus konfliktfreien Regionen und fair gehandeltem Material. Wichtig sind ein modulares und zeitloses Design. Viele Marken setzen mittlerweile darauf, Telefone zu reparieren, anstatt neue zu kaufen.

Laptop- und Handyhüllen: Greife auf Alternativen aus Naturfasern wie Palmblättern, Kork, Tungbaum, Jute oder Ananas zurück. Darüber hinaus gibt es viele Hüllen aus recycelten Materialien, z.B. aus alten Neoprenanzügen, Reifen, Schwimmwesten, Sicherheitsgurten, Bonbonpapier, Kaffeebeuteln, Plastiktüten usw.

Ladegeräte & Powerbank: Wir empfehlen, auf ein kabelloses Ladegerät aus Bio-Hanf, pflanzlichem Biokunststoff, Recyclingmaterial oder ein Solarladegerät umzusteigen.

Lautsprecher, Kopfhörer: Lautsprecher und Kopfhörer gibt es aus Baumwolle, recyceltem Kunststoff, Metall, Bambus und zertifiziertem Holz oder solarbetrieben.

Digitalkamera: Leider gibt es derzeit im Gegensatz zu Laptops und Handy noch keine umweltfreundlicher gebauten Kameras. Wenn du in ein sonniges Reiseland reist, kannst du allerdings auf einen Solarkameragurt zurückgreifen, um deine Kamera aufzuladen.

Taschenlampen: Es gibt großartige Alternativen, die nicht auf elektrischer Energie zurückgreifen, z.B. solarbetriebene Taschenlampen, Taschenlampen, die durch menschliche Wärme aufgeladen werden oder eine Taschenlampe, die durch Schütteln aufgeladen wird. Das Gehäuse gibt es aus Holz oder Kork.

Weitere Reise-Gadgets


Wäschebeutel und Waschnüsse: Ein Wäschebeutel sorgt dafür, dass du auch ohne Waschmaschine bei sauberer Kleidung keine Kompromisse eingehen musst! Der Beutel verfügt über ein flexibles Waschbrett, ist wasserdicht, im Taschenformat, effektiver als Handwäsche und kann auch als Trockentasche verwendet werden. Verwende natürliche Waschnüsse anstatt Waschpulver, die von einem Baum stammen und daher zu 100% biologisch abbaubar sind. Beachte, dass die Nüsse nur in Kombination mit heißem Wasser seifig werden. Verwende also unbedingt gekochtes Wasser in deinem Waschbeutel. Wenn du ein natürliches Bleichmittel verwenden möchtest, füge einfach Essig oder Limettensaft zurWäsche hinzu.

Packwürfel: Packwürfel sind in verschiedenen Farben und Größen erhältlich und organisieren deinen Rucksack, indem sie verhindern, dass die Gegenstände beim Öffnen herausfallen. Verwende Packwürfel aus recyceltem Material.

Squeezy-Flaschen: Squeezy-Flaschen sind ideal für deine Hautpflegeprodukte zum Selbermachen oder für andere kleinere Mengen von Produkten, die du auf deine Reise mitnehmen möchtest. Verwende solche aus geprüftem Silikon, die frei von Chemikalien sind.

Wasserflasche: Um zu vermeiden, dass du während deiner Reise viele kleine Wasserflaschen kaufen musst, kannst du diese selbst mitnehmen und an Trinkwasserbrunnen auffüllen (falls verfügbar). Ideal sind Flaschen aus Edelstahl, die deine Getränke warm oder kalt halten. Sie sind langlebig und recycelbar. Eine weitere Alternative ist eine faltbare Wasserflasche aus geprüftem Silikon.

Gabel-Messer-Löffel: Gabel-/Messer-Löffelkombinationen eignen sich hervorragend zum Essen für unterwegs und vermeiden Plastikbesteck aus Restaurants, wenn du Essen zum Mitnehmen bestellst. Verfügbar aus Bambus, Edelstahl und Holz.

Wiederverwendbare Einkaufstasche: Wiederverwendbare Einkaufstaschen sind auch aus recyceltem Material oder Naturfasern erhältlich und helfen, Plastiktüten beim Einkaufen zu vermeiden. Mesh-Beutel sind eine weitere gute Möglichkeit, um die vielen Plastiktüten beim Kauf von Obst und Gemüse zu vermeiden. Sie sind durchsichtig, ultraleicht, waschbar und bestehen normalerweise aus Nylon.

Rucksack, Tagesrucksack: Ein guter Rucksack mit optionalem Tagesrucksack ist eines der wichtigsten Reiseartikel. Es gibt mehrere Marken, die recyceltes Material verwenden, wie z. B. Plastikflaschen, Airbags, Abfälle von LKW-Abdeckungen, Reifen und vieles mehr.

Sonnenbrille: Es gibt eine große Auswahl an Sonnenbrillen aus zertifiziertem Holz, Bambus, Kork, Recycling-Materialien, Recycling-Materialien und Biokunststoff.

Geldgürtel / Geldbörse: Wenn es um Upcycling-Geldbörsen geht, gibt es derzeit viele kreative Designs aus alten Skateboards, Flugzeugaluminium, Papier, Stoff, Holz und Kork.

Yogamatte: Wenn du unterwegs nicht auf deine Yogaübungen kverzeichten und deine Matte jederzeit ausrollen können möchtest, entscheide dich für eine einfach zu faltende, leichte Matte aus Naturkautschuk, die frei von giftigen chemischen Farbstoffen ist.

Stift, Tagebuch: Um deine Reiseeindrücke festzuhalten, kannts du einen Stift auswählen, der vollständig aus recycelten Kunststoffflaschen besteht. Tagebücher gibt es aus baumfreien Seiten, Recyclingpapier oder Zuckerrohrfasern.

 

Fragst du dich, wie du dein Reiseland bewusster erfahren kannst? Hier findest du unsere Tipps zum Thema “Entschleunigtes Reisen”.

 


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Warum eine neue Sprache lernen?

Warum es sehr nützlich sein kann, während eines Auslandsaufenthaltes eine neue Sprache zu erlernen? Wie du dir am Besten eine neue Sprache aneignest? Hier erzählen dir World Unite!-Mitarbeiter sowie Teilnehmer unsere Programme weltweit, was sie zum Erlernen der Sprache ihres Gastlandes motiviert hat!

 

Hier erzählt Thore aus Dänemark, warum er während seines Praktikums mit World Unite! in Tokio Japanisch lernen wollte:

“Als ich hierher kam, kannte ich nur die japanischen Wörter für “Danke” und “Hallo”. Dann habe ich einen Monat Unterricht in einer Sprachschule genommen und jetzt fühle ich mich wesentlich wohler mit meinen Sprachkenntnissen! Obwohl ich noch immer kein fließendes Japanisch kann, sind die im Kurs erlernten Phrasen und Sprachkenntnisse in meinem Alltag sehr hilfreich. Ich kann jetzt einfache Gespräche mit japanischen Muttersprachlern führen, zum Beispiel kann ich in einem Restaurant Essen bestellen, einen Verkäufer im Laden um Rat fragen oder auf der Straße nach dem Weg fragen. Dadurch fühle ich mich viel selbstbewusster und willkommener!”

Möchtest du auch Japanisch lernen? Melde dich gleich hier für den nächsten Kurs an!

 

Unsere Koordinatorin Miriam aus Deutschland erzählt dir, warum Kiswahili-Kenntnisse für ihre Arbeit als Koordinatorin in Tansania wichtig sind:

“Als ich zum ersten Mal für ein Praktikum nach Tansania kam, habe ich noch kein Kiswahili gesprochen. Vor Ort wollte ich dann aber unbedingt zumindest ein paar Worte in der Landessprache lernen, wie ich es eigentlich immer beim Reisen gemacht habe. Ich denke, dass einige Grundbegriffe der lokalen Sprache dir als Reisende die Tür zur Kultur und zu den Menschen vor Ort öffnen kann.

Sprache ist natürlich auch ein Teil der jeweiligen Kultur und sich Sprachkenntnisse anzueignen, drückt auch Respekt vor ebendieser aus. Auch wenn ich anfangs noch nicht viel Swahili sprechen konnte, habe ich bald gemerkt, dass die Leute es sehr wertschätzten, dass ich versuchte, ihre Sprache zu erlernen. Auch beim Reisen sind Sprachkenntnisse unglaublich nützlich, z.B. wenn du Fragen zu den Busabfahrtszeiten hast oder auf dem Gemüsemarkt nach dem Preis fragen möchtest. Du wirst schnell merken, dass die Menschen dir gegenüber offener werden, wenn du ihre Sprache sprichst.

Zuerst habe ich versucht, mir im Selbststudium und gemeinsam mit meiner Gastfamilie Swahili beizubringen. Vor allem die Gastfamilie hat mir viele Begriffe und Formulierungen beigebracht, die mir im Alltag sehr geholfen haben. Danach habe ich einen Swahili-Sprachkurs besucht.

Natürlich ist das Lernen einer neuen Sprache auch eine Herausforderung. Ich vermeide es zum Beispiel, auf Swahili das Wort “trinken” zu verwenden. Wenn du es nicht richtig aussprichst, sagst du nämlich statt “trinken”, dass du gerade “groß musst”.

Interessanterweise gibt es im Swahili auch einige Wörter, die auch im Deutschen vorkommen, aber eine völlig andere Bedeutung haben, z.B. “Pipi” (= auf Swahili “Süßigkeiten”) oder “Papa” (= auf Swahili “Hai”) oder “Popo” (= Fledermaus).”

Melde dich hier zu einem Kiswahili-Sprachkurs in Tansania oder auf der tropischen Insel Sansibar an!

 

Unsere Koordinatorin Hasmik in Jaipur kommt ursprünglich aus Armenien. Hier erzählt sie dir, warum sie unbedint Hindi lernen wollte und wie es ihr dabei ergangen ist:

“Ich habe Hindi gelernt, als ich micht entschlossen habe, nach Indien zu ziehen, um hier zu leben und zu arbeiten. Um mit den Einheimischen kommunizieren zu können, ist Hindi sehr wichtig.

Als ich zum ersten Mal nach Indien kam, hatte ich nur ein paar Grundkenntnisse über einige allgemein gebräuchliche Wörter. Ich habe vor meiner Ankunft einige Apps heruntergeladen und versucht, Hindi online zu lernen. Als ich ankam, wurde mir klar, dass ich nur sehr wenig wusste und dass ich noch viel lernen musste, um die Menschen vor Ort tatsächlich zu verstehen und mit ihnen zu kommunizieren.

Ich habe Hindi hauptsächlich im Selbststudium gelernt, da ich tagsüber nicht genug Zeit für einen Sprachkurs hatte. Ich habe viele Sprach-Apps, Online-Tutorials und Bücher verwendet. Trotzdem denke ich, dass ein Sprachkurs mir helfen würde, auch die Theorie hinter der Sprache besser zu verstehen und insbesondere um meine Grammatikkenntnisse aufzufrischen.

Überraschenderweise fiel es mir jedoch alles in allem recht leicht, Hindi zu lernen, da ich vor Ort ohnehin mit Einheimischen interagieren musste, was mir sehr geholfen hat. Jedes Mal, wenn ich etwas nicht verstand, übersetzte ich es einfach mit Google Translate. Auf diese Weise habe ca. 3 Monate gebraucht, um grundlegende Hindi-Kenntnisse zu erlernen und alltägliche Gespräche zu verstehen.

Am Anfang war es für mich eine Herausforderung, insbesondere das Geschlecht der Hauptwörter und der Verben richtig zu verwenden. Ich hatte viele lustige Situationen, in denen ich die weibliche und die männliche Formulieren verwechselte und die Leute dachten, ich spreche von jemand anderem und nicht von mir. Ich erinnere mich noch gut an einen besonderen Fall: Auf Hindi gibt es die Wörter „Katori“ (eine kleine Schüssel), und „Kachori“, ein indisches Street Food. Als eine Freund mir sagte, ich solle ihr bitte die “Katori” (Schüssel) geben, antwortete ich, dass es keine mehr gebe, da ich bereits alle aufgegessen hätte. Ich dachte, er hätte mich nach dem Essen gefragt.

Indien ist ein riesiges Land, in dem jeder Staat wirklich eigen ist. Schätzungen zufolge sprechen nur 10% der indischen Bevölkerung fließend Englisch, 10% sind jedoch so groß, dass Indien nach den USA das zweitgrößte englischsprachige Land der Welt ist. Ich würde sagen, wenn du als ein Reisender, Student, Praktikant oder Freiwilliger nach Indien reist, vor allem nach Nordindien, dann ist es hilfreich, grundlegendes Hindi zu lernen. Im Süden ist das Englisch-Level der Menschen in der Regel besser als im Norden, da sich jeder Staat mehr auf seine eigene Landessprache wie Kannada, Tamil, Malayalam usw. konzentriert. Hindi ist vor allem im Norden des Landes nützlich.

Am Anfang hatte ich gehofft, dass meine guten Englischkenntnisse mir helfen würden, um vor Ort reibungslos zu kommunizieren, aber ich habe mich sehr geirrt, vor allem in Rajasthan, wo die Alphabetisierungsrate niedrig ist und einige Menschen im Alltag nur Hindi sprechen. Ich hatte vor allem Probleme mit der Kommunikation in nicht-arbeitsbezogenen Aspekten. Ich erinnere mich an einen Vorfall, als ich 1 Stunde lang Supermarktmitarbeitern erklärte, dass ich Streichhölzer brauche, und am Ende erfuhr, dass sie meine englische Aussprache einfach nicht verstanden. Das Wort für Streichholz in Englisch und Hindi ist das gleiche, aber mit einer anderen Aussprache.

Ich kann jetzt Hindi für alles verwenden, angefangen von netten kurzen Gesprächen mit neugierigen indischen Rickshaw-Fahrern bis hin zum gekonnten Handeln um einen Gegenstand, den ich kaufen möchte. Ein wichtiger Hinweis: In Indien wissen die Menschen sehr zu schätzen, wenn Ausländer versuchen, die Landessprache zu sprechen, und es ist oft der Fall, dass ich deshalb als „Schwester“ bezeichnet wurde, weil sie sehen, dass ich mir Mühe gegeben habe, die Sprache zu lernen und dies mit Respekt vor der Kultur gleich gesetzt wird. Person, die die Landessprache sprechen, werden als besser in die Kultur integriert betrachtet, da es keine Kommunikationsbarrieren gibt.

Warum unsere Koordinatorin Julia in Tokio Japanisch lernen wollte, erfährst du hier:

Ich habe im Jahr 2009 angefangen, Japanisch zu lernen. Als ich 2011 das erste Mal nach Japan kam, hatte ich mich also bereits zwei Jahre lang mit der Sprache beschäftigt.

Eigentlich gab es keinen besonderen Moment oder Vorfall, der mich dazu motiviert hat, die Sprache zu lernen. Allerdings habe ich mich schon seit meiner Kindheit für Japan interessiert.

Natürlich ist es ein Klischee, das bei vielen anderen Japanisch-Lernern meiner Generation genauso ist, aber mein Interesse wurde natürlich ursprünglich durch Animes geweckt, die im deutschen Fernsehen liefen, auch wenn sich mein Interesse dafür mit den Jahren wandelte. Heute weiß ich gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal einen Anime gesehen habe.

Dennoch dachte ich mir damals: Irgendwann lerne ich Japanisch! Nach dem Abi habe ich mich dann dazu entschieden, Japanologie zu studieren.

Es fiel mir relativ leicht, Japanisch zu lernen, zumindest die Grundkenntnisse. Es braucht einfach nur eine Menge Durchhaltevermögen und Zeit. Einfach mal so nebenbei lernen funktioniert meiner Meinung nach nicht. Ab und an ging mir auch die Motivation verloren, das muss ich zugeben.

Gelernt habe ich durch Sprachkurse im Japanologiestudium, Selbststudium, Tandempartner, japanische Literatur und Filme/Serien. Das erste Mal habe ich dann während eines Praktikums in Tokio meine Japanischkenntnisse einsetzen können.  Ich habe damals bei der Familie einer japanischen Freundin gewohnt. Drei Monate lang musste ich dort Japanisch sprechen, sonst haette ich mich nicht verständigen koennen. Diese Erfahrung hat mein Japanisch wesentlich geprägt.

Ich halte es für sehr wichtig, Grundkenntnisse der Landessprache zu haben, wenn man sich für längere Zeit in einem Land aufhält. In Japan öffnen sich einfach mehr Türen in die Arbeitswelt und soziale Kontakte sind leichter zu knüpfen, wenn man schon Japanisch kann.

Heute berichtet dir Monique aus unserem Kommunikationsteam, was sie zum Swahili-Lernen motiviert hat:

 

Ich habe vor knapp 5 Jahren begonnen Swahili zu lernen, da ich damals zu Forschungsarbeiten in Tansania unterwegs war und mir klar wurde, dass man mit der Muttersprache vor Ort deutlich weiter kommen kann als lediglich mit Englisch.

Da Swahili eine total andere Sprache als beispielsweise Deutsch ist, fiel es mir sehr schwer diese bereits zu Hause zu lernen. Meine Sprachkenntnisse bei meiner Einreise in
Tansania beschränkten sich daher mehr auf “Mambo” (Wie geht’s), “Habari” (Gibt’s Neuigkeiten) und “Asante” (Danke). Schnell habe ich begonnen vor Ort Tiere und Pflanzen auf Swahili zu lernen und mich schließlich an Vokabellisten gewagt, welche ich täglich erweitern konnte.

Ich wollte unbedinkt mit den Locals vor Ort und meinen Freunden besser kommunizieren können. Viele hatten nur geringe Englischkenntnisse, doch sind mir direkt ans Herz gewachsen. Außerdem wollte ich auf Märkten oder Busfahrten verstehen, was die Leute zu oder über mich sagten; z.B. ein Markverkäufer meinte zu seinem Kumpel – “Schau da, das ist meine neue Frau” und ich konnte ihm kurz darauf entgegnen, “das wüsste ich aber” – am Ende lachten alle köstlich miteinander.

In Tansania, wenn man rund um die Uhr mit Swahili umgeben ist, die Sprache auf der Straße hört, Schilder liest und Aussprache im Alltag üben kann, fällt es relativ leicht die
Sprache zu lernen. Jeden Tag habe ich mir eine Vokabelliste mit 5 neuen Worten geschrieben. Hinzu kamen Sprachübungen mit Kindern und Freunden und bis heute lerne ich regelmäßig noch neue Begrifflichkeiten dazu (Ohren spitzen!). Meine Grammatik ist allerdings eher mangelhaft, da ich nie einen Sprachkurs besucht ahbe bzw. mir diese Lektion in Sprachbüchern angeschaut habe. Aber nichtsdestotrotz kann ich mich problemlos mit allen verständigen.

Ein Verständnis für die Sprache und Kultur eröffnet dir neue Wege und Möglichkeiten in deinem Gastland und hilft dir, dieses noch intensiver zu erleben. Definitiv empfehle ich jedem, einige Grundkenntnisse der Sprache des Gastlandes zu erlerne. In der Regel öffnen sich dann neue Türen und man erhält einen tieferen Einblick in die Kultur und wird Teil der Swahili-Familie.

Mit jedem neuen Wort habe ich mich im Alltag ausprobiert. Schließlich konnte ich bei Interviews für meine Forschung intensiver auf die Befragten eingehen und diese besser
verstehen. Die Sprachkenntnisse waren dann auch ein Riesen-Vorteil für meine Arbeit als Koordinatorin bei World Unite! in Sansibar, um gut mit unseren Projektpartnern,
Gastfamilien und Communities zu kommunizieren und so ein fester Bestandteil der Sansibar-Familie zu werden (bis heute).

Ich wünsche allen Weltenbummlern viel Spaß in euren Gastländern, dem Entdecken einer neuen Kultur und dem erlernen einer anderen Sprache!