Empowerment für Mädchen und Frauen in Jodhpur, Indien

Viele Frauen und Mädchen in Indien sind aufgrund ihrer Kaste, ihres Geschlechts und ihrer Einkommenssituation dreifacher Diskriminierung ausgesetzt. Anita aus Deutschland engagierte sich als Freiwillige in einem Empowerment-Projekt und setzte sich für finanzielle Unabhängigkeit sowie Bildungs-, Berufs- und Sozialkompetenzen von benachteiligten Frauen und Mädchen ein. Sophia absolvierte ein Praktikum einer psychologischen Praxis und erweiterte ihr Wissen über kulturell unterschiedliche Arbeitsweisen in der Psychologie!

Anita erzählt von ihrem Freiwilligeneinsatz:

Ich heiße Anita, ich bin 23 Jahre alt und komme aus Deutschland. Nachdem ich bereits einen Freiwilligeneinsatz mit World Unite! in Tansania absolviert hatte, wollte ich mich in einem weiteren Projekt der Organisation in einem anderen Teil der Welt engagieren. Also entschloss ich mich, während meiner Semesterferien als Freiwillige bei einem Frauen- und Mädchenempowermentprojekt in Indien mitzuarbeiten.

Das Projekt befindet sich in der Stadt Jodhpur in Rajasthan, einem konservativen Staat im Nordwesten Indiens, in dem die Rate der Kinderehen hoch ist.

In neun Empowerment-Centern, einer Boutique, die von Frauen gefertigte Kunsthandwerks- und Näherzeugnisse anbietet, und zwei Boarding Homes für Mädchen aus einem weit entfernten Dorf haben Frauen und Kinder die Möglichkeit, verschiedene soziale, schulische und berufliche Komptenzen zu erlernen und zu verbessern.

Sechs Wochen lang habe ich in einem Empowerment Center mitgearbeitet. Die Frauen kommen vormittags für etwa drei Stunde und haben die Möglichekeit, mit der Hilfe von zwei indischen Lehrern und uns Freiwilligen Hindi, Englisch, Mathematik und Nähen zu lernen. Ich habe Grundkenntnisse in Englisch unterrichtet. Während des Unterrichts konnte ich sehen und spüren, wie sehr die Frauen einander helfen stützten und halfen, neue Dinge zu erlernen und sich Komptenzen anzueignen. Es war eine außergewöhnliche Erfahrung zu sehen, wie wichtig es war, den Frauen einen sicheren Ort zu bieten, an dem sie ihr Wissen erweitern und für sie wichtige Themen diskutieren konnten.

Nach der Mittagspause, in der wir immer gemeinsam mit den Lehrern aßen, war das Center zwei weitere Stunden für Kinder geöffnet. Auch sie konnten hier ihre Kenntnisse in Englisch, Mathematik und Hindi erweitern. Die Kinder zeigten uns gerne, wie viel Englisch sie bereits aus der Schule beherrschten. Wenn genug Zeit war, brachten uns die Kinder ihre Spiele und Lieder bei oder wir tanzten zusammen.

Jeden Mittwoch war Workshop-Tag, an dem wir mit Frauen und Kindern über verschieden Themen (z.B. über berufliche Fähigkeiten und Ziele, Hygiene, Kindererziehung usw.) diskutierten. Die Workshoptage empfand ich durch den wechselseitigen Austausch als besonders bereichernd.

Nach der Arbeit hatten wir genug Zeit, um gemeinsam mit anderen Freiwilligen zu entspannen oder uns die Zeit in der Stadt zu mit Eisessen zu vertreiben oder indische Kleidung und Stoffe einzukaufen. Da alle Freiwilligen in diesem Projekt unter einem Dach zusammenlebten, hatten wir die Möglichkeit, viele neue Freunde zu gewinnen. An den Wochenenden blieb uns genug Zeit für Reisen und Erkundungen. Udaipurs Stadtpalast oder die Wüstenstadt Jaisalmer sind nur einige unglaubliche Dinge, die nicht weit von Jodhpur entfernt sind!

Die Zeit in Jodhpur war insgesamt unglaublich und ich bin sehr dankbar für all das, was ich gelernt und erlebt habe.

Sophia erzählt von ihrem Psychologiepraktikum:

Mein Name ist Sophia, ich bin 22 Jahre alt und studiere Psychologie in Deutschland. Durch World Unite! kam ich nach Jodhpur, um dort ein Psychologie-Praktikum bei der klinischen Psychologin Dr. Reena Bhansali zu absolvieren. Dr. Bhansali gab mir Einblicke in die Funktionsweise der psychologischen Beratung in Indien. Ich hatte die Möglichkeit, die individuellen Störungszustände ihrer Patienten anhand ihrer Aufzeichnungen und Dokumentation zu bearbeiten und hatte Zugang zu vielfältigen Fallstudien aus ihrer Sammlung. Besonders interessant fand ich Dr. Bhansalis Erzählungen aus ihrem Alltag als Psychologin in Indien und gab mir wichtige Hinweise in Bezug auf die kulturellen Einflüsse auf psychische Erkrankungen.

Ich wohnte während meines Praktikum in demselben Guest House, in dem auch die Freiwilligen des Frauen- und Mädchenempowerment-Projektes unterkamen und konnte so auch sehr viel über die Arbeit dieses Projektes erfahren.

 

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