Warum eine neue Sprache lernen?

Warum es sehr nützlich sein kann, während eines Auslandsaufenthaltes eine neue Sprache zu erlernen? Wie du dir am Besten eine neue Sprache aneignest? Hier erzählen dir World Unite!-Mitarbeiter sowie Teilnehmer unsere Programme weltweit, was sie zum Erlernen der Sprache ihres Gastlandes motiviert hat!

 

Hier erzählt Thore aus Dänemark, warum er während seines Praktikums mit World Unite! in Tokio Japanisch lernen wollte:

“Als ich hierher kam, kannte ich nur die japanischen Wörter für “Danke” und “Hallo”. Dann habe ich einen Monat Unterricht in einer Sprachschule genommen und jetzt fühle ich mich wesentlich wohler mit meinen Sprachkenntnissen! Obwohl ich noch immer kein fließendes Japanisch kann, sind die im Kurs erlernten Phrasen und Sprachkenntnisse in meinem Alltag sehr hilfreich. Ich kann jetzt einfache Gespräche mit japanischen Muttersprachlern führen, zum Beispiel kann ich in einem Restaurant Essen bestellen, einen Verkäufer im Laden um Rat fragen oder auf der Straße nach dem Weg fragen. Dadurch fühle ich mich viel selbstbewusster und willkommener!”

Möchtest du auch Japanisch lernen? Melde dich gleich hier für den nächsten Kurs an!

 

Unsere Koordinatorin Miriam aus Deutschland erzählt dir, warum Kiswahili-Kenntnisse für ihre Arbeit als Koordinatorin in Tansania wichtig sind:

“Als ich zum ersten Mal für ein Praktikum nach Tansania kam, habe ich noch kein Kiswahili gesprochen. Vor Ort wollte ich dann aber unbedingt zumindest ein paar Worte in der Landessprache lernen, wie ich es eigentlich immer beim Reisen gemacht habe. Ich denke, dass einige Grundbegriffe der lokalen Sprache dir als Reisende die Tür zur Kultur und zu den Menschen vor Ort öffnen kann.

Sprache ist natürlich auch ein Teil der jeweiligen Kultur und sich Sprachkenntnisse anzueignen, drückt auch Respekt vor ebendieser aus. Auch wenn ich anfangs noch nicht viel Swahili sprechen konnte, habe ich bald gemerkt, dass die Leute es sehr wertschätzten, dass ich versuchte, ihre Sprache zu erlernen. Auch beim Reisen sind Sprachkenntnisse unglaublich nützlich, z.B. wenn du Fragen zu den Busabfahrtszeiten hast oder auf dem Gemüsemarkt nach dem Preis fragen möchtest. Du wirst schnell merken, dass die Menschen dir gegenüber offener werden, wenn du ihre Sprache sprichst.

Zuerst habe ich versucht, mir im Selbststudium und gemeinsam mit meiner Gastfamilie Swahili beizubringen. Vor allem die Gastfamilie hat mir viele Begriffe und Formulierungen beigebracht, die mir im Alltag sehr geholfen haben. Danach habe ich einen Swahili-Sprachkurs besucht.

Natürlich ist das Lernen einer neuen Sprache auch eine Herausforderung. Ich vermeide es zum Beispiel, auf Swahili das Wort “trinken” zu verwenden. Wenn du es nicht richtig aussprichst, sagst du nämlich statt “trinken”, dass du gerade “groß musst”.

Interessanterweise gibt es im Swahili auch einige Wörter, die auch im Deutschen vorkommen, aber eine völlig andere Bedeutung haben, z.B. “Pipi” (= auf Swahili “Süßigkeiten”) oder “Papa” (= auf Swahili “Hai”) oder “Popo” (= Fledermaus).”

Melde dich hier zu einem Kiswahili-Sprachkurs in Tansania oder auf der tropischen Insel Sansibar an!

 

Unsere Koordinatorin Hasmik in Jaipur kommt ursprünglich aus Armenien. Hier erzählt sie dir, warum sie unbedint Hindi lernen wollte und wie es ihr dabei ergangen ist:

“Ich habe Hindi gelernt, als ich micht entschlossen habe, nach Indien zu ziehen, um hier zu leben und zu arbeiten. Um mit den Einheimischen kommunizieren zu können, ist Hindi sehr wichtig.

Als ich zum ersten Mal nach Indien kam, hatte ich nur ein paar Grundkenntnisse über einige allgemein gebräuchliche Wörter. Ich habe vor meiner Ankunft einige Apps heruntergeladen und versucht, Hindi online zu lernen. Als ich ankam, wurde mir klar, dass ich nur sehr wenig wusste und dass ich noch viel lernen musste, um die Menschen vor Ort tatsächlich zu verstehen und mit ihnen zu kommunizieren.

Ich habe Hindi hauptsächlich im Selbststudium gelernt, da ich tagsüber nicht genug Zeit für einen Sprachkurs hatte. Ich habe viele Sprach-Apps, Online-Tutorials und Bücher verwendet. Trotzdem denke ich, dass ein Sprachkurs mir helfen würde, auch die Theorie hinter der Sprache besser zu verstehen und insbesondere um meine Grammatikkenntnisse aufzufrischen.

Überraschenderweise fiel es mir jedoch alles in allem recht leicht, Hindi zu lernen, da ich vor Ort ohnehin mit Einheimischen interagieren musste, was mir sehr geholfen hat. Jedes Mal, wenn ich etwas nicht verstand, übersetzte ich es einfach mit Google Translate. Auf diese Weise habe ca. 3 Monate gebraucht, um grundlegende Hindi-Kenntnisse zu erlernen und alltägliche Gespräche zu verstehen.

Am Anfang war es für mich eine Herausforderung, insbesondere das Geschlecht der Hauptwörter und der Verben richtig zu verwenden. Ich hatte viele lustige Situationen, in denen ich die weibliche und die männliche Formulieren verwechselte und die Leute dachten, ich spreche von jemand anderem und nicht von mir. Ich erinnere mich noch gut an einen besonderen Fall: Auf Hindi gibt es die Wörter „Katori“ (eine kleine Schüssel), und „Kachori“, ein indisches Street Food. Als eine Freund mir sagte, ich solle ihr bitte die “Katori” (Schüssel) geben, antwortete ich, dass es keine mehr gebe, da ich bereits alle aufgegessen hätte. Ich dachte, er hätte mich nach dem Essen gefragt.

Indien ist ein riesiges Land, in dem jeder Staat wirklich eigen ist. Schätzungen zufolge sprechen nur 10% der indischen Bevölkerung fließend Englisch, 10% sind jedoch so groß, dass Indien nach den USA das zweitgrößte englischsprachige Land der Welt ist. Ich würde sagen, wenn du als ein Reisender, Student, Praktikant oder Freiwilliger nach Indien reist, vor allem nach Nordindien, dann ist es hilfreich, grundlegendes Hindi zu lernen. Im Süden ist das Englisch-Level der Menschen in der Regel besser als im Norden, da sich jeder Staat mehr auf seine eigene Landessprache wie Kannada, Tamil, Malayalam usw. konzentriert. Hindi ist vor allem im Norden des Landes nützlich.

Am Anfang hatte ich gehofft, dass meine guten Englischkenntnisse mir helfen würden, um vor Ort reibungslos zu kommunizieren, aber ich habe mich sehr geirrt, vor allem in Rajasthan, wo die Alphabetisierungsrate niedrig ist und einige Menschen im Alltag nur Hindi sprechen. Ich hatte vor allem Probleme mit der Kommunikation in nicht-arbeitsbezogenen Aspekten. Ich erinnere mich an einen Vorfall, als ich 1 Stunde lang Supermarktmitarbeitern erklärte, dass ich Streichhölzer brauche, und am Ende erfuhr, dass sie meine englische Aussprache einfach nicht verstanden. Das Wort für Streichholz in Englisch und Hindi ist das gleiche, aber mit einer anderen Aussprache.

Ich kann jetzt Hindi für alles verwenden, angefangen von netten kurzen Gesprächen mit neugierigen indischen Rickshaw-Fahrern bis hin zum gekonnten Handeln um einen Gegenstand, den ich kaufen möchte. Ein wichtiger Hinweis: In Indien wissen die Menschen sehr zu schätzen, wenn Ausländer versuchen, die Landessprache zu sprechen, und es ist oft der Fall, dass ich deshalb als „Schwester“ bezeichnet wurde, weil sie sehen, dass ich mir Mühe gegeben habe, die Sprache zu lernen und dies mit Respekt vor der Kultur gleich gesetzt wird. Person, die die Landessprache sprechen, werden als besser in die Kultur integriert betrachtet, da es keine Kommunikationsbarrieren gibt.

Warum unsere Koordinatorin Julia in Tokio Japanisch lernen wollte, erfährst du hier:

Ich habe im Jahr 2009 angefangen, Japanisch zu lernen. Als ich 2011 das erste Mal nach Japan kam, hatte ich mich also bereits zwei Jahre lang mit der Sprache beschäftigt.

Eigentlich gab es keinen besonderen Moment oder Vorfall, der mich dazu motiviert hat, die Sprache zu lernen. Allerdings habe ich mich schon seit meiner Kindheit für Japan interessiert.

Natürlich ist es ein Klischee, das bei vielen anderen Japanisch-Lernern meiner Generation genauso ist, aber mein Interesse wurde natürlich ursprünglich durch Animes geweckt, die im deutschen Fernsehen liefen, auch wenn sich mein Interesse dafür mit den Jahren wandelte. Heute weiß ich gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal einen Anime gesehen habe.

Dennoch dachte ich mir damals: Irgendwann lerne ich Japanisch! Nach dem Abi habe ich mich dann dazu entschieden, Japanologie zu studieren.

Es fiel mir relativ leicht, Japanisch zu lernen, zumindest die Grundkenntnisse. Es braucht einfach nur eine Menge Durchhaltevermögen und Zeit. Einfach mal so nebenbei lernen funktioniert meiner Meinung nach nicht. Ab und an ging mir auch die Motivation verloren, das muss ich zugeben.

Gelernt habe ich durch Sprachkurse im Japanologiestudium, Selbststudium, Tandempartner, japanische Literatur und Filme/Serien. Das erste Mal habe ich dann während eines Praktikums in Tokio meine Japanischkenntnisse einsetzen können.  Ich habe damals bei der Familie einer japanischen Freundin gewohnt. Drei Monate lang musste ich dort Japanisch sprechen, sonst haette ich mich nicht verständigen koennen. Diese Erfahrung hat mein Japanisch wesentlich geprägt.

Ich halte es für sehr wichtig, Grundkenntnisse der Landessprache zu haben, wenn man sich für längere Zeit in einem Land aufhält. In Japan öffnen sich einfach mehr Türen in die Arbeitswelt und soziale Kontakte sind leichter zu knüpfen, wenn man schon Japanisch kann.

Heute berichtet dir Monique aus unserem Kommunikationsteam, was sie zum Swahili-Lernen motiviert hat:

 

Ich habe vor knapp 5 Jahren begonnen Swahili zu lernen, da ich damals zu Forschungsarbeiten in Tansania unterwegs war und mir klar wurde, dass man mit der Muttersprache vor Ort deutlich weiter kommen kann als lediglich mit Englisch.

Da Swahili eine total andere Sprache als beispielsweise Deutsch ist, fiel es mir sehr schwer diese bereits zu Hause zu lernen. Meine Sprachkenntnisse bei meiner Einreise in
Tansania beschränkten sich daher mehr auf “Mambo” (Wie geht’s), “Habari” (Gibt’s Neuigkeiten) und “Asante” (Danke). Schnell habe ich begonnen vor Ort Tiere und Pflanzen auf Swahili zu lernen und mich schließlich an Vokabellisten gewagt, welche ich täglich erweitern konnte.

Ich wollte unbedinkt mit den Locals vor Ort und meinen Freunden besser kommunizieren können. Viele hatten nur geringe Englischkenntnisse, doch sind mir direkt ans Herz gewachsen. Außerdem wollte ich auf Märkten oder Busfahrten verstehen, was die Leute zu oder über mich sagten; z.B. ein Markverkäufer meinte zu seinem Kumpel – “Schau da, das ist meine neue Frau” und ich konnte ihm kurz darauf entgegnen, “das wüsste ich aber” – am Ende lachten alle köstlich miteinander.

In Tansania, wenn man rund um die Uhr mit Swahili umgeben ist, die Sprache auf der Straße hört, Schilder liest und Aussprache im Alltag üben kann, fällt es relativ leicht die
Sprache zu lernen. Jeden Tag habe ich mir eine Vokabelliste mit 5 neuen Worten geschrieben. Hinzu kamen Sprachübungen mit Kindern und Freunden und bis heute lerne ich regelmäßig noch neue Begrifflichkeiten dazu (Ohren spitzen!). Meine Grammatik ist allerdings eher mangelhaft, da ich nie einen Sprachkurs besucht ahbe bzw. mir diese Lektion in Sprachbüchern angeschaut habe. Aber nichtsdestotrotz kann ich mich problemlos mit allen verständigen.

Ein Verständnis für die Sprache und Kultur eröffnet dir neue Wege und Möglichkeiten in deinem Gastland und hilft dir, dieses noch intensiver zu erleben. Definitiv empfehle ich jedem, einige Grundkenntnisse der Sprache des Gastlandes zu erlerne. In der Regel öffnen sich dann neue Türen und man erhält einen tieferen Einblick in die Kultur und wird Teil der Swahili-Familie.

Mit jedem neuen Wort habe ich mich im Alltag ausprobiert. Schließlich konnte ich bei Interviews für meine Forschung intensiver auf die Befragten eingehen und diese besser
verstehen. Die Sprachkenntnisse waren dann auch ein Riesen-Vorteil für meine Arbeit als Koordinatorin bei World Unite! in Sansibar, um gut mit unseren Projektpartnern,
Gastfamilien und Communities zu kommunizieren und so ein fester Bestandteil der Sansibar-Familie zu werden (bis heute).

Ich wünsche allen Weltenbummlern viel Spaß in euren Gastländern, dem Entdecken einer neuen Kultur und dem erlernen einer anderen Sprache!

 

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