Tierschutz im Amazonasregenwald in Ecuador

Johanna aus Deutschland hat sich als Freiwillige in einem Tierschutzprojekt im ecuadorianischen Amazonas-Regenwald engagiert und sich dabei für die Rettung von Tieren aus illegalem Handel und nicht artgerechter Haltung, ihre Rehabilitation und Freilassung in eine natürliche Umgebung eingesetzt. Hier erzählt sie dir von ihren Erfahrungen!


Das Fazit zuerst: Ich bin extrem zufrieden mit meiner Reise, der Sprachschule und dem Aufenthalt im Projekt. Ohne World Unite! hätte ich mich wahrscheinlich nie getraut, meinen Traum in die Realität umzusetzen!

Von Anfang an hatte ich den Eindruck, dass World Unite! seine Kooperationspartner sehr gut auswählt und wirklich auf die Fähigkeiten, Bedürfnisse und Wünsche der Teilnehmer (beider Seiten) eingeht. Ich kann die Organisation daher nur empfehlen! Ich würde für den Einstieg in ein fremdes Land, eine fremde Kultur und eine andere Sprache immer wieder bei World Unite! nach einem Volunteer-Projekt suchen.

Land und Leute lernt man letztendlich aber nur kennen, wenn man selbstständig und allein unterwegs ist! Auch den Sprachkenntnissen tut das extrem gut. Ich rate daher dazu, über das Projekt hinaus ein bisschen mehr Zeit zur freien Verfügung einzuplanen.

Zum ersten Mal auf einem anderen Kontinent!

Ich stieg nervös aus dem Flugzeug, stellte aber schnell fest, dass die Aufregung umsonst war. Die erste Frau, die ich am Ausgang sah, hielt ein Schild mit meinem Namen hoch. Ich konnte also eigentlich gar nichts falsch machen. Gemeinsam fuhren wir vom Flughafen Quito bis zu dem Hostel, wo ich während meines Sprachkurses wohnte.
Die Stimmung im Hostel war gut. Angenehm empfand ich, dass ganz verschiedene Leute in dem Hostel zusammenkamen: unterschiedlicher Herkunft, jüngere und ältere, manche arbeiteten in Projekten, andere nahmen am Sprachkurs teil oder absolvierten ein Praktikum. Wir kochten zusammen oder testeten Restaurants in der Umgebung, schauten abends Filme, spielten Karten, fragten uns gegenseitig Vokabeln ab und erkundeten gemeinsam die Stadt. Ausflugstipps standen im Hostel genügend bereit und auch in der Sprachschule hatte man jederzeit hilfsbereite Ansprechpartner.

In der Sprachschule!

Der Unterricht findet dort in Kleingruppen statt. Ich habe am Kurs für Fortgeschrittene teilgenommen, der zum Großteil aus Konversation bestand. Auch Grammatik wurde wiederholt, aber letztendlich ist „hablar“ das einzige, was wirklich hilft. In den Pausen wurden Spiele gespielt, die den Wortschatz und das gegenseitige Kennenlernen förderten.

Natürlich war nicht alles nur super. Innerhalb der Woche ging im Hostel die Reisekrankheit um. Jeder wurde irgendwann von Übelkeit und/oder Durchfall geplagt. In der Regel dauert es allerdings nur einen Tag und gehörte offensichtlich ein bisschen zur Neuankunft dazu. Was mich persönlich deutlich mehr störte, war die Grundlautstärke in dem Stadtteil. Außer sonntags gab es gefühlt durchgängig laute Musik und eigentlich ist es mir unbegreiflich, wie man dort überhaupt schlafen konnte. Erstaunlicherweise klappte es irgendwie doch und für eine Woche war auch das ein interessanter Erfahrungszuwachs. Mein absolutes Highlight in der Zeit in Quito, war der Besuch des Cotopaxi. Allein die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis! Auch die Fahrten auf die Märkte nach Sangolqui und Otavalo sind empfehlenswert.

Auf zu meinem Freiwilligenprojekt!

Die Fahrt von Quito nach Puyo war spannend. Ich hatte bereits im Hostel andere Leute kennengelernt, die sich ebenfalls für Yana Coacha entschieden hatten. Wir wurden zum Bus gebracht und in Puyo direkt am Busbahnhof vom Taxifahrer in Empfang genommen. Auch hier konnte also nichts schief gehen. Die Tierauffangstation wirkt auf den ersten Blick wie ein Zoo. Die Tiere sind jedoch krank, verletzt oder stammen aus Gefangenschaft und werden wieder aufgepäppelt und nach Möglichkeit freigelassen.

Das Auswilderungscenter mitten im Regenwald ist vielleicht der schönste Ort auf der Erde!

Die Arbeit besteht zum Großteil aus der Futterzubereitung und dem Säubern der Käfige oder der Pflege und dem Trainieren der Tiere. Wenn die Zeit ausreichte, gab es Sonderaufgaben, wie das Instandhalten der Wege, den Bau von Unterschlüpfen für die Tiere oder auch mal Ausflüge. Raul, unser Betreuer im Projekt, hat eine sehr aufgeschlossene und motivierende Art. Jeder arbeitet gerne dort. Er achtet sehr darauf, dass die Aufgaben gerecht verteilt werden und jeder Freiwillige alle Arbeitsbereiche kennenlernt. Auch persönliche Vorlieben oder Abneigungen werden berücksichtigt. Zweimal am Tag gibt es Teambesprechungen, um die Arbeitsfortschritte zu besprechen. In der Mittagspause und nach der Arbeit hat man Zeit zur freien Verfügung, die man im Pool, in der Wifi-Area, der Hängematte, im Bett oder irgendwo im Park verbringen kann. Die Stadt Puyo ist etwa 10 Fahrminuten entfernt. Fast täglich fand sich eine Gruppe, die zum Einkaufen oder Essen in die Stadt fuhr.

Während der Zeit im Projekt lebt und arbeitet man in der Tierauffangstation. Die Unterkunft und drei Mahlzeiten am Tag sind inklusive. Es gibt immer vegane und vegetarische Optionen und das Essen war durchgängig ausgesprochen lecker! Am Wochenende stehen 1,5 Tage zur freien Verfügung. Meine Highlights waren die Ausflüge zur Auswilderungsstation Tamandua und nach Baños. Übrigens: es gibt kaum Mücken in Puyo und generell ist das Klima sehr angenehm warm. Zwischendurch regnet es immer mal, es ist aber nicht schwül!

Allgemeine Reise-Erkenntnisse zu Ecuador:

  • Es gibt immer und überall fröhliche Musik, es fehlt mir nun richtig im Alltag!
  • Die Menschen und Tiere sind grundsätzlich und bedingungslos freundlich!
  • Es wird einem einfach immer und überall geholfen!
  • Achtung, Sonnenbrand kriegt man in Quito auch bei geschlossener Wolkendecke!
  • Achtung, an den elektrischen Duschköpfen kann man sich angeblich einen Schlag holen!
  • Gekaufte Ware wird grundsätzlich schneller in Plastiktüten gestopft, als man „no necesito“ sagen kann.
  • Selbst 10 Dollar-Scheine lösen gelegentlich Panik bei Taxifahrern oder an Marktständen aus. Man sollte wenn möglich immer Kleingeld dabei haben!
  • In Fernreisebussen steigen während der Fahrt Händler mit Lebensmitteln ein und verkaufen ihre Ware, zum Teil auch regionaltypische Produkte wie Kuchen oder heiße Maiskolben – super!
  • In Fernreisebussen werden (nervige) Actionfilme in Endlosschleife gezeigt, während man an der atemberaubendsten Landschaft vorbeifährt!
  • Bus-, Taxi- und Uber-fahren ist erstaunlich günstig, praktisch und sicher.
  • Lokal zubereitetes Essen ist unglaublich günstig und sehr lecker und gesund. Traditionell ecuadorianisches Essen ist dem Europäischen gar nicht so unähnlich! Alles schmeckt süß! Es gibt Empanadas mit Zwiebelfüllung und Zuckerguss! Das Obst ist viel leckerer als zuhause (keine echte Überraschung), nicht alle exotischen Früchte sind süß, manche eignen sich nur zur Zubereitung von Säften. Popcorn und Salat werden als Beilage in der Suppe gegessen.
  • Der Regenwald lebt nachts! Man merkt es an den vielen Tierstimmen, die die Geräusche des Tags ablösen. Es ist unglaublich schön und beruhigend!
  • Jeder der das Gondwanaland in Leipzig mag, wird von Yana Cocha begeistert sein. Es gibt es wirklich und auch noch zum guten Zweck!

Hast du auch Lust auf einen Freiwilligeneinsatz im Tierschutzprojekt in Ecuador? Hier findest du dazu alle Infos!

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