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Praktika, Freiwilligenarbeit, interkulturelles Lernen in Tansania, Sansibar, Indien, Marokko, Israel, Nicaragua, Bolivien, China, Ghana, Japan u.a.


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Müll- und Recycling-Workshop in der Dorfschule auf Sansibar

Unsere Umweltkoordinatorin Lisa berichtet über die Müll- und Recyclingworkshops in unserem Umweltschutz- und Recyclingprojekt in Sansibar. 

Hallo aus dem schönen Sansibar!

Wusstet ihr, dass wir hier im Schildkrötenschutz- und Recyclingprojekt einen Community-Ansatz verfolgen? Das bedeutet, dass wir versuchen, gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft von Nungwi Umweltschutzaktivitäten voranzubringen.

In unserem Projekt recyclen wir Müll und stellen daraus nützliche Gegenstände her. Um Müll zu vermeiden, ist es jedoch wichtig, dass schon die jüngsten Mitglieder einer Gemeinschaft sich Wissen und Infos über Müll, Mülltrennung und -vermeidung aneignen können. Unsere Freiwilligen haben sich darum etwas Besonderes einfallen lassen: An der gemeinnützigen Dorfschule in Nungwi bieten wir von nun an regelmäßig Müllvermeidungsworkshops an.

Die Schule wird von Kindern zwischen drei und sechs Jahren besucht. Bei unserem ersten Workshop informierten unser Freiwilligen gemeinsam mit einem Lehrer die Kids über Mülltrennung. Leider gibt es auf Sansibar kein funktionierendes Mülltrennungssystem und häufig wird Müll einfach verbrannt. Ziel war es, den Kindern zu vermitteln, warum wir Müll trennen sollten, um unsere Umwelt zu schützen.

Währenddessen bereiteten unsere Freiwilligen ein Mülltrennungssystem im Schulhof vor, um anschließend mit den Kindern Müll zu sammeln und gemeinsam zu trennen. Dabei wird zwischen Restmüll, recyclebarem Müll (z.B. Flaschen) und Kompostabfällen unterschieden.

Wir freuten uns, zu sehen, dass viele der älteren Kinder das zuvor Gelernte direkt anwenden konnten und die jüngeren Mitschüler bei der Mülltrennung unterstützten. Um die Nachhaltigkeit unserer Initiative zu gewährleisten, werden wir in Zukunft regelmäßig Umweltbildungsworkshops an der Dorfschule abhalten. Wenn du tolle Ideen für Workshops hast und dich gerne einbringen möchtest – Karibu!

Viele liebe Grüße aus Sansibar,

Lisa

Hier findest du die Infos zu unserem Meeresschildkröten- und Recyclingprojekt. 

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Ayurveda-Praktikum in Jaipur, Indien

Du hast Lust, im Ausland zu reisen und dabei neue Erfahrungen in deinem Berufsfeld zu sammeln? Johannes aus Deutschland ist Physiotherapeut und hat ein Praktikum an einer Ayurverda-Klinik in Indien absolviert, um mehr über alternativmedizinische Heilmethoden zu lernen. Welche Erfahrungen er gesammelt hat, kannst du hier nachlesen. 

 

Johannes, wie ist dein Ayurveda-Praktikum gelaufen?

Mein Praktikum war wirklich toll und alle hier haben sich sehr freundlich und umsichtig um mich gekümmert. Mit den Mitarbeitern in der Ayurveda-Klinik habe ich täglich gemeinsam Tee getrunken  und zwei der Mitarbeiterinnen haben stets für mich übersetzt, sodass ich mich mit den Patienten unterhalten konnte, da nicht jeder hier Englisch spricht. Dadurch habe ich viele Infos über die Abläufe und Vorgehensweisen in der Klinik gelernt. Ich konnte auch viel über die Kultur und die die  Behandlungsmethoden für mich mitnehmen: Ich habe zahlreiche Erfahrungen im Bereich der Naturheilkund gesammelt und wie ayurvedische Medizin hergestellt wird. Es wird nichts verschwendet!

Was war dein tollstes Erlebnis in Jaipur?  

Zu meinen schönsten Erinnerungen gehört auch mein Besuch beim Taj Mahal. Ich habe in meiner Freizeit auch viele Tempel und Forts besucht. Die Bauten sind sehr beeindruckend. 

Was an deinem Aufenthalt hat einen besonderen Eindruck bei dir hinterlassen?

Mir wird immer die Freundlichkeit der Menschen in Erinnerung bleiben. Ich hatte den Eindruck, dass alle um mich herum stets darum bemüht waren, mir zu helfen. Ich habe während meines gesamten Aufenthaltes einfach niemanden getroffen, der schlecht drauf war. Ich hatte das Gefühl, als wäre ich gut aufgehoben in einer großen Familie, in der sich jeder um jeden kümmert.

Wirst du World Unite! weiter empfehlen?

Ja, World Unite! und die lokalen Koordinatoren in Jaipur sind toll und haben sich einfach um alles gekümmert. Bei Problemen kann man sich jederzeit an die Mitarbeiter wenden. Ich hatte Gott sei Dank keine.

Alles in allem war mein Aufenthalt einfach toll und ich möchte diese Erfahrung nicht missen!  

Viele Grüße,

Johannes, Deutschland

 

Besuche uns auf http://www.world-unite.de, um mehr über unsere Praktika in Indien zu erfahren!


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Initiative gegen Plastikmüll in Sansibar

Du suchst einen Freiwilligeneinsatz im Ausland und möchtest dich darüber hinaus für deine Umwelt engagieren? Du hast genug davon, dass Meere und Strände weltweit im Plastikmüll ersticken? In ihrem spannenden Bericht erzählen unsere Teilnehmerinnen Charline, Marielle und Patricia von ihrem Takataka (Swahili für „Müll“) – Projekt im tropischen Inselparadies Sansibar: Der zunehmende Plastikmüll stellt für die Insel sowie Menschen und Tiere, die dort leben, ein gravierendes Problem dar. Wie Charline, Marielle und Patricia dazu beitragen, auf nachhaltige Weise Müll zu vermeiden, erzählen sie dir hier:

 

Charline berichtet, wie alles begann:

Alles begann mit einem Besuch im Dorf Charawe im Osten von Sansibar. Nach einer circa 20-minütigen Fahrt auf unbefestigter Straße gemeinsam mit Mohammed, meinem lokalen Koordinator im Mother Nature Forest Camp, kamen wir in einem kleinen Dorf an. Charawe liegt relativ abgeschieden, sodass keine Dala-Dalas (Kleinbusse des öffentlichen Verkehrs) dort verkehren. Die Lebensstandards im Dorf sind einfach und die Menschen im Dorf leben in eher bescheidenen Verhältnissen.  

Jedoch hat das Dorf mit seiner unberührten Natur, den riesigen Mangrovenlandschaftem, und zahlreichen Gewürzen, die von dort kommen, Besuchern einiges zu bieten!

Leider fiel mir gleich zu Beginn aber etwas ganz anderes ins Auge: Nämlich die großen Mengen an Plastikmüll, die überall im Dorf verstreut lagen.

Mohammed und ich waren uns schnell einig, dass wir an dieser Situation nachhaltig etwas ändern wollen. Wir besprachen unsere Ideen und hatten wenig später die Möglichkeit, diese auch dem Dorfvorsteher mitzuteilen. Schon wenige Tage darauf sollte an zwei aufeinanderfolgenden Tagen der Müll im Dorf eingesammelt werden.

Dank Mohammeds großem sozialen Netzwerk konnten wir weitere fünf Volontäre für dieses Vorhaben hinzugewinnen. Gemeinsam mit neun Freiwilligen machten wir uns schließlich ans Aufräumen: Reißfeste Säcke und Handschuhe wurden ausgeteilt und die Arbeit begann. Schnell machten auch viele Dorfbewohner mit, egal ob Erwachsene oder Kinder. In diesen zwei Tagen konnten bereits drei Kleinlaster voller Müll aus dem Dorf entfernt werden!

Doch damit war es noch nicht getan. Zum einen, weil wir im Dorf trotzdem noch Unmengen an Müll fanden und zum anderen, weil eine solche Sammelaktion als allein stehende Aktion nicht nachhaltig genug ist.

Daher entschieden wir uns dafür, Workshops in Schulen über die gesundheitlichen Auswirkungen von Plastik abzuhalten und Kinder in der Unterscheidung der verschiedenen Müllarten zu schulen. In einem Dorf wie Charawe, in dem die Bevölkerung zu einem hohen Prozentsatz aus Kindern besteht, ist dies besonders wichtig. Um für die Kinder zusätzliche Anreize zu schaffen, ihr Dorf sauber zu halten, durften alle Kinder sich ein Teil aus unseren erhaltenen Kleiderspenden aussuchen.

Wir waren uns bewusst, dass wir durch eine einmalige Aktion noch nicht nachhaltig genug Veränderungen anstoßen können. Daher kamen wir nochmal nach Charawe zurück. 

Mit einer selbst gestalteten Tafel, die die unterschiedlichen Arten von Müll klassifiziert, verbrachten Mohammed und ich den Tag im Dorf und versuchten, möglichst viele Bewohner über Plastikmüll aufzuklären. An diesem Tag installierten wir zudem fünf Mülltonnen, welche über das Dorf verstreut wurden. Diese konnten durch Spendengelder finanziert werden, die ich durch einen Facebook-Aufruf und die Unterstützung von weiteren Freiwilligen sammeln konnte.

Vier Tage später kamen wir zurück, um die Ergebnisse unserer Aktion zu überprüfen. Mein erster Eindruck war allerdings ernüchternd. Die ersten beiden Mülleimer, die ich kontrollierte, waren kaum (aber immerhin!) genutzt und auch beim Besuch der ersten Klasse schienen sich kaum Schüler beteiligt zu haben. Glücklicherweise wurde der Tag dann doch noch etwas besser, da die übrigen Mülleimer intensiver genutzt wurden und insgesamt doch 30 Kindern Müll gesammelt hatten und etwa die gleiche Anzahl von Säcken voller Müll abholbereit waren.

Dennoch wollten wir die Aktion noch nicht enden lassen. Mohammed verkündete, dass wir in drei Tagen wieder kämen um mit den Kindern gemeinsam ein weiteres Mal Müll zu sammeln.

Als wir am darauffolgenden Donnerstag im Dorf ankamen war ich komplett geplättet. Es lag zwar immer noch Müll herum, es erschien aber deutlich weniger. Und je näher wir der zentralen Schule kamen, desto häufiger konnten wir an Häuser gelehnte gefüllte Müllsäcke entdecken. An der Schule angekommen bot sich mir, Mohammed und zwei neuen Freiwilligen, die ich ebenfalls für das Projekt begeistern konnte, eine tolle Belohnung für die vergangene Arbeit: An der gesamten Schulwand entlang standen gefüllte Müllbeutel! Davon beschwingt sammelten wir ein – vorerst – letztes Mal Müll zusammen mit den Bewohnern auf. Die Kinder waren glücklich, wie waren glücklich. An diesem Tag konnten nochmal über 100 Müllsäcke abtransportiert werden, ebenso wie die nun vollen Mülltonnen.

Die ersten Steine für ein zukünftig sauberes Dorf sind gelegt. Ich hoffe, dass die Bewohner sich in ihrem nun sauberen Umfeld wohlfühlen und dann auch endlich vom Tourismus profitieren.

Über das Projekt in Charawe hinaus wurden ähnliche Projekte mittlerweile auch in den Dörfern Muungoni und Kitogani gestartet. Die Strände Paje, Jambiani und Makunduchi folgen hoffentlich bald. Insgesamt konnten schon 6 Mülleimer installiert werden und weitere 20 sind bereits durch Spenden finanziert.

Meine Zeit im Mother Nature Forest Camp ist nun leider vorbei. Durch die Hilfe meiner zwei neuen Mitstreiterinnen bin ich aber sicher, dass dieses Projekt erhalten bleibt und hoffe auf viele neue Freiwillige, die sich ebenfalls gegen das Plastikmüllproblem in Sansibar einsetzen wollen.

Viele Grüße,

Charline

Du möchtest Charlines Initiative in Sansibar unterstützen? Als Freiwillige/r im Mother Nature Umweltschutzcamp kannst du helfen, die Initiative gegen Müll fortzuführen! 

 


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Medizinpraktikum in Sansibar – Lara & Josie am Mnazi Mmoja Krankenhaus

Hast du schon immer davon geträumt, während oder nach deinem Studium/deiner Ausbildung Auslandserfahrung zu gewinnen? Lass‘ dich von Josies und Laras Story inspirieren, die für ihr Medizinpraktikum ins tropische Inselparadies Sansibar gereist sind und dort in einem lokalen Krankenhaus mitgearbeitet haben.

 

 

Wir haben die Reise nach Sansibar zu zweit angetreten. Gemeinsam lebten wir im einer Gastfamilie und wurden von allen Familienmitgliedern sehr herzlich aufgenommen.

Gewohnt haben wir 5 Wochen in Stone Town, der historischen Altstadt von Zanzibar Town – die perfekte Ausgangsbasis, um Ausflüge auf der ganzen Insel zu unternehmen! Beim Buchen von verschiedenen Ausflügen war uns World Unite! jederzeit behilflich. Empfehlen können wir die Safari Blue, die Spice Tour und eine Paddeltour. Auch der Strand und die vielen kleinen Gassen mit Geschäften und kleinen Lädchen in Stone Town luden zum Bummeln ein.

Bei den wöchentlichen Meetings  mit den Koordinatoren konnte man Sorgen, Probleme und Anliegen aller Art loswerden und es wurde einem sofort geholfen. So kam man auch mit vielen tollen Menschen zusammen, die in anderen Projekten vor Ort arbeiteten.

Auch unsere Gastfamilie hat uns sehr geholfen Kultur, Land, Leute und kulinarische Genüsse kennen zu lernen. Dafür sind wir ihnen sehr dankbar! Eine Umstellung für uns war, dass in Sansibar viele Dinge manchmal etwas länger dauern, als wir dies von zu Hause gewohnt sind. Hektik scheint ein Fremdwort zu sein. Immer schön pole pole!

Fast fünf Wochen haben wir im örtlichen Krankenhaus „Mnazi Mmoja Hospital Zanzibar“ unser Praktikum gemacht. Wir waren zuerst auf der Onkologie und dann auf der Pädiatrie.

Alle Ärzte, Pflege und andere Mitarbeiter gehen mit ihrer freundlichen und offenen Art ihrem Job nach. Für uns war es besonders spannend, die Unterschiede zum deutschen Gesundheitssystem auszumachen. Häufig stehen weniger oder sehr einfache Mittel zur Verfügung, als wir dies von zu Hause kennen, z.B. gibt es keinen Stauschlauch zur Blutabnahme, sondern es wurde einfach das Gummi vom Handschuhbund verwendet.

Wir haben am Ende des Praktikums dem Krankenhaus unsere mitgebrachten Handschuhe, Desinfektionsmittel und Arbeitskleidung zur Verfügung gestellt, was mit Freude angenommen wurde.

Die Krönung unserer Reise war eine zweitägige Safari in Tansania.

Man kann diese Reise kaum in Worte fassen und wir empfehlen es sehr, selbst diese Erfahrung zu machen!

Vielen, vielen Dank an das liebe Team von World Unite! Es war eine schöne und unvergessliche Zeit!

Liebe Grüße,

Josie und Lara

 

 

Hier findest du die Infos zu Laras und Josies Praktikumsstelle!

 


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Farmarbeit in Japan: Jobben auf einer Zuckerrohrfarm in Okinawa

Markus (19) aus Deutschland berichtet von seinen Erfahrungen auf einer Zuckerrohrfarm auf der kleinen Insel Miyakojima in Japan, rund 300 Kilometer von der Hauptinsel Okinawa entfernt. Er kam am 26. Mai nach Miyakojima und arbeitete dort für einen Monat. Mit einem Lächeln blickt er auf seine außergewöhnliche Erfahrung im Süden Japans zurück.


Wie war die Farm?

(lacht) Witzigerweise habe ich tatsächlich für einen japanischen Kult oder eher für einen buddhistischen Kult gearbeitet. Ich erfuhr, dass sie die Zuckerrohrernte in ihr Hauptquartier in der Nähe von Osaka schicken. Anscheinend sammeln sie Ernte und andere Güter von allen möglichen Orten in ganz Japan und verkaufen sie dann woanders. Jeden Morgen hatten sie auch ein Morgengebet und irgendwann musste ich auch mitmachen. Aber es klingt merkwürdiger als es war, die Leute waren unglaublich freundlich und nett. Ich habe etwas recherchiert und anscheinend gibt es viele Sekten in Japan.

Warum wolltest du Farmarbeit machen?

Ich wollte einen Monat in Okinawa leben und arbeiten, weil ich viele gute Dinge über diesen Ort gehört hatte. Also kontaktierte ich World Unite! und fragte, ob es möglich sei, dort zu arbeiten. Nutr wenig später bekam ich dann das Angebot, auf einer Zuckerrohrplantage auf Miyakojima zu arbeiten und ich dachte: “Warum nicht?”. Am 26. Mai flog ich also nach Süden.

Wie sah dein typischer Arbeitstag aus?

Ich bin um 4:40 Uhr aufgestanden, habe geduscht und gefrühstückt. Dann quatschte ich etwas mit meinen Mitbewohnern, packte meine Ausrüstung für den Tag und wir gingen auf die Felder, damit wir um 6 Uhr anfangen konnten. Es gab zwei Schichten jeden Tag, die erste war von 6 Uhr morgens bis 10 Uhr vormittags, die zweite war von 15 Uhr bis 19 Uhr. So konnten wir die schlimmste Hitze während des Tages vermeiden. Es hatte oft ungefähr 40 Grad, das war hart. Jeden Tag habe ich acht Stunden lang gearbeitet.

Meine Aufgabe war es, Zuckerrohr abzuschneiden und für den Transport vorzubereiten. Man kann meine Arbeit grob in fünf Schritte unterteilen: Der erste Schritt war, die Blätter zu entfernen. Zweitens, das Zuckerrohr direkt über der Wurzel abzuhacken. Als dritten Schritt sammelte ich alle Zuckerrohrpflanzen ein und stapelte sie auf einem Haufen. Der vierte Schritt war es, die letzten Blätter zu entfernen und der fünfte Schritt bestand darin, die Pflanzen zusammenzubinden, so dass sie leichter zu transportieren waren.

Was war während Ihres Aufenthaltes auf der Farm eine Herausforderung?

Es gibt so viele Insekten auf Miyakojima. Tagsüber war es okay, aber sobald es draußen dunkel wurde, verwandelte sich mein Zimmer in meinen persönlichen Zoo. Mein Zimmer hatte keine Türen, sodass Insekten hinein gelangen konnten. Nach meinem Aufenthalt in Miyakojima stören mich die Kakerlaken in Tokio und Osaka überhaupt nicht mehr. Die Insekten in Okinawa sind gigantisch.

Was hast du in deiner Zeit verdient?

Ich habe 4500 Yen pro Tag verdient (~ 35 Euro). Allerdings musste ich weder für meine Unterkunft noch für Essen bezahlen.

Was hast du in deiner Freizeit gemacht?

In meiner Freizeit habe ich die Insel mit meinen Arbeitskollegen erkundet, weil viele von ihnen zum ersten Mal dort waren, genau wie ich. Ansonsten habe ich mich einfach entspannt und es ruhig angehen lassen.

Hat sich dein Japanisch während deines Aufenthaltes auf der Farm verbessert?

Ja auf jeden Fall. Interessanterweise war mein Chef ein Fan der deutschen Sprache und er kannte einige Worte. Einer meiner Kollege konnte grundlegendes Englisch sprechen. Aber abgesehen davon benutzten sie nur Japanisch. Meine Kollegen waren alle super freundlich, auch mein Chef war wirklich cool. Ich bin immer noch in Kontakt mit allen. Im Allgemeinen waren alle Leute auf der Insel wirklich nett, aber es war auch irgendwie komisch und seltsam zugleich, die einzige weiße Person auf der ganzen Insel zu sein. Ich war eine Art Attraktion für die Leute.

Hast du in der Zeit, in der du auf der Farm gearbeitet hast, auch Tiefpunkte erlebt?

Am schlimmsten war der Tag vor meinem ersten Arbeitstag: Es war heiß in meinem Zimmer, ich konnte nicht schlafen und ich wusste, dass ich den ganzen nächsten Tag draußen in der Hitze arbeiten würde müssen – damals hatte ich ziemlich Angst vor dem Start. Aber danach war alles in Ordnung und es lief gut. Ich entdeckte auch, dass stundenlanges Arbeiten in der Hitze und in der Sonne das eigene Denken ziemlich aggressiv machen kann, aber ich musste lernen, damit umzugehen. Die Tage nach den Taifunen, als es viel kühler war, waren besten Arbeitstage. Alles in allem habe ich für mich selbst entdeckt, dass ich kein Zuckerrohrbauer werden möchte. Am Ende war ich froh, dass es vorbei war, aber gleichzeitig war ich auch sehr glücklich und stolz, dass ich den Job gemacht hatte!

Was würdest du Leuten sagen, die während der Farmarbeit auch in Japan nachdenken?

Ich denke, es ist wichtig zu lernen, wie man seine Gedanken kontrolliert oder zumindest filtert. Es klingt zwar logisch, aber man sollte immer positiv denken. Wenn man anfängt, negative Gedanken zu entwicklen, wird es immer schlimmer. Wenn man eine positive Einstellung hat, wird man eine Spitzenzeit haben! Man sollte sich allerdings genau bewusst sein, worauf man sich einlässt. Farmarbeit ist harte, körperliche Arbeit und man sollte sich wirklich sicher sein, dass man das machen will!

Eine weitere Herausforderung ist, es dass es schwierig ist, von der Insel runter zu kommen, besonders, wenn man nicht Autofahren kann oder kein Auto hat. Ich war froh, dass mein Kollege mich regelmäßig in seinem Auto mitgenommen hat. Auf die öffentlichen Verkehrsmitteln kann man sich auf der Insel nicht verlassen.

Hat diese Erfahrung dich als Person geprägt?

Ich würde definitiv sagen, dass diese Erfahrung mir neue Denkweisen eröffnet hat. Die Leute auf der Insel waren wahnsinnig nett. Sie führen oft ein einfaches Leben, aber sie sind wirklich glücklich und zufrieden, und ich glaube, ich habe etwas von dieser Einstellung für mich mitgenommen. Die Leute sind immer gut gelaunt und wirken glücklich und das hat mich wirklich geprägt. Du lernst die kleinen Dinge zu schätzen, das fand ich sehr inspirierend.

Was machst du jetzt, nach deinem Farmjob?

Ich kam am 9. Juli in Osaka an. Ich arbeite dort in einem Gästehaus und Isakaya. Ich möchte noch mindestens einen weiteren Monat hier arbeiten; für die Zeit danach bin ich mir noch nicht ganz sicher. Vermutlich werde ich aber in Osaka bleiben. Mein Visum läuft im April nächstes Jahr ab und ich möchte auf jeden Fall volle 12 Monate in Japan bleiben.

Markus 4

Interessierst du dich für Farmarbeit in Japan? Hier findest du viele Infos zu deinen Möglichkeiten für Farmjobs in Japan!


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Freiwilligeneinsatz an einer Schule in Indien – Johannas 6 Monate in Navi Mumbai

Fernweh? Unsere Teilnehmerin Johanna hat ein halbes Jahr in Indien verbracht und dort als Freiwillige an einer lokalen Schule unterrichtet. Was Johanna während ihrer Zeit in Navi Mumbai alles erlebt hat, kannst du hier nachlesen! 

 

Mein Name ist Johanna, ich komme ursprünglich aus Österreich und habe ein halbes Jahr in Indien verbracht und dort ehrenamtlich an einer Schule gearbeitet. Genauer gesagt, verbrachte ich die meiste Zeit in Navi Mumbai, eine Stadt direkt neben Mumbai, und arbeitete in der Mahima International School. Ich hatte auch die Möglichkeit, während meines Aufenthaltes etwas  herumzureisen, doch beginnen möchte ich mit meinen Erfahrungen in der Stadt Navi Mumbai und bei meiner Arbeit in der Schule.

Johanna, wie war das Leben in Navi Mumbai für dich? 

Das Leben in einer Großstadt wie Navi Mumbai war anfangs eine enorme Umstellung für mich, da ich ursprünglich aus einem eher kleineren Dorf in Österreich komme. Der ganze Trubel war einerseits sehr anstrengend, zugleich aber auch aufregend. Vor allem, da ich im Vergleich zu vielen Menschen, die dort lebten, eine Seltenheit war – in Bezug auf meine helle Haar- und Hautfarbe. Es ist mir oft passiert, dass Menschen deswegen ein Selfie mit mir haben wollten!

Aber auch sonst erlebte ich dort die –  auf eine positive Art – merkwürdigsten Dinge, weil es einfach eine ganz andere Welt ist. Und es ist überaus sehr empfehlenswert, sich im Voraus über Indien gut zu informieren, da man so vielen unangenehmen Situationen aus dem Weg gehen kann!

Erzähle uns von deinem Alltag in der Schule! 

Auch meine Arbeit in der Schule war zunächst ganz anders, als ich es mir erwartet hatte. Die Art und Weise, wie Schule und Unterricht in Indien funktionierten, sind anders, als ich dies von zu Hause kannte. Trotzdem hatte ich eine Menge Spaß, dort zu unterrichten und das Beste waren die Kinder, die jeden Tag mit so viel Energie und Offenheit zur Schule kamen. Auch die Lehrerinnen waren sehr lieb zu mir und kümmerten sich gut um mich.

Nach der Schule ging ich dann meistens zu den Jungs von Palms Care, die ebenfalls die Mahima-Schule besuchen, mit nach Hause, um mit ihnen ein bisschen Zeit zu verbringen.

Was hast du in deiner Freizeit unternommen? 

Neben meinem Freiwilligeneinsatz habe ich auch noch ein Fitness-Studio besucht und dort an einem Poweryoga-Kurs teilgenommen. Die Besitzerin des Fitness-Studios war nämlich auch die beste Freundin unserer World Unite!-Koordinatorin Sudipta und sie war nicht nur unsere Trainerin – sie war fast wie eine zweite Mutter für uns, da sie sich einfach immer so lieb um uns gekümmert hat. Durch sie konnten wir wirklich Indien erleben!

Mit “wir” meine ich mich plus all meine Mitbewohner/innen oder andere Freiwillige, die ich während meines Aufenthalts in Navi Mumbai kennen gelernt habe. An den Wochenenden hatte ich dann meistens frei und konnte auch Mumbai etwas erkunden. Wir trommelten dann alle Freiwillige zusammen und machten uns auf die Suche nach Mumbais schönsten bzw. interessantesten Plätzen und bekamen einen ziemlich guten Eindruck, wie bunt und lebhaft die Stadt sein kann. Man sollte sich auf jeden Fall auf immense Menschenmassen gefasst machen!

Trotzdem braucht man keine Angst zu haben, denn die Menschen sind in der Regel sehr nett und helfen auch sehr gerne. Zwar sind sie manchmal etwas zu nett und man sollte aufpassen, dass man nicht hinters Licht geführt wird, aber wenn man eine gewisse Zeit in der Stadt verbringt, bekommt man ein ziemlich gutes Bauchgefühl dafür. Das Shopping-Erlebnis in all den Märkten und Bazaaren, die Mumbai zu bieten hat, ist äußerst zu empfehlen! Und alle, die Bollywood kennen oder vielleicht sogar große Fans sind, sollten auf jeden Fall einmal ins Kino gehen!

Im Umkreis von Mumbai gibt es viele schöne Orte wie z.B Lonavala, Pune, Ellora, Ajanta, Aurangabad usw., die man auf Wochenendtrips erkunden kann.

Auch in Navi Mumbai selbst gibt es schöne Orte, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind, z.B. der Stadtteil Nerul mit seinen schönen Tempeln, Belapur mit seinen interessanten kulturellen Ausstellungen, Vashi mit seiner lebhaften Marktstraße und die Kharghar Hills.

Ich hatte dann auch noch einen Monat Zeit, um das Land zu bereisen, da in der Schule Sommerferien waren. Eine meiner Mitbewohnerinnen hatte eine Tour gebucht, die sie quer durch Nord-Indien führte und ich entschied mich dafür, sie dabei zu begleiten.

Bevor die eigentliche Tour begann, hatten wir noch circa fünf Tage, um selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. Wir entschieden uns, unsere Reise in Amritsar zu starten. Amritsar liegt nahe der Grenze zu Pakistan, befindet sich in der Region namens Punjab und ist sehr bekannt für eines der schönsten Gurdwaras auf der ganzen Welt – dem sogenannten Goldenen Tempel. Doch neben dieser wunderschönen religiösen Stätte gibt es auch die Möglichkeit zur „Wagah Border“ – also zur Grenze – zu fahren, um dort die Grenzschließungszeremonie miterleben zu können, die jeden Tag kurz vor Sonnenuntergang stattfindet. Doch das Beste in Amritsar sind ihre Restaurants, die sogenannten Dhabas, in denen man die besten Lassis trinken und köstlichsten Parathas und Kulchas essen kann!

Unser nächster Halt war dann Dehli, da von dort aus unsere geführte Tour begann. Wir waren aber zwei Tage zu früh da, also entschieden wir uns die Sehenswürdigkeiten anzuschauen, die in der Tour nicht mit inbegriffen waren, und meldeten uns sogar für einen Bollywood-Tanzworkshop an!

Dehli ist einfach ein Traum für jeden Touristen, da man in der Hauptstadt Indiens so viel entdecken kann!

Zwei Tage später begann dann auch unsere Tour durch Nordindien. Unsere Reise ging einmal quer durch Rajasthan und zog sich dann auch durch Agra und Varanasi und endete wieder in Dehli.

Im Großen und Ganzen war mein Aufenthalt in Indien das Beste, was ich je erleben durfte. Ich habe so viel gelernt: Über die Kultur, die Menschen aber auch ganz viel über mich selbst. Und deshalb kann ich so einen Aufenthalt in einem fremden Land für einen gewissen Zeitraum sehr empfehlen!

Viele Grüße,

Johanna (aus Österreich)

Du hast Interesse an einem Freiwilligeneinsatz in Indien? Hier findest du mehr Infos zu Johannas Einsatzstelle!

 


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Eine unglaubliche Reise ins Abenteuer – Syahfitri’s Praktikum in Tansania und Sansibar

Unsere Teilnehmerin Syhafitri, Gewinnerin unseres Weltenbürger-Stipendiums, absolvierte ein vormedizinisches Praktikum in Tansania und nahm an unserem World Learner! Programm in Sansibar teil, wo sie von einem Kräuterheiler über traditionelle sansibarische Medizin lernte. In unserem Blog beschreibt Syhafitri, welche Unterschiede sie zwischen Sansibar und Tansania wahrgenommen hat, warum eine Safari einfach zu einer Tansania-Reise dazugehört und warum die Reise für sie immer eine unvergessliche Erfahrung bleiben wird! 

Tansania

Es war ein bewölkter, kalter Wintertag, als ich Halle (Saale) mit dem Zug nach Frankfurt am Main verließ. Es war das erste Mal, dass ich alleine in ein so weit entferntes Land reiste und ich war ziemlich aufgeregt, endlich in Moshi, Tansania, anzukommen! Neue Leute, neue Kulturen und all die neuen Dinge, die ich bald erfahren würde!

KARIBU TANSANIA! (Willkommen in Tansania)

Das Flugzeug landete nach 8 Stunden Flugzeit auf der Landebahn des Kilimanjaro International Airport. Es war noch früher Morgen, als wir das Flugzeug verließen. Das Wetter war schön, die Luft frisch und warm und ich war einfach so aufgeregt! Ich konnte nicht aufhören, mich für diese Reise unglaublich dankbar zu fühlen.

Nachdem ich meine ersten Fotos von Afrika gemacht hatte, ging ich ins Flughafengebäude und beantragte mein Visum am Schalter der Einwanderungsbehörde. Das Beantragen klappte völlig problemlos und ich bekam mein Visum für 3 Monate. Mein erster Eindruck von Tansania war:

“Die Leute sind einfach so freundlich und nett! Ich denke, mein Aufenthalt hier wird einfach großartig.”

Ein Fahrer von World Unite! – die Organisation, die mein Freiwilligen- und Praktikumsprogramm in Afrika organisierte, holte mich ab und brachte mich zu meiner Gastfamilie in Moshi. Die Fahrt vom Flughafen zum Haus meiner Gastfamilie war etwas weiter und es dauerte über eine Stunde mit dem Auto.

Die lange Straße war leer, die Vögel sangen gut und die Sonne ging langsam im Osten auf. Zu meiner linken und rechten Seite konnte ich viele Bäume und verschiedene Pflanzen sehen und schließlich einen Blick auf die scheinbar endlose Steppe werfen. Nicht weit von uns entfernt zeigte sich der Kilimanjaro, der höchste Berg Afrikas mit 5895 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Ich konnte seinen schneebedeckten Gipfel völlig wolkenfrei sehen – ein Seltenheit, denn die Spitze ist normalerweise hinter Wolken verborgen. Es war unglaublich! Eines meiner Reiseziele hatte ich also schon abgehakt! Der Fahrer sagte oft zu mir: “Oh Fitri, du hast solches Glück, den Kilimanjaro wolkenfrei zu sehen!” Oh ja, es war ein wundervolles Erlebnis, von beiden Gipfeln des Kilimanjaro, Kibo und Mawenzi, herzlich begrüßt zu werden. Ich konnte mein Lächeln auf dem Weg nach Moshi nicht verbergen. Es war ein toller Start in mein Abenteuer in Afrika.

Syhafitri in Tanzania 6.jpg

Mein erster Tag in Tansania war cool. Ich traf fast alle World Unite! Koordinatoren in Moshi und ein paar Freiwillige aus Deutschland, die an diesem Tag ebenfalls ihre lokale und kulturelle Einführung hatten. Gemeinsam bekamen wir eine Stadtorientierung von Joseph, einem der Koordinatoren, der uns alles wichtige in Moshi zeigte.

Im Gegensatz zu Deutschland war es in Moshi an diesem Tag ziemlich warm. In der Stadt herrschte geschäftiges Treiben und wir konnten Daladalas (Kleinbus), Bajajis (Autorikscha), Bodabodas (Motorrad-Taxis) überall in der Stadt herumflitzen sehen. Es handelt sich dabei um die in Tansania genutzten öffentlichen Verkehrsmittel. Die Stadt Moshi selbst ist nicht groß, aber das Zentrum ist immer voller Menschen. Entlang der großen Straße konnten wir viele Geschäfte, Galerien, Supermärkte, lokale Restaurants und Hotels sehen. Es gibt auch einen Markt, in dem Menschen ihre landwirtschaftlichen oder handwerklichen Erzeugnisse verkaufen, z.B. Bohnen, Mais, Bananen und vieles mehr. Die lokalen Schneider nähen ihre handgefertigten Kleider, Portemonnaies, Taschen und Kopftücher aus Kitenge (einem traditionellen Stoff aus Ost-, West- und Zentralafrika) und verkaufen sie zu guten Preisen auf der Straße.

Nach meiner Stadtorientierung wurde ich meiner Gastfamilie vorgestellt. Familie Tesha gehört zum Stamm der Chaggas (der bekannteste tansanische Stamm in der Kilimandscharo-Region). Mein Gastvater ist Taxifahrer und meine Gastmutter Hausfrau. Im Haus leben acht Personen, darunter meine Gasteltern, ihr Sohn und seine Frau, zwei Enkelkinder und ein Hausmädchen. Das Haus ist groß und hat Vorder- und Hinterhof. Die Familie hat verschiedene Arten von Blumen und Bäumen vor dem Haus gepflanzt. Auf dem Hinterhof gibt es einen Kuh- und einen Hühnerstall sowie Bananenbäume, Zuckerrohr, Mais und Mangobäume.

Ich erinnere immer sehr gerne an die Zeit, wenn ich von meinem Praktikum zurückkam und mich unterm Mangobaum im Garten erholt habe oder einfach durch den Hinterhof spazierte und mich mit den Familienangehörigen über das Leben unterhalten oder einfach den Kilimanjaro bestaunt habe. Die gesamte Familie hat mich sehr warmherzig behandelt und ich habe mich immer willkommen gefühlt. Täglich wurde ich mit köstlichen landestypischen Speisen bekocht und habe grundsätzlich viel von meiner Familie über Vieh- und Landwirtschaft gelernt, wie sie in dieser Familie praktiziert wird. Ich durfte sogar ab und zu die Milchkühe der Familie melken. Das war zwar anfangs schwierig, aber dennoch ein unvergessliches Erlebnis!

 

Syhafitri in Tanzania 3.jpg

Außerdem macht meine Familie hat den besten Chai-Milchtee aller Zeiten! Jeden Tag habe ich Chai mit Milch zum Frühstück bekommen. (P.S: Chai-Milchtee, du wirst schmerzlich vermisst!).

Oh ja, und natürlich machte ich mir im Voraus Gedanken über etwaige Sprachbarrieren. Tatsächlich sprachen mein Gastvater und sein Sohn Englisch fließend. Mit den übrigen Familienmitgliedern musste ich alternative Kommunikationsweisen finden und auch Körpersprache spielte dann eine wichtige Rolle, um mich verständigen zu können.

Von meiner Gastfamilie lernte ich auch einige Kiswahili-Wörter (Landessprache in Tansania). Etwas Swahili zu sprechen war definitiv nützlich, auch wenn ich anfangs Schwierigkeiten mit den Grußformulierungen hatte. Aber ich konnte ohne Probleme von 1 bis 10 zählen 🙂

Am zweiten Tag wurde ich von Joseph abgeholt und in meine Praktikumsstelle gebracht. Es handelt sich dabei um eine kleine Klinik für Allgemeinmedizin. Da die Klinik ein gutes Stück von meiner Gastfamilie entfernt lag, benutzte ich das Daladala für den Hin- und Rückweg. In der Klinik gab es einen verantwortlichen Arzt und fünf weitere Mitarbeiter, darunter zwei Krankenschwestern, Apotheker und zwei Laboranten. Das Klinikpersonal war sehr freundlich zu mir und hat mich sehr geduldig und offen in den Klinikalltag mit einbezogen. Obwohl ich nur einen Monat dort war, habe ich schon sehr viel über Medizin gelernt. Während meiner ersten zwei Wochen habe ich hauptsächlich beobachtet und den Mitarbeitern über die Schulter gesehen und war vor allem damit beschäftigt, meinen Kulturschock zu überwinden. In dieser Zeit habe ich mich oft sehr nach meinen Freunden und Deutschland gesehnt – ich hatte sogar richtiges Heimweh.

Nach den ersten zwei Wochen hatte ich allerdings dann das Gefühl, endlich richtig angekommen zu sein und konnte meine Arbeit in der Klinik und meine Zeit in Moshi genießen. Es war ein tolles Gefühl, Tests über Malaria und UTI (Harnwegsinfektion) durchzuführen, den Patienten Injektionen zu verabreichen, oder über die verschiedenen Arten von Medikamenten zu lernen. In der Zusammenarbeit mit dem Arzt konnte ich auch sehr viel über die lokalen Krankheitsbilder lernen. In diesem Moment fühlte ich mich erstmals wie ein echte Medizinstudentin!

Am letzten Tag meines Praktikums gab es eine kleine Abschiedsfeier für mich in der Klinik. Wir kochten Chapati (mein Lieblingsessen in Tansania, gleich nach Reis mit Kokosmilch), mchuzi (Gemüse-Curry) und gebratenes Hühnchen. Es war ein schönes, aber gleichzeitig trauriges Erlebnis und ich fand es schwierig, Moshi nach einem Monat wieder zu verlassen.

 

Oft habe ich gehört, dass eine Afrika-Reise ohne Safari keine richtige Reise ist. Daher habe ich anlässlich meines Geburtstages eine zweitägige Safari im Tarangire und Ngorongoro Nationalpark unternommen. Ich fand es genial, vier der fünf afrikanischen „Big Five“ live zu sehen und die Schönheit der Nationalparks zu genießen. Ein weitere Wunsch auf meiner Bucket-List hatte sich erfüllt!

 

Die Safari-Tour hat sich wirklich gelohnt und ich denke, es ist ein Erlebnis, das man mindestens einmal im Leben gemacht haben sollte!

Zanzibar

Nach meinen spannenden Erfahrungen in Moshi und meiner Eingewöhnung in die neue Kultur, flog ich nach Unguja, einer Insel, die zum Sansibar-Archipel gehört und die als Gewürzinsel bekannt ist.

Bei meiner Ankunft rasten tausende Gedanken durch meinen Kopf: Würden meine neuen Mitbewohner freundlich sein? Würde ich mich gut integrieren können?

Am Flughafen wurde ich von World Unite! in Empfang genommen und von einem Fahrer nach Stone Town gebracht, die historische Altstadt im westlichen Teil der Insel, mein Wohnort für die nächsten vier Wochen. Ich lebte in einer WG zusammen mit anderen ausländischen Freiwilligen. Anders als bei der Gastfamilie verpflegte ich mich in Sansibar selbst. Was für eine Umstellung, dass mir plötzlich niemand mein leckeres Frühstück zubereitete, mein Abendessen kochte, heißes Wasser für mein Bad einließ oder sich sorgte, wenn ich spät nach Hause kam!

Sansibar ist unglaublich!

Ich hatte es zwar nicht erwartet, aber in Sansibar habe ich die beste Zeit der ganzen Reise verbracht. Während der Stadtorientierung am nächsten Tag hatte ich das Gefühl, in Indonesien zu sein. Überall trugen die Frauen und Mädchen Hijab (Kopftuch). Die Moslems dort grüßen sich mit „Salaam Alaikum“ (ein muslimischer Gruß, der bedeutet „Der Frieden sei mit euch“). Ich war beeindruckt! Die Menschen behandelten mich überaus freundlich und nett, das Essen schmeckte mir sehr lecker, der Sonnenuntergang in Stone Town erstaunlich und ich fühlte mich generell auch sehr sicher in Sansibar. Das Leben in Stone Town erinnert mich ein bisschen an Venedig in Italien, weil es auch ein Labyrinth mit vielen kleinen Gassen ist, in dem man sich leicht verlaufen kann.

 

 

Während der Abende in Forodhani Park muss man unbedingt die lokalen Köstlichkeiten auf dem Night Market genießen, wie z.B. Zanzibar Pizza, Urojo, Meeresfrüchte, Chapatti und lokale Getränke (z.B. Zuckerrohrsaft mit Zitrone und Ingwer, Tamarinden-Saft, Avocado-Saft. Die meisten Lebensmittel sind auf diesem Markt etwas teurer als anderswo, aber es lohnt sich wirklich, sie zu probieren.

In Sansibar habe ich einen Monat lang ein landwirtschaftliches Praktikum absolviert. Ich lernte dort über pflanzliche Medizin in einer lokalen Klinik für Kräutermedizin vom besten Botaniker auf der Insel, der als Mr. Madawa bekannt ist oder auf Deutsch „Herr Kräuterheiler“. Madawa ist ein großartiger Lehrer, der mich nicht nur über die Heilpflanzen, sondern auch über die wichtige Rolle der Religion (in diesem Fall des Islam) in der Kräutermedizin unterrichtet hat. Während des Unterrichts hatte ich viel Spaß, weil ich auch Kräuter sammeln und Medikamente herstellen lernte. An anderen Tagen hatten wir eine Gewürz-Tour in Kizimbani, bei der Herr Madawa und die Einheimischen mich über die Kräuter und Gewürze in dieser Gegend aufklärten. Anschließend besuchten wir auch ZARI (Zanzibar Agricultural Research Institute).

Nun ist diese erstaunliche Reise vorbei! Sie wird jedoch immer eine unvergessliche Erfahrung in meinem Leben bleiben. Ich habe so viel über das Leben in einem fernen Land gelernt. Auf Reisen zu gehen beutetet auch, sich verschiedenen Herausforderungen zu stellen und täglich neue Dinge zu entdecken! Ich habe nichts dagegen, dies bei einer anderen Gelegenheit noch einmal auszuprobieren 😀

Baadaye Tansania! (Bis später Tansania!) ☺

Syhafitri in Tanzania 31.jpg

Hier findet du die Infos zu Syhafitris Einsatzstelle in Tansania und hier zu Sansibar!